Edikt von Potsdam

Brandenburg – über tausend Jahre Geschichte

Man schreibt das Jahr 789, als Karl der Große gegen die Slawen an Elbe und Saale zu Felde zieht, um das Land seinem Reich einzuverleiben. Aber erst König Heinrich I. erobert 928/929 die Brendanburg (Brandenburg) an der Havel. Im Jahre 937 wird das Gebiet der späteren Mark Brandenburg erstmals in der Stiftsurkunde eines Klosters erwähnt. In den nächsten 200 Jahren geht dieses Land weiter von Hand zu Hand: Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wird es von den Slawen zurückerobert. Unter Albrecht dem Bären aus dem Geschlecht der Askanier wandern wieder Deutsche ein. Kriegerische Auseinandersetzungen, Unterwerfung der slawischen Fürstentümer und Erbschaft bringen Albrecht endgültig in den Besitz Brandenburgs.

Geburt der Mark Brandenburg

Das Jahr 948 gilt als das Geburtsjahr der Mark Brandenburg: Otto I. stiftet das Bistum Brandenburg. Erste Städte als Marktorte oder Niederlassungen für den Fernhandel entstehen. 1237 wird die Stadt Berlin gegründet. 1253 folgt Frankfurt an der Oder. Bis zum 14. Jahrhundert bauen die Askanier und später die Wittelsbacher die Mark Brandenburg zum größten Fürstentum Deutschlands aus.

Die Hohenzollern

Der Dreißigjährige Krieg verwüstet das Land schwer. 1640 übernimmt Kurfürst Friedrich-Wilhelm, später der Große Kurfürst genannt, die Regierung. Der junge Friedrich-Wilhelm hat mehrere Jahre in den Niederlanden verbracht, ist beeindruckt von der Wirtschaftskraft der Seefahrts- und Handelsnation und will Brandenburg nach diesem Vorbild zum modernen Staat entwickeln. Durch Ansiedlung – insbesondere von Hugenotten aus Frankreich, aber auch von Holländern, Schweizern und anderen Einwanderern – fördert er den Aufbau des Landes und die Entwicklung von Handel und Gewerbe. Mit dem als Toleranzedikt bekannten Edikt von Potsdam werden 1685 den Zuwanderern zahlreiche Rechte, darunter die freie Religionsausübung, eingeräumt. Der Nachfolger des Großen Kurfürsten, Kurfürst Friedrich III., begründet das preußische Königtum. Er lässt sich 1701 in Königsberg krönen und nennt sich fortan Friedrich I., König in Preußen. Die Mark Brandenburg wird damit ein Teil von Preußen. Friedrich Wilhelm I. (1713-1740), der "Soldatenkönig", setzt die Folge hohenzollernscher Herrscher fort. Unter Friedrich II., genannt der Große (1740 – 1786), wächst Preußen zu einer politischen Macht von europäischer Bedeutung heran.

19. und 20. Jahrhundert

Gemeinsam mit Berlin ist Brandenburg im 19. Jahrhundert das politische Zentrum Preußens und Deutschlands. Das 20. Jahrhundert ist durch das aufstrebende Berlin geprägt. Der wirtschaftliche Fortschritt wird durch die neuen Industrien der deutschen Hauptstadt, vor allem durch die Elektrotechnik, symbolisiert. Die Wissenschaften florieren. Wichtige Erfindungen in der Medizin, der Physik und der Chemie erregen weltweites Aufsehen. Im Schatten der Modernisierung wächst der Nationalismus. Die deutsche Großmacht strebt nach Kolonialbesitz und verfolgt eine Politik des Imperialismus. Die Gegensätze in Europa verschärfen sich. Preußen – ursprünglich ein durchaus multikulturelles Land, in dem nicht nur Protestanten, Katholiken und Juden, sondern auch Deutsche, Polen und andere Nationalitäten produktiv miteinander lebten – forciert seine Germanisierungspolitik. Mit dem Machtantritt Adolf Hitlers beginnt 1933 Deutschlands Gewaltherrschaft. Die Berliner Juden, eine der lebendigsten Gemeinden Europas, werden Opfer von Diskriminierung und Verfolgung. Viele wandern aus. Andere teilen das Schicksal der Millionen von europäischen Juden, die im Holocaust vernichtet werden. Die deutsche Aggression nach außen richtet sich zuerst gegen Tschechen und Polen. Der Angriffs- und Vernichtungskrieg im Osten fordert Millionen und Abermillionen von Todesopfern. Der Zweite Weltkrieg trifft auch die Provinz Brandenburg durch riesige Zerstörungen schwer. Durch das Potsdamer Abkommen (1945) verliert Brandenburg etwa 30 Prozent seines damaligen Gebietes, da die gesamte Neumark östlich von Oder und Neiße nunmehr zu Polen gehört. Brandenburg geht in die sowjetische Besatzungszone ein und wird später, in der DDR, in die Bezirke Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) aufgeteilt.

Demokratischer Neubeginn

Die demokratische Wende und der Fall der Berliner Mauer im Herbst 1989 bringen den Aufbruch in die Freiheit. Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, wird das Land Brandenburg gegründet. Potsdam wird Landeshauptstadt. Nach der Landtagswahl vom 14. Oktober 1990 wird Manfred Stolpe zum ersten Ministerpräsidenten gewählt und die neue Verfassung des Landes durch Volksentscheid am 14. Juni 1992 bestätigt.