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Harms: Forschungen zur NS-Geschichte müssen weitergehen

Ausstellung eröffnet

veröffentlicht am 25.10.2009

Europastaatssekretär Gerd Harms hat heute in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine Ausstellung über die Verfolgung der polnischen Minderheit in Deutschland durch die Nationalsozialisten eröffnet. „Die Ausstellung beleuchtet Schicksale und Tatsachen, die für die Öffentlichkeit lange Zeit im Dunkeln lagen. Die Schau trägt somit zu einem besseren Verständnis der geschichtlichen Erfahrungen von Polen und Deutschen bei“, sagte Harms. Dies habe gerade für Brandenburg mit seinen engen Kontakten zum Nachbarland einen großen Wert.

Harms rief dazu auf, die Gräueltaten der Nationalsozialisten auch fast 65 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager weiter aufzuarbeiten und der Opfer der verbrecherischen Diktatur zu gedenken. Denn Freiheit, Demokratie und gegenseitige Achtung seien auch heute noch längst keine Selbstverständlichkeiten. Jedes Jahr kämen Besucher aus aller Welt in die brandenburgischen Gedenkstätten nach Sachsenhausen und Ravensbrück, um sich mit dem furchtbaren Teil der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Harms wörtlich: „Die Menschen haben ein Recht darauf, dass ihre Fragen beantwortet werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiter forschen, Lücken in der Geschichtsschreibung schließen sowie einseitige Darstellungen vermeiden. Dazu leistet die Wanderausstellung einen hervorragenden Beitrag.“

Die zweisprachige Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und des Vereins „NIKE Polnische Unternehmerschaft“ trägt den Titel "Die polnische Minderheit im KZ. Mitglieder polnischer Verbände im Deutschen Reich in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück 1939-1945". Sie erinnert sie an ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der NS-Geschichte. Bei Kriegsausbruch wurden bis zu 2000 Mitglieder des Bundes der Polen von der Gestapo verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Die Organisationen der polnischen Minderheit wurden verboten und enteignet.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2010 in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen und wird danach an weiteren Standorten in Polen und Deutschland gezeigt.