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Gedenken für die Opfer des Minsker Ghettos – Ministerpräsident a.D. ergreift das Wort

veröffentlicht am 21.10.2008

Der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe hat heute in Minsk für das Land Brandenburg an der Gedenkfeier zum 65. Jahrestag der Auslöschung des Ghettos durch die Nationalsozialisten teilgenommen.

Stolpe betonte: „Mit Scham gedenken wir heute der unzähligen Opfer, die es in Minsk und in den vielen Konzentrationslagern in Belarus im deutschen Namen gegeben hat.“ Mit dem Vorgehen gegen die Juden in dem Ghetto heute auf den Tag genau vor 65 Jahren sei „die unsägliche Folge von Massakern, Mord und Terror zu einem weiteren traurigen Höhepunkt getrieben worden“.

Stolpe bezeichnete es als „große Ehre und großzügige Geste“, als Deutscher auf der Gedenkfeier sprechen zu dürfen. Dies sei nicht selbstverständlich und für ihn „Ausdruck eines lebendigen Miteinanders im neuen Europa“. Der frühere Ministerpräsident und Bundesminister mahnte: „Die Erinnerung an die Zeit der Verfolgung und des Unrechts muss wach gehalten werden. Sie zu erinnern und zu gedenken ist der beste Schutz gegen Vergessen und Verdrängen. Nur wer sich der Vergangenheit bewusst ist, kann auch die Zukunft gestalten.“ Stolpe verwies darauf, dass in den brandenburgischen KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück die Erinnerungsarbeit mit jungen Menschen darauf abzielt, ein „Fundament für Verständigung, Toleranz, Menschenrechte, Demokratie und nachbarschaftliche Zusammenarbeit“ zu legen. In diesem Zusammenhang stellte Stolpe auch die Patenschaften Brandenburgs mit ost- und mitteleuropäischen Staaten und Regionen in Polen, Rumänien, Ungarn, Russland und Belarus.

Stolpe war vom terminlich verhinderten Ministerpräsidenten Matthias Platzeck gebeten worden, an der Veranstaltung teilzunehmen. Die Einladung kam von dem Vorsitzenden der belarussischen jüdischen Organisationen und Gemeinden sowie dem Vorstand der Geschichtswerkstatt Minsk im Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk.