Staatskanzlei

Stabilität für die PCK: Rohöl-Versorgung steht, Bund erarbeitet Raffinerie-Strategie, EU verschiebt Nachweispflicht zur Methanverordnung

10. Task Force PCK Schwedt

veröffentlicht am 28.10.2026

Gute Nachrichten für die PCK Raffinerie in Schwedt/Oder: Die Bundesregierung arbeitet an einer Strategie zur langfristigen Sicherung der Raffinerien in Deutschland. Die Europäische Union beabsichtigt, die Nachweispflicht der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben. Und Schwedt bekommt ein Boardinghouse für Auszubildende. Dazu läuft die Versorgung der PCK mit Rohöl trotz des Lieferstopps aus Kasachstan stabil. Die Raffinerie ist aktuell zu mehr als 86 Prozent ausgelastet.  

Das ist das Fazit der 10. Sitzung der Task Force PCK Schwedt, die heute unter Leitung von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke getagt hat. Der Sitzung war auch der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Frank Wetzel, zugeschaltet. Auch der Sprecher der Geschäftsführung der PCK Raffinerie GmbH, Ralf Schairer, hat teilgenommen. 

Woidke unterstrich: „Es liegt weiter viel Arbeit vor uns, um die Raffinerie in Schwedt in eine sichere und nachhaltige Zukunft zu führen. Das ist uns allen bewusst. Heute bin ich aber erst einmal dankbar dafür, dass wir die PCK in diesem Jahr trotz aller Schwierigkeiten erneut stabil halten konnten. Die Raffinerie ist weiterhin ein Garant für die Versorgungssicherheit in der Region und weit darüber hinaus. Die geopolitische Lage und der Blick auf die Zapfsäulen zeigen uns, dass Deutschland auch künftig leistungsfähige Raffinerien wie die PCK braucht. Sie stehen für eine unabhängige und resiliente Energieversorgung. Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass die Bundesregierung die Raffinerien strategisch stärken will. Als Landesregierung werden wir diesen Prozess aktiv begleiten. Die PCK ist systemrelevant und benötigt eine klare Zukunftsperspektive.“ 

Wetzel sagte: „Ein starkes Industrieland braucht starke Raffinerien. Sie sind eine Grundvoraussetzung zur Versorgung unserer modernen Welt. Sie liefern nicht nur Kraftstoffe für Industrie und Verkehr, sie stellen auch wichtige Vorprodukte, etwa für Kunststoffe und Medikamente her. Sie sind damit Teil unserer strategisch wichtigen Infrastruktur. Unternehmen brauchen vor allem Planbarkeit darüber, welche Märkte sich wie entwickeln, welche Infrastrukturen zur Verfügung stehen und welche Investitionen sich lohnen. Das zu verbessern, ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Wirtschaft, damit unser Raffineriestandort mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen auch in Zukunft wettbewerbsfähig und leistungsfähig bleibt - dafür soll die Raffineriestrategie der Bundesregierung stehen.“ 

Schairer fügte hinzu: „PCK ist weiterhin ein Garant für die zuverlässige Versorgung nicht nur unserer Region. Während des Rhein-Niedrigwassers konnte PCK mit der verfügbaren Schienenlogistik viele Tanklager in Deutschland bedienen. Gemeinsam mit den Gesellschaftern konnte die Rohölversorgung trotz des Wegfalls der kasachischen Mengen gesichert werden. Besorgt sind wir nach wie vor über die geplante Reform beim europäischen Emissionshandel ETS-1, nach welcher es ab 2030 keine freie CO2-Zuteilung mehr geben soll. Die fortschreitenden Planungen zum Anschluss von Schwedt an das Wasserstoff-Kernnetz sind wichtig und unterstreichen noch einmal ausdrücklich, welche guten Voraussetzungen der Standort zur Transformation besitzt. Nun müssen allerdings in den nächsten Wochen die Entscheidungen getroffen werden, um für das Großprojekt Brandenburg eSAF zur Produktion von synthetischem Kerosin aus biogenem CO2 und Wasserstoff die erforderlichen Flächen zu sichern und die nächsten Schritte gehen zu können.“ 

Dass die EU die ursprünglich zum 1. Januar 2027 geplanten Nachweispflichten für Importeure von Öl, Gas und Kohle aus Drittstaaten um drei Jahre verschieben will, ist nach den Worten Woidke eine gute Nachricht für die Wettbewerbsfähigkeit vieler Branchen und die Versorgungssicherheit: „Eine Umsetzung der Methanverordnung mit weiteren Belastungen für Unternehmen wäre zum völlig falschen Zeitpunkt gekommen. Deshalb habe ich vehement für Anpassungen geworben.“ 

In Schwedt wird in diesen Monaten für den Nachwuchs investiert: Mit dem Boardinghouse entsteht ein modernes Wohnheim für Auszubildende mit 60 Plätzen in Einzel- und Doppelzimmern, Gemeinschaftsküchen und Freizeiträumen sowie einer festen Betreuung von Jugendlichen durch sozial­pädagogisches Fachpersonal. Das Vorhaben wird mit mehr als 14 Millionen Euro aus dem Just Transition Fonds (JTF) gefördert, über den die Raffinerieregion mit bis zu 110 Millionen Euro EU-Mitteln bei der Neuausrichtung unterstützt wird. Woidke: „Wir alle wissen, dass ohne gut ausgebildete Fachkräfte kein Betrieb aufrechterhalten und schon gar nicht transformiert werden kann. Jede Investition in die Ausbildung junger Menschen ist deshalb eine gute Investition. Junge Menschen können in Schwedt künftig nicht nur eine gute Ausbildung absolvieren, sondern auch preisgünstig wohnen.“

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