Campus Brauhausberg im Zeitplan – Positive Zwischenbilanz der Task Force
veröffentlicht am 20.05.2026
Positive Zwischenbilanz: Die Vorbereitungen zum Bau eines vierten Campus für die Universität Potsdam auf dem Brauhausberg und den Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts am Griebnitzsee laufen nach Plan. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke betonte heute in Potsdam: „Wir arbeiten mit großem Elan an unserer Vision von einem hochmodernen Wissenschaftsstandort Potsdam. Dazu setzen wir zügig alle nötigen Puzzleteile zusammen.“ Stifter Professor Hasso Plattner ergänzte: “Europäische Souveränität bei digitalen Technologien inklusive Künstlicher Intelligenz braucht exzellente Rahmenbedingungen. Brandenburg schafft diese Voraussetzungen mit Weitsicht und Tempo.”
Woidke und Plattner leiten die für das Großprojekt ins Leben gerufene Task Force, die sich heute zu ihrer vierten Sitzung in der Potsdamer Staatskanzlei getroffen hat. Nachdem mit der Regierungsneubildung der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen vom Innen- zum Finanzministerium übergegangen ist, nahm erstmals Finanzminister Daniel Keller an der Sitzung der Task Force teil.
Das Land Brandenburg, die Universität Potsdam und die Hasso Plattner Foundation hatten am 2. Juni 2025 einen Letter of Intent zum Neubau des Campus Brauhausberg sowie zum Ausbau des Hasso-Plattner-Instituts und der gemeinsam mit der Universität Potsdam betriebenen Digital Engineering Fakultät am Campus Griebnitzsee unterzeichnet.
Auf den Tag genau ein Jahr nach Unterzeichnung des Letter of Intent wird am 2. Juni 2026 die öffentliche Beteiligung zum Entwurf des Bebauungsplans für den Brauhausberg gestartet. Die Ergebnisse der ausgearbeiteten städtebaulichen Vorzugsvariante zur Gestaltung des neuen Campus werden Mitte Juni begleitend zur bereits laufenden Öffentlichkeitsbeteiligung präsentiert.
Details aus der 4. Sitzung der Task Force
Vertragliche Gestaltung
Die Ideen aus dem Letter of Intent sind in den vergangenen Monaten hinsichtlich stiftungs-, vergabe- und steuerrechtlicher Fragen mit allen zu beteiligenden Seiten geprüft und bearbeitet worden. Derzeit werden wichtige vertragliche Grundlagen für das Großvorhaben geklärt. Als Ergänzung zum Letter of Intent erarbeiten Finanzministerium und Stiftung ein Eckpunktepapier, das Basis der Verträge sein soll. Die Verträge – unter anderem zum Erwerb von Grundstücken – sollen möglichst noch in diesem Jahr geschlossen werden.
Ein wesentliches Element auf dem Weg zu bestmöglichen Entscheidungen zur Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Potsdam war ein Markterkundungsverfahren, das in der vergangenen Woche abgeschlossen werden konnte. Im Ergebnis gibt es keine weiteren Zuwendungsgeber. Das Land kann nun die strategische Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Potsdam zeitnah gemeinsam mit der Hasso Plattner Foundation intensivieren.
Gestaltung Brauhausberg
Aus den anfangs drei öffentlich präsentierten städtebaulichen Varianten ist in einem Werkstattverfahren eine Vorzugsvariante entwickelt worden. Diese führt die verschiedenen Anforderungen an den Campus – etwa Funktionalität, Umweltaspekte, Freiraumqualität sowie das Zusammenspiel von Neu- und Altbau – zusammen. Sie wird im Juni öffentlich vorgestellt und soll Basis des künftigen Bebauungsplans sein, den die Landeshauptstadt Potsdam erarbeitet und den die Stadtverordneten im Jahr 2027 beschließen wollen.
Zeitgleich werden ein Raum- und Flächenprogramm entwickelt sowie eine Funktionale Leistungsbeschreibung und ein Technisches Raumbuch für den Campus Brauhausberg erarbeitet.
Novellierung Hochschulrecht
Die Reform des Hochschulrechts ist nach einem umfangreichen Beteiligungsprozess auf dem Weg. Unter anderem sollen ab 1. Januar 2027 an allen staatlichen Hochschulen im Land Berufungsverfahren für Professuren beschleunigt und Auswahlverfahren für Studierende noch stärker an der individuellen Qualifikation ausgerichtet werden. Zudem geht es um mehr Autonomie bei der Gestaltung von Studiengängen.
Das Kabinett hat dazu am 31. März den von Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle vorgelegten Entwurf des „Gesetzes zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Brandenburgischen Hochschulsystems“ verabschiedet. Die Novelle wird derzeit im Brandenburger Landtag beraten und soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.
Hintergrund
Mit dem Ausbau des HPI und der Digital Engineering Fakultät will Brandenburg einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands und Europas leisten. Die Digital Engineering Fakultät wird weitere Masterstudiengänge, internationale Kooperationen und Forschungsschwerpunkte insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz entwickeln.
Dazu will die Hasso Plattner Foundation die bislang von der Universität Potsdam genutzten Flächen und Gebäude am Campus Griebnitzsee übernehmen. Im Gegenzug stellt sie auf dem Brauhausberg einen weiteren Campus für die Universität Potsdam bereit.
Der neue Uni-Campus auf dem Brauhausberg soll für Forschung und Lehre international Maßstäbe setzen. Die Universität Potsdam wird zugleich an den Standorten in Golm und am Neuen Palais gestärkt. So sollen im gesamten Stadtgebiet moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Studienbedingungen geschaffen werden.

