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Miteinander der Generationen obs/Deutsche Fernseh

Marktplatz der Möglichkeiten 2018

Die Erfahrungen mit der „Best-Practice“-Broschüre zum demografischen Wandel und die positive Resonanz darauf haben gezeigt, dass es im Land Brandenburg viele engagierte Menschen gibt, die mit Kreativität und Tatkraft die unterschiedlichen demografischen Herausforderungen anpacken. Der „Marktplatz der Möglichkeiten“ soll hier allen interessierten Brandenburgern eine Plattform bieten, um Anregungen zu vermitteln sowie Ideen zu sammeln und zu veröffentlichen.

Aus diesem Grund werden wir an dieser Stelle jeweils monatlich Projekte präsentieren, die „Gute Lösungen“ auf unterschiedlichen Feldern des demografischen Wandels anbieten.

Aber ein Forum braucht auch den Austausch: Wir suchen Vorschläge für neue interessante„Best-Practice-Projekte des Monats“ und stehen Ihnen unter Kontakt gern zur Verfügung. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie sich bei einem der vorgestellten Projekte gern einbringen möchten oder selbst ein Beispiel zum Nachahmen suchen. Ansprechpartner zu den Projekten finden Sie im Übrigen auch am Ende der jeweiligen Projektbeschreibungen.

  • März: Lindower Partnerschaftsverein als 100. "Demografiebeispiel des Monats" ausgezeichnet

    Auszeichnung des Projekts

    26.03.2018 - Jubiläum auf dem „Markplatz der Möglichkeiten“ zum demografischen Wandel: Die Staatskanzlei ehrte heute zum 100. Mal ein „Demografie-Beispiel des Monats“. Der Beauftragte für Internationale Beziehungen, Staatssekretär Martin Gorholt, überbrachte die Auszeichnung dem Partnerschaftsverein "Internationale Beziehungen" der Stadt Lindow (Mark) im Landkreis Ost-prignitz-Ruppin.

    Gorholt: „Die Lindower machen genau das, wofür unser „Markplatz der Möglichkeiten“ mit den mittlerweile 100 großartigen Ideen für den Umgang mit dem demografischen Wandel steht: Für Einfallsreichtum und Kreativität, für Mut und Beharrungsvermögen und die Fähigkeit, sich nicht mit Problemen abzufinden, sondern mit Lust anzupacken und Lösungen zu suchen.“

    Als die Staatskanzlei vor neun Jahren das Projekt „Demografie-Beispiel des Monats“ ins Leben rief, sollte nicht vorrangig Bewährtes geehrt werden. Gorholt: „Uns ging es von Anfang an um pfiffige Ideen, unkonventionelle Lösungen und natürlich vor allem um Ermutigung. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass wir jetzt schon das 100. Projekt auszeichnen können. Das Konzept ist also aufgegangen. Es ist eine Kultur des Anpackens und des Miteinanders überall im Land entstanden, die auch hier in Lindow gelebt wird. Der Partnerschaftsverein weiß genau, worauf es ankommt: auf die Jugend, auf Zusammenhalt und auf Menschlichkeit. Danke für das Engagement.“

    Der Verein pflegt Städtepartnerschaften und Beziehungen mit Orten in Frankreich, Ungarn und Tschechien. Unter Leitung von Vereinschef Dieter Eipel organisieren die 46 ehrenamtlich tätigen Mitglieder internationale Jugendtreffen, Bildungsprojekte und Kulturkooperationen. Nach Ungarn gehen regelmäßig Hilfstransporte für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

    In Lindow selbst betreibt der Verein den „Kidsclub“ für Kinder und Jugendliche. Außerdem baut er mit finanzieller Unterstützung des Landes eine Begegnungsstätte mit Kreativwerkstatt auf, in der Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sowie unterschiedlicher Herkunft gemeinsam arbeiten können. Dafür stehen Nähmaschinen sowie Geräte für Holz- und Metallbearbeitung bereit. Ziel ist, dass junge Menschen handwerkliche Fähigkeiten und berufliche Perspektiven entwickeln können.

  • Februar: Bücher hinterm Schankraum - "Fläming Bibliothek Rädigke"

    Auszeichnung des Projekts

    16.02.2018 - Gastwirtschaft und Bücherei unter einem Dach - diese ungewöhnliche Symbiose hat dem kulturellen Leben im 170-Einwohner-Dorf Rädigke im Landkreis Potsdam-Mittelmark neuen Aufschwung gegeben. Die Staatskanzlei würdigte die „Fläming Bibliothek Rädigke" im Dorfgasthof Moritz heute als „Demografie-Beispiel des Monats" Februar. Staatskanzleichef Thomas Kralinski überreichte die Auszeichnung an die Initiatoren der ersten Gasthofbibliothek Deutschlands.


    Kralinski sagte: „Multifunktionalität heißt eines der Rezepte, um dem demografischen Wandel aktiv zu begegnen und auch in kleinen Orten Angebote der Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten. In Rädigke wurde dazu der Festsaal des Gasthofes Moritz zur Bibliothek umgestaltet. Die Bücherei im Ort erspart Leseratten lange Wege. Zugleich bieten Bibliothek und Veranstaltungen im Gasthof Einwohnern Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Ideen für das Zusammenleben im Dorf zu entwickeln. Hier werden alle Generationen einbezogen und auch den Jüngsten Anreize zum Lesen und Mitmachen geboten. Dieses Miteinander stärkt das Heimatgefühl und den Zusammenhalt im Ort. Ich wünsche mir, dass dieses Erfolgsprojekt in anderen Orten Nachahmer findet."



    Die 2006 gegründete „Fläming Bibliothek Rädigke" wird ehrenamtlich vom gleichnamigen Verein betrieben. Nicht nur zu offiziellen Öffnungszeiten können Bücher ausgeliehen werden. Solange der Gasthof offen ist, können Literaturinteressierte unter den rund 4.000 Titeln wählen. Der Bestand wird viermal im Jahr vom Vereinsvorsitzenden Steffen Gommel durch Neuerscheinungen aktualisiert, vor allem durch Spenden von Verlagen, aber auch von Besuchern. Mittlerweile hat die Bibliothek rund 970 Nutzer, die auch aus Nachbarorten kommen.



    In der Bücherei finden Dichterlesungen, Buchdiskussionen oder Themenabende zur Regionalliteratur statt. Mittlerweile wurden in Rädigke auch weitere Projekte realisiert. So wurden zum fünften Jahrestag der Bibliothek ein Lesestein- und Literaturweg sowie zum zehnten Jahrestag ein Lesesteinweg für Kinder eröffnet. An 26 Stationen dieses Weges wurden von Kindern des Dorfes Kacheln angebracht, die Motive aus bekannten Kinderbuch-Geschichten widergeben.



    Die „Fläming Bibliothek Rädigke" ist ein weiteres Beispiel auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten", mit dem die Staatskanzlei innovative, nachahmenswerte Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die jeweiligen Demografie-Beispiele des Monats werden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten" unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.



    Kontakt für das Demografie-Beispiel des Monats Februar: Gasthof Moritz, E-Mail info@gasthof-moritz.de, Tel. 033848/60292

  • Januar: Vom ausgedienten Laden zum angesagten Treffpunkt - „FamilienCafé lokal.“

    Auszeichnung des Projekts

    19.01.2018 - Das „FamilienCafé lokal.“ des Jugendfördervereins Chance aus Buckow in der Märkischen Schweiz ist das erste „Demografie-Beispiel des Monats“ in diesem Jahr. Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Thomas Kralinski, überreichte heute in der Stadt im Landkreis Märkisch-Oderland die Aus-zeichnung. Das von jungen Leuten in einem leer stehenden Laden in der Innenstadt eingerichtete Cafè ist heute Anlauf- und Begegnungsstätte für alle Generationen. Kralinski überbrachte zugleich einen Zuwendungsbe-scheid über knapp 49.000 Euro für das jüngste Vorhaben des Jugendförder-vereins, das Rückkehrerprojekt „hierzulande(n)“.

    Im Mittelpunkt stehen Angebote für Kinder und Familien. In den Räumen des Cafés finden zudem Konzerte, internationale Kochabende mit Flüchtlingen, Stammtischtreffen mit Jugendlichen und kommunalpolitische Theaterabende statt. Die Initiatoren engagieren sich mit der im „lokal.“ angedockten Bürgerbühne und dem Straßentheaterfestival „Tag der deutschen Einsicht“ auch für demokratische Bildung und Toleranz.


    Kralinski sagte: „Genau das ist die richtige Antwort auf den demografischen Wandel. Einwohner engagieren sich als Experten in eigener Sache und gestalten mit innovativen Ideen ihr Umfeld. In Buckow haben sie nicht nur einen Ort ge-schaffen, der Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen und Miteinander, sondern auch zur politischen Diskussion und Beteiligung bietet. Mit der Bürger-bühne und dem Straßentheaterfestival haben sie ein wirkungsvolles Format ent-wickelt. Wer mitwirken kann, fühlt sich nicht abgehängt!“


    Bei der „Bürgerbühne“ greifen wechselnde Darsteller und Moderatoren jeweils am letzten Sonntag des Monats kommunalpolitische Themen auf und diskutieren diese mit Einwohnern. Mit regelmäßig 40 bis 50 Teilnehmern wird dieses Format gut angenommen. Das bei den Veranstaltungen entstehende Meinungsbild mün-det beispielsweise durch die Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenver-sammlung auch in politisches Handeln.