„Vorbilder für andere“: Woidke verleiht Verdienstorden des Landes an 13 Frauen und Männer
veröffentlicht am 12.06.2026
Bildmaterial von der Verleihung des Landesverdienstordens kann unter Nennung der Quelle "Staatskanzlei Brandenburg / Presseamt" kostenfrei für die redaktionelle Berichterstattung verwendet werden.
» zur Fotogalerie
Leidenschaft, Engagement und Herzblut: Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hat heute 13 Bürgerinnen und Bürgern den Verdienstorden des Landes Brandenburg verliehen. Die Frauen und Männer wurden in der Potsdamer Staatskanzlei für ihren außerordentlichen Einsatz für Brandenburg und die Menschen im Land geehrt. Woidke: „Ihr Engagement ist Vorbild für alle, die etwas bewegen wollen. Sie warten nicht, dass etwas von allein besser wird – Sie gehen hin, legen los und packen an. Für diesen großartigen, langjährigen Einsatz gilt den Ordensträgerinnen und -trägern ein riesengroßer, herzlicher Dank! Sie leisten Herausragendes.“
Der Verdienstorden des Landes Brandenburg ist die höchste Anerkennung, die das Land Brandenburg für außerordentliche Verdienste um das Land und seine Bevölkerung aussprechen kann. Der Orden wird durch den Ministerpräsidenten verliehen und traditionell im Juni jeden Jahres anlässlich des Verfassungstages des Landes Brandenburg am 14. Juni verliehen.
Mit dem Landesverdienstorden wurden ausgezeichnet:
Richard Fagot, Barbara Roswitha Franke, Anne-Marie Henseke, Elisabeth Herzog-von-der-Heide, Günther Jauch, Norbert Kaul, Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Johannes Clemens Mommert, Prof. h.c. Dr. Jörg-Thomas Mörsel, Wolfgang Mundil, Ines Mülhens-Hackbarth, Elżbieta Anna Polak und Herta thor Straten.
Hintergrund zu den Personen
Richard Fagot aus Tel Aviv hält die Erinnerung an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte wach: Der Holocaustüberlebender berichtet in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück von den Gräueltaten der Nationalsozialisten. 1935 als Sohn einer assimilierten polnisch-jüdischen Familie in Lodz geboren, 1940 ins Ghetto Litzmannstadt übergesiedelt, musste er als kleiner Junge in einer Zigarettenfabrik arbeiten. 1944 wurde er nach Ravensbrück deportiert, von dort kam er in das Sachsenhausener Außenlager Königs Wusterhausen. Im April 1945 wurde die Familie von der Roten Armee im Hauptlager befreit. 1950 wanderte sie nach Israel aus. Richard Fagot studierte Medizin und praktizierte viele Jahre als Gynäkologe und Geburtshelfer. Woidke: „Richard Fagot erinnert uns daran, dass Menschlichkeit selbst nach unvorstellbarem Leid nicht verloren gehen muss. Mit Mut und Würde erzählt er seit Jahrzehnten seine Geschichte und macht sie zu einer Stimme gegen das Vergessen.“
Barbara Roswitha Franke aus Spremberg (Spree-Neiße) ist ein echtes Ehrenamtskraftpaket und engagiert sich vielfältig in verschiedenen Bereichen: Die ehemalige Lehrerin förderte Kinder und Jugendliche, hat Beratungsstellen in Spremberg/Grodk mitaufgebaut, ist Mitglied der Volkssolidarität und wirkt aktiv mit in der Spremberger Freiwilligenagentur. Sie engagiert sich für Kultur, Geflüchtete und Teilhabe im Alter. Woidke: „Barbara Roswitha Franke ist das beste Beispiel dafür, wie man auch in höherem Alter Lebensfreude und Vitalität vermitteln kann. Ihr Engagement ist so vielfältig und stärkt eindrucksvoll den sozialen Zusammenhalt und das gesellschaftliche Miteinander. Sie schenkt Menschen Zeit und das Gefühl, gesehen zu werden. Das ist von unschätzbarem Wert.“
Anne-Marie Henseke aus Potsdam ist seit 1977 Mitglied der Volkssolidarität. Über Jahrzehnte hat sie zahlreiche neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewonnen und damit zur Stärkung und Weiterentwicklung des Verbandes beigetragen. Sie sammelt Spenden, besucht Mitglieder in deren Wohnungen, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern, überbringt Glückwünsche zu Geburtstagen, organisiert Reisen, Ausflüge und Zusammenkünfte. Darüber hinaus hat sie eine Chronik über die Entwicklung und die Aktivitäten der Volkssolidarität in ihrer Region erarbeitet. Woidke: „Anne-Marie Henseke leitet mit Herzlichkeit, Einfühlungsvermögen und organisatorischem Geschick verschiedene Gruppen der Volkssolidarität. Sie verbindet die Menschen mit ihrer Lebensfreude, gibt ihnen Kraft und Zuversicht – und das mit weit über 80 Jahren. Ihr jahrzehntelanges Engagement steht beispielhaft für gelebte Solidarität und Verbundenheit mit dem Ehrenamt.“
Elisabeth Herzog-von-der-Heide aus Luckenwalde (Teltow-Fläming) ist Stadtgestalterin seit der Wiedervereinigung. Sie kam nach dem Mauerfall von Westfalen nach Luckenwalde. Sie war Dezernentin, Beigeordnete und 24 Jahre Bürgermeisterin. Sie hat die Stadt durch die schwierigen Jahre des Umbruchs geführt und sich dem demographischen Wandel entgegengestellt. Elisabeth Herzog-von-der-Heide ist es gelungen, Luckenwalde als Kreisstadt und regionalen Wachstumskern zu etablieren und zukunftsfest aufzustellen. Darüber hinaus besetzte sie wichtige Ehrenämter. Woidke: „Elisabeth Herzog-von-der-Heide hat in ihrer Wahlheimat viel bewegt. Nah an den Menschen, offen für ihre Anliegen und stets mit dem Blick auf das Gemeinwohl war sie nicht einfach nur Bürgermeisterin, sondern eine verlässliche Stimme für ihre Stadt. Mit ihrer ruhigen, besonnenen und zugleich humorvollen Art hat sie sich in Luckenwalde und über die Stadtgrenzen hinaus Respekt erarbeitet.“
Günther Jauchs Herz schlägt für Potsdam: Seit mehr als 25 Jahren unterstützt der TV-Moderator mit finanziellen Spenden Sanierungs- und Restaurierungsprojekte in den Schloss- und Gartenanlagen in der Landeshauptstadt. Vom Marmorpalais Neuer Garten über den Weinberg, die Friedenskirche und die Neptungrotte in Sanssouci oder die Löwenfontäne Glienicke – ohne Günther Jauchs Engagement wären diese Projekte kaum realisierbar gewesen. Woidke: „Mit seiner unverwechselbaren Art und seiner Liebe für die Stadt Potsdam hat Günther Jauch viel für Brandenburg bewegt. Sein langjähriges Engagement für Kultur und Denkmalschutz ist ein großer Gewinn für uns und die nachfolgenden Generationen. Dabei will er nie im Vordergrund stehen, sondern da anpacken und unterstützen, wo Hilfe dringend nötig ist.“
Norbert Kaul aus Letschin (Märkisch-Oderland) ist ein wichtiger Wegbereiter für die Auszeichnung Europäisches Kulturerbe-Siegel für das Oderbruch. Es wurde 2022 als erste Kulturlandschaft mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Der mehrjährige Bewerbungs- und Entwicklungsprozess wurde durch das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement von Norbert Kaul begleitet. Gemeinsam mit der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Oderbruch hat er die Kulturlandschaft als lebendigen Teil europäischer Geschichte sichtbar gemacht. Woidke: „Norbert Kaul hat den Weg des Oderbruchs zum Europäischen Kulturerbe-Siegel mit großem persönlichem Einsatz, Weitblick und Beharrlichkeit unterstützt. Sein ehrenamtliches Engagement steht beispielhaft für die Kraft kommunaler Zusammenarbeit und für den lebendigen Einsatz zur Bewahrung unseres kulturellen Erbes. Es ist kein zweiter Fall in Deutschland bekannt, in dem Kommunen miteinander in einen offenen kulturellen Entwicklungsprozess getreten sind. Das ist auch Norbert Kauls Verdienst.“
Dr. Daniela Gerd tom Markotten aus Dallgow-Döberitz (Havelland) ist Bahnwerk-Pionierin und hat als Vorständin der Deutschen Bahn AG für die Bereiche Digitalisierung und Technik einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Halle 2 des Bahnwerks Cottbus nach nur 19 Monaten nach Baubeginn in Betrieb genommen werden konnte. Der Bau des modernsten ICE-Instandhaltungswerks Europas hat nicht nur zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern den Industriestandort Cottbus langfristig gesichert. Woidke: „Diese Leistung ist in der Geschichte deutscher Großprojekte ein beispielloser Erfolg, der ohne ihre Entschlossenheit und persönlichen Einsatz nicht möglich gewesen wäre. Daniela Gerd tom Markotten hat dazu beigetragen, dass der Standort Cottbus zu einem sichtbaren Zentrum für die Schienenmobilität geworden ist und die Strukturentwicklung Fahrt aufgenommen hat.“
Johannes Clemens Mommert aus Borgsdorf (Oberhavel) ist ein Meister der Nachwuchsarbeit und führte mehr als drei Jahrzehnte mit Herz, Einsatz und Fachkenntnis seinen eigenen Baubetrieb und bildete erfolgreich Lehrlinge aus. Sein gesamtes Berufsleben widmete er sich der Nachwuchsarbeit und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Mommert war viele Jahre Mitglied der Vollversammlung der Handwerker, engagierte sich ehrenamtlich im Prüfungsausschuss der Innung des Bauhandwerks Oberhavel und war dort Vorstandsmitglied und Lehrlingswart. Durch seinen Einsatz in der betrieblichen Ausbildung wurde einer seiner Lehrlinge – ein junger Mann aus Afghanistan – 2020 Lehrling des Monats und jahrgangsbester Maurerjunggeselle. Woidke: „Johannes Clemens Mommert glaubt an junge Menschen und ihre Fähigkeiten. Durch seine Unterstützung und sein Herzblut für die Sache hat er nicht nur Lehrlingen zu guter Ausbildung verholfen, sondern auch für gute Ausbildungsbedingungen im Handwerk gesorgt.“
Prof. h.c. Dr. Jörg-Thomas Mörsel aus Fredersdorf-Vogelsdorf (Märkisch-Oderland) ist international anerkannter Sanddorn-Experte und seit einem Vierteljahrhundert Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung von Sanddorn und Wildobst – Sanddorn e.V. mit Sitz in Altandsberg. Durch seine umfassenden Forschungen und Beiträge zum Sanddorn hat er zur wissenschaftlichen Aufklärung über die gesundheitlichen Vorteile der Pflanze beigetragen. Durch seine Expertise ist es gelungen, Sanddorn in Brandenburg sowohl im Anbau, in der Verarbeitung und im touristischen Bereich stärker zu verankern. Woidke: „Mit seinem jahrzehntelangen Engagement für Forschung, internationalen Wissensaustausch und die Förderung des Sanddornanbaus hat Prof. h.c. Dr. Mörsel die Branche nachhaltig geprägt und Brandenburg weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar gemacht.“
Wolfgang Mundil aus Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) ist seit über drei Jahrzehnten Streitschlichter und in seiner Gemeinde als Schiedsmann aktiv. Er ist Gründungsmitglied der Bezirksvereinigung Potsdam des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, war viele Jahre Stellvertreter, bevor er 2005 zum Vorsitzenden wurde. Am Amtsgericht Brandenburg an der Havel ist er wichtiger Ansprechpartner für den Gerichtsvorstand, wenn es um die Belange von Schiedsleuten geht. Zudem war er viele Jahre Hauptschöffe am Amtsgericht Brandenburg an der Havel. Woidke: „Hilfsbereit, sachkundig, ausgleichend und das Herz am richtigen Fleck – Wolfgang Mundil ist ein Traum von einem ehrenamtlichen Schiedsmann. Umfangreich geschult und mit einem Gespür für Menschen hat er über Jahrzehnte dazu beigetragen, Konflikte zu schlichten, Nachbarschaften zu stärken und das Miteinander in unserer Gemeinschaft zu fördern.“
Ines Mülhens-Hackbarth aus Bergholz-Rehbrücke (Potsdam-Mittelmark) ist seit 15 Jahren – so lange wie niemand vor ihr – wichtiges Sprachrohr für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schülern. Die Vorsitzende des Landesschulbeirates wirkt gemeinsam mit dem Gremium bei Entscheidungen über die Grundsätze der Rahmenlehrpläne, der Genehmigung von Lernmitteln, der Schulentwicklungsplanung oder beim Schulbau mit. Neben ihrem ehrenamtlichen Engagement gibt sie als Schulleiterin der Grundschule Fichtenwalde auch Nachhilfeunterricht. Woidke: „Ines Mülhens-Hackbarth moderiert fair und humorvoll selbst schwierige Sachlagen, sie vertritt überzeugend die Standpunkte der Landesgremien gegenüber dem Ministerium und investiert dafür viel Freizeit. Denn die Sitzungen des Landesschulbeirates finden immer an Samstagen statt. Es ist wichtig, dass Eltern, Lehrer und Schüler eine Stimme haben. Ines Mülhens-Hackbarth gibt sie Ihnen.“
Elżbieta Anna Polak aus Polen ist eine Verfechterin für die deutsch-polnischen Beziehungen und war von 2010 bis 2023 Marschallin der Woiwodschaft Lubuskie. In ihrer Wirkungszeit hat sie sich besonders um die Beziehungen im gemeinsamen Grenzraum mit Brandenburg stark gemacht. Entstanden sind daraus Projekte in den Bereichen Begegnung, Gesundheit und Sport. Zudem engagiert sie sich in Gremien wie der Deutsch-Polnischen Regierungskommission und der Oder-Partnerschaft. Woidke: „Elżbieta Polak ist eine verlässliche und konstruktive Ansprechpartnerin für die Chancen und Herausforderungen in der gemeinsamen Grenzregion. Auch unter teils schwierigen politischen Bedingungen war und ist sie dabei stets eine aktive und öffentlich sichtbare Fürsprecherin für Europa, die grenzüberschreitende deutsch-polnische Zusammenarbeit und die Partnerschaft der Woiwodschaft Lubuskie mit Brandenburg.“
Herta thor Straten aus Strausberg (Märkisch-Oderland) ist seit 2015 Mitglied des Vorstandes des Kreisseniorenbeirates Märkisch-Oderland. Kurz nach ihrem Eintritt übernahm sie den Vorsitz und engagierte sich mit Hingabe, Verantwortungsbewusstsein und klarer Haltung für die Belange der Seniorinnen und Senioren im Landkreis. Zudem hat sie maßgeblich am Aufbau des Jugendamtes mitgewirkt. Woidke: „Mit außergewöhnlichem Engagement, Menschlichkeit und einem feinen Gespür für Zusammenarbeit hat Herta thor Straten die Arbeit des Kreisseniorenrates nachhaltig geprägt. Sie hat Brücken zwischen Menschen, Generationen und Kulturen gebaut und gefördert. Ihr Einsatz für die Belange älterer Menschen, ihre verbindende Art und ihre klare Haltung verdienen höchsten Respekt und Anerkennung.“

