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Asien-Reise politisch und wirtschaftlich erfolgreich

veröffentlicht am 08.04.2005

Ministerpräsident und Wirtschaftsminister ziehen positive Bilanz

Ministerpräsident Matthias Platzeck, derzeit amtierender Bundesratspräsident, und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns haben eine positive Bilanz ihrer gestern zu Ende gegangenen Asien-Reise gezogen. Die politischen und wirtschaftlichen Kontakte zu China und Vietnam seien in über 20 hochrangigen Gesprächen in Peking, Shanghai und Hanoi ausgebaut und intensiviert worden. Die mitreisenden 60 Unternehmer, vorwiegend aus Brandenburg und Berlin, konnten neue Kontakte aufbauen und konkrete Projekte voranbringen, resümierten Platzeck und Junghanns heute ebenfalls.

Ministerpräsident Platzeck erklärte:
„Es war richtig, als erster Chef der deutschen Länderkammer nach China und Vietnam zu reisen. Wir sind auf Länder und Menschen voller Dynamik und Optimismus, aber auch voller Widersprüche getroffen. Das bietet Brandenburg und ganz Deutschland gewaltige Chancen. Politisch kann die laufende Umgestaltung in beiden Ländern im vertrauensvollen Dialog, der die offensive Diskussion von Meinungsverschiedenheiten einschließt, begleitet werden und so frühzeitig unser berechtigtes Interesse an Stabilität in der Region eingebracht werden.“

Wirtschaftsminister Junghanns betonte:
„China und Vietnam sind Märkte mit Zukunft, allerdings unterschiedlich strukturiert. China ist sich seiner Marktmacht sehr bewusst, womit eine harte Wettbewerbssituation verbunden ist. Mit dem wirtschaftlichen Transformationsprozess und dem starken Wirtschaftswachstum sind gewaltige Aufgaben auf das Land zugekommen, die es bewältigen muss. Hier bestehen gute Chance für die Qualität der Produkte und Leistungen Brandenburger Unternehmer, insbesondere auch in Kooperationen. Das gemeinsame Projekt am Guanting-Staudamm ist dafür eine gute Referenz. Vietnams Wirtschaft wächst auch. Bei der Entwicklung der industriellen Privatwirtschaft und der Finanzierung insbesondere der Infrastrukturprojekte steht das Land noch vor großen Herausforderungen. Dabei ist Vietnam sehr offen gegenüber Brandenburger Unternehmen eingestellt.“

In einem regelrechten „Termin-Marathon“ führten Platzeck und Junghanns in beiden Ländern Gespräche auf höchster politischer Ebene. In Peking fanden Gespräche mit dem Vorsitzenden des nationalen Volkskongresses, dem Vorsitzenden der Politischen Konsultativkonferenz und dem Vorsitzenden der Nationalen Reform- und Entwicklungskommission sowie in den Ministerien für Außenhandel, für Verkehr, für Wasserressourcen, für Eisenbahnwesen und in der Nationalen Tourismusbehörde statt. Gesprächspartner war auch der Oberbürgermeister der Hauptstadt.
Im Zuge des Peking-Besuchs fand darüber hinaus ein Vor-Ort-Termin mit dem Wasseramt Peking am Guanting-Staudamm statt. Hier hat die mittelständische Unternehmergemeinschaft „Water Experts“ mit Hochschulunterstützung ein gemeinsames Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität im Stausee durchgeführt. Der Stausee versorgt die Hauptstadt Peking mit Frischwasser. Die Brandenburger Unternehmer übergaben ihren chinesischen Partnern einen Messwagen für die weitere Qualitätsüberprüfung im Stausee.
Bei einer Begegnung mit führenden Vertretern der Hauptstadtprovinz Hebei wurde eine wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. Hebei, die ökonomisch fünftstärkste chinesische Provinz mit 68 Millionen Einwohnern, verfügt über die gleiche Lagegunst wie Brandenburg, umschließt also Peking vollständig. Eine erste Unternehmerdelegation aus Hebei wird Brandenburg noch im September besuchen.


In Hanoi waren der Staatspräsident, der Präsident der Nationalversammlung, der Premierminister, der Vorsitzende der Wirtschaftskommission des ZK der KPV, der Vorsitzende des Volkskomitees von Hanoi und der stellvertretende Bildungsminister Gesprächspartner. Weitere Gespräche fanden mit den Ressortchefs im Verteidigungsministerium, im Umweltministerium, im Ministerium für Planung und Investition sowie im Verkehrsministerium statt.

Die mitreisenden Unternehmen konnten, je nach Branche, an verschiedenen politischen Gesprächsterminen teilnehmen und ihre Vorhaben vorbringen. Darüber hinaus fand ein reger Kontakt mit den Unternehmen der besuchten Länder statt. Die Brandenburger Firmen wurden dabei von der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH unterstützt, die an den drei Stationen der Reise Kooperationsbörsen organisiert hatte. Die Resonanz war erfreulich hoch. So nahmen in Peking und Shanghai zusammen rund 120 chinesische, in Hanoi rund 140 vietnamesische Unternehmen an den Börsen teil.

Die Kontaktvermittlung zwischen Brandenburger und asiatischen Firmen zahlte sich aus: Die Unternehmen zeigten sich am Ende der Reise in einer Kurzbefragung durchgehend zufrieden. Verschiedene Unternehmen wie die Logistik-Firma Rewico aus Rangsdorf, das Eisenhüttenstädter Automatisierungs-Unternehmen Unitechnik oder die Potsdamer ThinkLink Wissensmanagement und Wissensmarketing GmbH stehen unmittelbar vor konkreten Kooperationen mit chinesischen Unternehmen.

Der Potsdamer Gaszähler-Hersteller Vemmtec eröffnete während des Shanghai-Besuchs der Brandenburger Delegation ein Vertriebsbüro in der chinesischen 17-Millionen-Metropole. In Shanghai und Peking führte die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH Verhandlungen mit großen chinesischen Fluggesellschaften über Direktverbindungen in die deutsche Hauptstadtregion.