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Platzeck: Umsteuern in der Familienpolitik bedeutet Zukunftssicherung der Gesellschaft – Brandenburg auf vielen Gebieten Vorreiter

veröffentlicht am 03.07.2007

Brandenburg nimmt nach Worten von Ministerpräsident Matthias Platzeck auf wichtigen Feldern einer nachhaltigen Politik für Familien und Kinder eine Vorreiterrolle ein. Als Beispiele nannte der Ministerpräsident am Dienstag auf der Potsdamer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Familienpolitik unter anderem die Kita-Sprachstandsförderung, die Ausweitung einer hochwertigen Ganztagsschule und innovative Projekte wie die Eltern-Kind-Zentren, die lokalen „Netzwerke Gesunde Kinder“ und die mittlerweile 22 „Lokalen Bündnisse für Familien“. Auch Sozialministerin Dagmar Ziegler betonte, Brandenburg sei mit seinem familienpolitischen Maßnahmenpaket auf einem „Erfolg versprechenden Weg“.

Nach Einschätzung des Ministerpräsidenten hat auf kaum einem anderen Politikgebiet in Deutschland ein so umfassender Paradigmenwechsel stattgefunden wie in der Politik für Familien und Kinder. Das Hauptverdienst komme dabei der damaligen rot-grünen Bundesregierung und Ex-Familienministerin Renate Schmidt zu, so Platzeck. Die alte Familienpolitik habe sich zunehmend im Widerstreit mit den Lebensvorstellungen junger Leute befunden, sie habe viel Geld gekostet und trotzdem auf dem Gebiet der Vereinbarkeit von Familie und Beruf keine positiven Auswirkungen gezeitigt. Defizite weise Deutschland noch immer bei frühkindlicher Bildung auf, die Gefahr von Kinderarmut sei zu groß, so Platzecks Resümee. Ganz Deutschland brauche ein Leitbild einer nachhaltigen Familienpolitik gegenüber, was im Wesentlichen „Politik zur Zukunftssicherung einer Gesellschaft“ bedeute. Es ziele darauf ab, junge Erwachsene, Eltern und Kinder so unterstützen, dass sie sich selbst entwickeln können, gleichzeitig aber in die eigene individuelle Zukunft sowie in die Zukunft der Partnerschaft und der eigenen Kinder investieren können.

Platzeck bekräftigte vor diesem Hintergrund den Anspruch der Landesregierung, Brandenburg zu einer der kinder- und familienfreundlichsten Regionen in Europa machen zu wollen. Er erwarte, dass Politik für Kinder und Familien in jedem Ministerium der Landesregierung als „ganz zentrales Zukunftsthema verstanden, kreativ bearbeitet und offensiv kommuniziert“ werde, betonte der Regierungschef.

Der Ministerpräsident sieht zugleich Reserven: „Wir können und wir müssen noch deutlich besser werden.“ Die „Netzwerke Gesunde Kinder“ müssten flächendeckend angeboten, die Vernetzung von Kommunen, Vereinen und Unternehmen müsse weiter vorangetrieben werden. Beispielgebend seien in dieser Hinsicht die „Lokalen Bündnisse“. Im 21. Jahrhundert sei Kinder- und Familienpolitik eine „entscheidende Bedingung“ für Lebensqualität und wirtschaftlichen Erfolg, unterstrich Platzeck.

Als besondere Herausforderung für die Schaffung familienfreundlicher Strukturen in Brandenburg bezeichnete Ministerin Ziegler die Abwanderung junger Frauen. Ihnen müssten berufliche Entwicklungschancen aufgezeigt werden. Dazu zähle eine familienfreundliche Unternehmenskultur. Ziegler verwies auf die Notwendigkeit, im Zusammenhang mit familienpolitischen Maßnahmen auch pflegebedürftige ältere Menschen zu berücksichtigen.

Hauptziel der vor wenigen Tagen gestarteten „Pflegeinitiative“ Brandenburg sei es, die Lebenssituation von pflegenden Angehörigen zu verbessern, ihnen mehr Beratung, Unterstützung und Entlastung zu geben. „Ich wünsche mir, dass unsere lokalen Bündnisse für Familien Schritt für Schritt auch die Pflege in die Netzwerkarbeit einbeziehen“.