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Woidke trauert um DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult

veröffentlicht am 27.09.2021

Ministerpräsident Dietmar Woidke trauert um den DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult. Der Mitgründer des „Neuen Forums" starb am Samstag im Alter von 70 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Woidke würdigte Schult als „wichtigen Aktivisten der Friedens- und Menschenrechtsbewegung in der DDR". Reinhard Schult lebte in der Nähe von Bernau und war für sein außerordentliches Engagement vor, während und nach der Friedlichen Revolution 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.


Woidke weiter: „Ohne engagierte Menschen wie Reinhard Schult hätte es die Friedliche Revolution nicht gegeben. Trotz Inhaftierung mit 28 Jahren wurde er nicht müde, auf die Missstände des DDR-Staates aufmerksam zu machen. Er engagierte sich im Friedrichsfelder Friedenskreis, gründete mit seinen Freunden das Netzwerk `Kirche von Unten` und 1989 das Neue Forum. Er legte stets den Finger in die Wunde. Mit seinem Einsatz wirkte er bei der Aufdeckung der Wahlfälschung im Mai 1989 mit und verhinderte im September 1990 mit einer erneuten Besetzung des Mielke-Ministeriums die dauerhafte Sperrung der Stasiakten." Zudem setzte sich Schult für die Stasi-Überprüfung der Abgeordneten der ersten frei gewählten Volkskammer ein.


Woidke verwies auf die besonderen Verdienste Schults für das Land Brandenburg. Woidke: „Noch bevor sich Brandenburg entschloss, das Amt eines Aufarbeitungsbeauftragten einzurichten, übernahm Reinhard Schult die Beratung der brandenburgischen Opfer der SED-Diktatur. Diese Beratung war von unschätzbarem Wert für die Betroffenen." Schult arbeitete von 2010 bis zu seiner Rente als Bürgerberater für Brandenburgs Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen kommunistischer Diktatur.

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