www.stk.brandenburg.de

Gerber: „Wachstumskerne sind regionale Arbeitsplatzzentren“

veröffentlicht am 25.10.2016


Die Wachstumskerne im Land Brandenburg haben sich zu regionalen Arbeitsplatzzentren für ihr Umland entwickelt. Fast jeder zweite sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Brandenburg arbeitete 2015 in einem der 15 regionalen Wachstumskerne (RWK). Das geht aus dem neuesten RWK-Bericht von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber hervor, den das Kabinett heute zur Kenntnis nahm. Nach Einschätzung des Ministers hat die Konzentration der Förderaktivitäten auf diese Kerne die wirtschaftliche Entwicklung in Brandenburg kräftig vorangebracht. „Sie strahlen aus in ihr Umland und sind Motoren der Regionalentwicklung.“ Die Landesregierung beschloss zudem drei neue Maßnahmen für Wachstumskerne.


Dem RWK-Bericht zufolge ist die Arbeitsplatzdichte in allen Wachstumskernen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Verzeichnete Brandenburg 2015 durchschnittlich 327 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1.000 Einwohner, waren es in den Wachstumskernen zwischen 394 und 566. Spitzenreiter sind Ludwigsfelde und Spremberg. Von den 806.000 im Land Brandenburg sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten 388.000 in einem der regionalen Wachstumskerne.


Minister Gerber teilte mit, dass zwölf bedeutende Straßeninfrastrukturmaßnahmen in den Wachstumskernen in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wurden. Außerdem verwies er darauf, dass elf von 15 Wachstumskernen zu den Gewinnern im Stadt-Umland-Wettbewerb gehören. Als besonders wichtige Einzelprojekte nannte Gerber die im Sommer getroffene Vereinbarung über die Standortentwicklung des Wissenschaftsparks Golm und die Schaffung hochwertiger Industrie- und Gewerbeflächenangebote im Wachstumskern Ludwigsfelde.  


Als RWK-Vertreter erläuterte Andreas Igel, Bürgermeister von Ludwigsfelde, beispielhaft ein Projekt: „Mit der Gewerbeflächenentwicklung An der Eichspitze reagieren wir auf die Nachfrage nach hochwertigen Industrie- und Gewerbeflächen. Wir machen an der Nähe zu Berlin interessierten Unternehmen ein attraktives Angebot  und schaffen Erweiterungsoptionen für bereits ansässige Unternehmen. Mit diesem Schritt wollen wir auch in den kommenden Jahren unsere industrielle Spitzenstellung sichern und ausbauen.“ 


Das Kabinett beschloss drei weitere Maßnahmen für drei Wachstumskerne. Im Wachstumskern Potsdam sollen die infrastrukturellen Voraussetzungen für Erweiterungen und Ansiedlungen technologieorientierter Unternehmen im Wissenschaftspark Golm geschaffen werden (Umsetzung des B-Plans 129). Der Wachstumskern „Schönefelder Kreuz“ will ein Fahrradparkhaus mit 600 Plätzen am S-Bahnhof Königs Wusterhausen errichten und damit Erleichterungen für Pendler an dem wichtigen regionalen Verkehrsknotenpunkt fördern. Und der Wachstumskern Spremberg wird eine neue Brücke über eine Bahnanlage am Tagebau Welzow-Süd bauen, um den Wirtschaftsverkehr zwischen dem Tagebau sowie Welzow und Spremberg zu verbessern.


Insgesamt hat die Landesregierung seit Bestehen der Wachstumskerne 166 Projekte auf den Weg gebracht. 102 davon sind abgeschlossen, 64 werden noch umgesetzt.


Vor 11 Jahren richtete Brandenburg seine Wirtschaftsförderung neu aus. Das wirtschaftspolitische Leitbild „Stärken stärken“ markierte die Abkehr vom Förderprinzip „Gießkanne“. Stattdessen wurde der Fokus auf starke Branchen und verständigte sich auf die Förderung von 15 Regionalen Wachstumskernen gelegt, bestehend aus Städten und Städteverbünden, die bei der Stärkung ihrer besonderen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potenziale unterstützt wurden und werden.