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Woidke: Wunder der Normalität macht deutsch-polnisches Verhältnis aus – Weg weitergehen

veröffentlicht am 24.10.2016

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die große Bedeutung der deutsch-polnischen Freundschaft in einem geeinten Europa hervorgehoben. „Das deutsch-polnische Verhältnis ist vertrauensvoll und freundschaftlich und so gut, wie wohl nie zuvor. Was vor 25 Jahren bestenfalls als hoffnungsvoller Schimmer am Horizont erschien, ist Realität geworden“, sagte Woidke heute am Willy-Brandt-Zentrum in Breslau in einem Vortrag zum Stand der deutsch-polnischen Beziehungen im Jubiläumsjahr der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags. Woidke sprach in diesem Zusammenhang von einem „Wunder der Normalität“. Woidke ist auch Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit.

Der Ministerpräsident gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass „wir allen Grund haben, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, eingebettet in die stabile und vertrauensvolle Gemeinschaft der EU-Mitgliedstaaten.“ Damit aber die Europäische Union weiterhin stabil und stark auftreten könne, sei eine Verständigung und Zusammenarbeit auf regionaler und lokaler Ebene besonders wichtig.

Woidke dazu: „Zwischen Deutschland und Polen geschieht dies seit vielen Jahren mit großer Intensität und vielen Ideen. Es ist ein Zusammenwirken auf allen Gebieten: in der Wissenschaft, in Bildungswesen und Kultur, in Politik und Wirtschaft, auf dem Gebiet der Sicherheit bis hin zu gemeinsamen Sportereignissen oder grenzüberschreitenden Feuerwehr- und Erntefesten.

Junge Eltern schicken ihre Kinder in grenznahe zweisprachige Kindergärten. Polnische Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an deutschen Schulen. Es gibt gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen für deutsche und polnische Polizisten. Touristen erkunden Land und Leute im je anderen Land, Bürger beiderseits der Grenze kaufen beim Nachbarn ein. In vielen Orten der Grenzregion leben deutsche und polnische Bürger längst bestens zusammen. Im Nordosten Brandenburgs etwa sind es junge polnische Familien, die neues Leben in unsere Dörfer bringen.“ Entstanden sei ein „Netzwerk der Kooperation, Partnerschaft und Freundschaft“.

Zudem würdigte Woidke die vielfältigen Wissenschaftskooperationen und die Pläne, eine gemeinsame deutsch-polnische Fakultät an der Oder zu gründen.

Der Ministerpräsident wies aber auch auf Aufgaben hin, die in der Zukunft in bewährter Weise gemeinsam angepackt werden sollten. So müssten die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut und die Mittel für das Deutsch-Polnische Jugendwerk aufgestockt werden. Es führt jährlich etwa 3.000 Kooperationsprojekte durch und hat bislang über 2,7 Millionen Jugendliche beiderseits von Oder und Neiße gefördert.