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Konzept Übergang Schule-Beruf: Hilfe auf dem Weg in eine gute berufliche Zukunft

veröffentlicht am 29.09.2015

In Brandenburg soll der Übergang von der Schule zum Beruf weiter verbessert werden. Das Kabinett verabschiedete heute ein entsprechendes Konzept, das Bildungsminister Günter Baaske vorgelegt hatte und nun dem Landtag zugeleitet wird. Auf 32 Seiten listet es in vier Handlungsfeldern zahlreiche Maßnahmen auf. Baaske sagte: „Der Übergang soll noch besser gelingen. Dazu stärken wir die schulische Berufs- und Studienorientierung. Wir wollen die Jugendlichen dabei unterstützen, frühzeitig einen klaren Weg in eine gute berufliche Zukunft zu finden.“


Das Konzept wurde vom Bildungsministerium in enger Abstimmung mit verschiedenen Ressorts und Vertretern der IHK und HWK im Land entwickelt. Ziele sind:




  • Implementierung der neu entwickelten Landesstrategie zur Berufs- und Studienorientierung als Handlungsrahmen für Schulen und ihre Partner für eine individuelle und praxisnahe Berufs- und Studienorientierung

  • Bündelung und Systematisierung der Aktivitäten zum Übergang Schule-Beruf

  • Aufbau eines regionalen Übergangsmanagements 

  • Individuelle Stärkung zur Ausbildung und Berufswahl

  • Klare Erfolgsmessung der Aktivitäten



 Diese Ziele sollen über vier Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen erreicht werden: 1. Verantwortungsstrukturen (z. B. Regionales Übergangsmanagement mit lokalen Koordinierungsstellen. Dazu gehört z. B. das Projekt ´Türöffner`), 2. Berufs-und Studienorientierung (z. B. über das Netzwerk Zukunft und das INISEK I-Programm mit konkreten Maßnahmen an Schulen, 3. Angebote für Jugendliche mit schlechten Startchancen (z. B. mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder sozial benachteiligte Jugendliche) und 4. Wege nach dem Schulabschluss (z. B. duales Studium, Freiwilligendienste).



Teilprojekte innerhalb des Konzeptes werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Den Schwerpunkt bildet dabei die „Initiative Sekundarstufe I“ (INISEK I) für die Jahrgangsstufen 7 bis 10.


Baaske: „Mit INISEK I wollen wir die Quote der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss weiter senken, die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen stärken, die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen verbessern und so den Übergang Schule-Beruf erleichtern.“ Dafür stehen bis zum Jahr 2021 fast 38 Millionen Euro aus dem ESF und vom Land zur Verfügung. Darüber hinaus wird das Bildungsministerium ab dem Schuljahr 2016/17 den flächendeckenden Einsatz des Berufswahlpasses für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 finanzieren. Er unterstützt den Berufswahlprozess und kann vielfältig im Unterricht eingesetzt werden.


Baaske weiter: „Das Konzept zeigt, dass es bereits gute Strukturen im Land gibt. Wir müssen sie aber besser vernetzen, aufeinander abstimmen und regionalspezifisch ausrichten. Dazu sollen zum Beispiel lokale Koordinierungsstellen an den Oberstufenzentren dienen. Wir arbeiten in einem fortlaufenden Prozess, der nicht nur vom demografischen Wandel, sondern auch von der zukünftigen Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes abhängen wird. Dazu gehört auch die systematische Integration von Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien.“


Anhand von klaren Daten verwies der Minister darauf, dass ein abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten dringend erforderlich ist:




  • 1.310 unbesetzte Ausbildungsstellen stehen 760 unversorgten Jugendlichen gegenüber (2013/2014)

  • Brandenburg hat mit 10,8 Prozent im bundesweiten Vergleich den höchsten Anteil an unbesetzten Ausbildungsstellen (2013/14)

  • Etwa 500 Schülerinnen und Schüler verließen 2013/2014 die Schule ohne Schulabschluss (ohne Förderschüler)

  • Nur 21 Prozent der Betriebe beteiligen sich an der Ausbildung (niedrigste Quote im ostdeutschen Ländervergleich)

  • Etwa 29 Prozent aller im Jahr 2013/14 abgeschlossenen Ausbildungsverträge wurden vorzeitig gelöst. Davon schlossen etwa die Hälfte der Auszubildenden neue Ausbildungsverträge ab.

  • Etwa 28 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium ab.



Baaske betonte: „Diese Zahlen müssen uns aufrütteln. Ein guter Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten das als Gemeinschaftsaufgabe begreifen. Angesichts des demografischen Wandels und der Fachkräftesituation können wir uns zeitraubende Umwege beim Übergang von der Schule in den Beruf nicht leisten. Eine kontinuierliche und individuelle Berufs- und Studienorientierung kann dazu beitragen, dass junge Menschen ihren Traumjob finden. Das erfordert auch von ihnen Eigeninitiative und Engagement. Wir kümmern uns gerne um jeden, aber darauf darf sich keiner ausruhen und sich fallen lassen.“