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Woidke zu Antrittsbesuch in Polen – Treffen mit
Regierungsvertretern – Besichtigung von Rundem Tisch

Regierungssprecher Thomas Braune teilt mit:

veröffentlicht am 24.02.2014

In seinen Funktionen als Ministerpräsident Brandenburgs und als Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit hat Dietmar Woidke heute seinen Antrittsbesuch in Warschau absolviert. Dort kam er mit polnischen Regierungsvertretern zusammen. Im Anschluss an die Gespräche würdigte Woidke durch den Besuch der historischen Räume in der Kanzlei des polnischen Präsidenten mit dem berühmten Runden Tisch von 1989 und einer Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten die besondere Rolle Polens im 20. Jahrhundert.


Im Gespräch mit Władysław Bartoszewski, dem Beauftragten des polnischen Premierministers für den internationalen Dialog, ging es unter anderem um die Stärkung des Schüleraustausches zwischen Deutschland und Polen.


Woidke wörtlich: „Das Deutsch-Polnische Jugendwerk fördert nach eigenen Angaben jährlich bis zu 1800 Projekte. Dadurch finden 70 000 junge Deutsche und Polen zueinander.“ Woidke wies auf das Ungleichgewicht zwischen dem Deutsch-Angebot an polnischen Schulen und dem Polnisch-Angebot an deutschen Schulen hin. Erstrebenswert sei es zunächst einmal, die Nachfrage nach Polnisch bei deutschen Schülern zu steigern. Woidke: „Wir werden hier unkonventionelle Wege gehen müssen.“ In Brandenburg sei es in Einzelfällen möglich, vom Kindergarten bis zum Abitur Polnisch zu lernen. Auszubildende, Feuerwehrleute und auch Polizisten lernten Polnisch. „Da entsteht etwas“, zeigte sich der Ministerpräsident zuversichtlich. Begegnungen, aber auch die Aussicht auf eine berufliche Karriere seien wichtige Motive, andere Sprachen zu lernen.


Bei den Treffen mit der Staatssekretärin im Außenministerium, Henryka Mościcka-Dendys, und Jaromir Sokolowski, dem Staatssekretär in der Kanzlei des polnischen Präsidenten, kamen die wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Infrastruktur zur Sprache. Woidke wies darauf hin, dass man heute immer noch über fünf Stunden für eine Zugfahrt von Berlin nach Breslau benötige. Er kündigte an, das Thema auf Bundesebene zu problematisieren.


In der Kanzlei des polnischen Präsidenten besichtigte Woidke den Saal mit dem Runden Tisch, an dem in der Übergangsphase zur demokratischen Republik zwischen dem 6. Februar und dem 5. April 1989 die entscheidenden Gespräche stattfanden. Er erinnerte an den besonderen Beitrag Polens für die friedliche Revolution von 1989. Woidke wörtlich: „Wir in Deutschland sind dankbar für den Mut des polnischen Volkes.“


Das Amt des Koordinators war im Jahre 2004 auf Anregung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck geschaffen worden, um die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen zu vertiefen. Vorgängerinnen von Dietmar Woidke in diesem Amt waren zuerst die Präsidentin der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder), Gesine Schwan, und dann die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper.