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Brückenbauer und Aussöhner

veröffentlicht am 15.12.2013

Zum 100. Geburtstag des früheren Bundeskanzlers, Friedensnobelpreisträgers und langjährigen Vorsitzenden der SPD und der Sozialistischen Internationale (am 18. Dezember) erklärt der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke:


„Willy Brandt ist einer der ganz wenigen Politiker, dessen Name für die Menschen in West wie Ost, in Nord wie Süd auf ewig den gleichen guten Klang behalten wird. Auch bei uns in Brandenburg wird in diesen Tagen an diesen großen deutschen Patrioten erinnert. Sein Eintreten gegen den Faschismus, für die Freiheit der Menschen und für die Aussöhnung nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg ist unvergessen.

Gerade für uns in Ostdeutschland wird sein Name für immer verbunden bleiben mit der Politik des „Wandels durch Annäherung“ in den 1970er Jahren. Sie brachte menschliche Erleichterungen während der Teilung Deutschlands und des Kontinents, brach politische Verkrustungen durch einen neuen Dialog auf und ebnete den Weg für mehr Vertrauen zwischen den hochgerüsteten Blöcken in der Zeit des Kalten Krieges. Letztlich bereitete sie auch den Boden für die friedlichen Umbrüche in der DDR und den mittel- und osteuropäischen Staaten 1989/90.

Mit seinem Credo, Brücken zu bauen über Systeme und über Grenzen hinweg, hat Willy Brandt sich nicht nur einen Platz in den Geschichtsbüchern erobert, sondern auch in den Herzen der Menschen. Als die Mauer fiel, sprach er den legendären Satz, wonach jetzt zusammenkomme was zusammen gehöre. Ich empfinde diese noch heute geradezu schicksalshaften Worte als sein dauerhaftes Vermächtnis an die Menschen in ganz Deutschland.