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Platzeck würdigt Opferverbände – Einsatz beugt dem Vergessen vor – Jährliches Treffen vorgeschlagen

veröffentlicht am 12.11.2012

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat am Montag in Potsdam Vertreter von Opferverbänden, Häftlingsgemeinschaften und Aufarbeitungsinitiativen im Land Brandenburg empfangen. Bei der Begegnung in der Staatskanzlei würdigte der Ministerpräsident ihre Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit und ihr Engagement für das demokratische Gemeinwesen. Vor zirka 100 Gästen sagte Platzeck: „Ihnen gebührt unser besonderer Respekt. Sie wurden in der DDR Opfer staatlicher Gewalt, wurden politisch verfolgt und benachteiligt.“

Der Ministerpräsident dankte den Verbänden, Gemeinschaften und Initiativen im Namen der Landesregierung: „Sie haben die Rehabilitierung und Achtung der Opfer der SED-Herrschaft, unsere Erinnerungskultur, die historisch-politische Bildungsarbeit und die Erziehung zur Demokratie im Land Brandenburg mit Beharrlichkeit, Leidenschaft und großem persönlichen Einsatz vorangebracht und geprägt.“

Politisch-historische Bildung und Demokratieerziehung seien auch deshalb eine Herausforderung, weil unterschiedliche Lebenswege von Menschen in der DDR oft zu unterschiedlichen oder gegensätzlichen Sichtweisen auf die Gesellschaft geführt hätten. Platzeck wörtlich: „Das birgt Konfliktstoff, und den erleben wir in Brandenburg. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass das unsere offene und freiheitliche Gesellschaft aushalten wird“.

Mit der Würdigung der Organisationen und ihren Mitgliedern verband Platzeck den Wunsch, den Dialog mit ihnen zukünftig zu vertiefen: „Um den Gesprächsfaden weiter zu knüpfen, sollte es ein jährliches Treffen mit Verbandsvertretern, der Landesbeauftragten Ulrike Poppe und der Landesregierung hier in der Staatskanzlei geben“.

Landtagspräsident Gunter Fritsch betonte in seiner Begrüßung: „„Was Ulrike Poppe mit ihren Mitarbeitern bisher geleistet hat, kann sich wirklich sehen lassen, und ich bin froh darüber, dass sie beim Landtag Brandenburg angesiedelt ist, wodurch ein besonderer Stellenwert und ihre Unabhängigkeit zum Ausdruck gebracht werden. Mit Blick auf die vielfältigen Bemühungen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sollte schulische und außerschulische Bildungsarbeit stets als wesentlicher Schwerpunkt berücksichtigt werden. Erinnerungskultur ist ein wichtiger Baustein für die Stärkung der Demokratie und vor allem für das Demokratieverständnis junger Menschen.“

Für die Landesregierung nahmen Finanzminister Helmuth Markov, Bildungsministerin Martina Münch, Arbeitsminister Günter Baaske, Verkehrsminister Jörg Vogelsänger sowie der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Albrecht Gerber, Innenstaatssekretär Rudolf Zeeb, Kulturstaatssekretär Martin Gorholt sowie Justizstaatssekretär Ronald Pienkny an der Begegnung teil.