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Platzeck nach Österreich–Reise: Bilanz positiv – Austrotherm siedelt sich in Wittenberge an – Gemeinsames Agieren auf EU-Ebene vereinbart

veröffentlicht am 18.10.2012

Brandenburg hat sich in Österreich als attraktiver Wirtschafts- und Tourismusstandort positioniert und seine politischen und wirtschaftlichen Kontakte mit der Alpenrepublik vertieft. Dieses positive Fazit hat Ministerpräsident Matthias Platzeck heute am Ende seiner zweitägigen Reise nach Wien und St. Pölten gezogen. Platzeck wörtlich: „In zahlreichen Gesprächen und Begegnungen haben wir für die dynamische Entwicklung und die neuen Potentiale geworben, die unser Land mittlerweile kennzeichnen. Es war deutlich spürbar, dass ein klares Interesse an einer Vertiefung der politischen Zusammenarbeit und an einer engeren Verflechtung der Wirtschaft besteht. Die bekannt gegebene Ansiedlung des Dämmstoffherstellers von Austrotherm in Wittenberge ist eindeutiger Beleg dafür.“

Platzeck war bei seinem Aufenthalt in Wien von Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers begleitet worden. Christoffers hatte Austrotherm eine Förderzusage überbracht. Er bilanzierte: "Die Reise hat dazu beigetragen, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Unternehmen aus Brandenburg und Österreich - die sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt haben - noch weiter zu vertiefen". Der Besuch in Österreich habe eine Gelegenheit geboten, den Gastgebern die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg für ein Investment zu empfehlen. Parallel hielt sich unter Führung der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) eine Unternehmerdelegation in Graz, Linz und Wien auf.

Bei Standortpräsentationen warben der Ministerpräsident, der Wirtschaftsminister und ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt um weitere Investoren und Kooperationsgeschäfte. Platzeck: „Brandenburg ist hochattraktiv als Absatzmarkt für österreichische Produkte und für Partnerschaften im wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich.“ Zusammen mit Berlin sei das Bundesland die dynamischste Wirtschaftsregion in Deutschland. Mit nunmehr 36 Ansiedlungen stehen österreichische Unternehmen nach den USA und vor Frankreich auf Platz zwei der Skala der wichtigsten ausländischen Investoren in Brandenburg.
Christoffers ergänzte: „Der Besuch hat deutlich gezeigt, dass wir mit unserer Clusterstrategie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Österreicher arbeiten mit einer ähnlichen Strategie, was es uns leichter gemacht hat, unsere Innovationspolitik zu vermitteln.“ Es seien sehr gute Gespräche geführt worden, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich.
In punkto Tourismus haben laut Platzeck bereits immer mehr Österreicher die deutsche Hauptstadtregion für sich entdeckt. Das belegten die Übernachtungszahlen, betonte der Ministerpräsident: „Luft nach oben gibt es aber immer noch, insbesondere im winterlichen Brandenburg“. Platzeck hatte deshalb am gestrigen Abend einen gemeinsamen Werbeauftritt der Tourismusmarketinggesellschaften von Berlin und Brandenburg in der österreichischen Hauptstadt eröffnet.
In St. Pölten vereinbarte Platzeck heute mit dem Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, ein gemeinsames Agieren auf europäischer Ebene. Ziel der Anstrengungen müsse es sein, dass Regionen mir unmittelbarer Grenze zu den neuen EU-Staaten auch in der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 eine angemessene finanzielle Ausstattung aus Brüssel erhielten. Verhindert werden müsse, dass das Ausmaß des Fördergefälles deutsche und österreichische Grenzregionen übermäßig benachteilige und bislang erreichte Entwicklungen konterkariere.
Zudem trug sich Platzeck in das Gästebuch des Landes Niederösterreich ein. Platzeck lud Landeshauptmann Erwin Pröll zum Gegenbesuch nach Potsdam ein. Ziel sei es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auszubauen. Die Erfahrungen von Wien und Niederösterreich, seien für die deutsche Hauptstadtregion insbesondere als Ost-West-Drehscheibe von Bedeutung. Außerdem wollen beide Hauptstadtregionen um die Aufnahme des sie berührenden transeuropäischen Korridors „Scandria“ in die EU-Förderung ringen.
Gestern war Platzeck auch mit Wiens Oberbürgermeister, Landeshauptmann Michael Häupl, zusammen getroffen. Im Gespräch mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer war es unter anderem um Konzepte zur Steuerung des demographischen Wandels gegangen. Am gestrigen Abend hatten Platzeck und Christoffers das Gespräch mit wichtigen, bereits in Brandenburg engagierten Unternehmern gesucht.