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Gerber: Chancen des demografischen Wandels ergreifen

veröffentlicht am 05.03.2010

Staatskanzleichef Albrecht Gerber hat beim Thema demografischer Wandel ein Umdenken angemahnt. „Geburtenrückgang, Abwanderung, die nicht durch Rückwanderung kompensiert wird und steigendes Durchschnittsalter der Bevölkerung werden derzeit oftmals nur als Problem betrachtet“, sagte der Staatssekretär heute auf dem Symposium des 2. Demografie-Preises, das erstmals in der Brandenburger Landesvertretung in Berlin stattfindet. Der demografische Wandel bringe unbestritten viele Probleme mit sich, biete jedoch vor allem jungen Leuten auch vielfältige Perspektiven. „Das müssen wir künftig stärker ins Bewusstsein rücken.“ Deshalb sei das Ausschreibungsthema des diesjährigen Demografie-Preises „Chancen für junge Menschen in schrumpfenden Regionen“ ein „wichtiges und richtiges Signal“, so Gerber.

Notwendig sei es, für junge Menschen eine gute Lebensqualität zu sichern. „In den nächsten Jahrzehnten werden die Möglichkeiten für junge Leute, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen, so groß sein wie lange nicht mehr“, sagte Gerber. So suchten vor dem Hintergrund sinkender Schulabgängerzahlen und einer Welle von Pensionierungen Betriebe schon heute händeringend nach Fachkräften. Die Landesregierung nutze gemeinsam mit Handwerks-, Industrie- und Handelskammern und Bildungseinrichtungen jede Gelegenheit, Jugendliche über Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsmöglichkeiten in ihrer Region zu informieren.

Dringender denn je werden junge Leute nach den Worten von Gerber auch bei der ehrenamtlichen Arbeit gebraucht. „Eine der größten Herausforderungen ist es, Jugendliche für freiwilliges Engagement zu gewinnen. Mitarbeit im Fußballverein oder bei der Feuerwehr ist heute längst nicht mehr so selbstverständlich wie vor 30 oder 40 Jahren. Deshalb konzentriert sich die Landesregierung darauf, das Ehrenamt sichtbar zu machen.“ Gerber resümierte: „Junge Menschen haben in Brandenburg gute Perspektiven. Sie müssen die Chancen sehen und ergreifen. Es ist an der Landesregierung, allen gesellschaftlichen Kräften und den Eltern, sie dabei zu unterstützen.“

Der Demografie-Preis für Nachwuchswissenschaftler wird alle zwei Jahre vom Institut für demografische Zukunftsfähigkeit (idz) vergeben. Das idz will damit die gesellschaftliche Diskussion über den demografischen Wandel fördern. Eingereicht wurden diesmal zehn Beiträge von 17 europäischen Autoren. Die Preise werden im Rahmen des Symposiums verliehen, das erstmals in Zusammenarbeit mit der Brandenburger Staatskanzlei ausgerichtet wird.