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Besinnung auf Vergangenes wichtig für das Handeln von heute

veröffentlicht am 27.03.2009

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat den Südwestkirchhof Stahnsdorf als einen Ort der Besinnung auf das Vergangene und auf die eigene Verantwortung für die Gegenwart bezeichnet. Beim Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Kirchhofs sprach Platzeck zudem von der Herausforderung, die Zeugnisse der Bau- und Bestattungskultur auf dem Friedhof in zeitgemäßer Verantwortung zu bewahren.

Friedhöfe seien wie Geschichtsbücher, sagte Platzeck. Der Südwestkirchhof erzähle von einfachen Leuten, aber auch berühmten Persönlichkeiten wie dem Maler Heinrich Zille, dem Verlagsbuchhändler Gustav Langenscheidt, dem Komponisten Engelbert Humperdinck und dem Unternehmer Werner von Siemens. Zum Südwestfriedhof gehörten aber auch deutsche Soldatengräber aus dem Ersten Weltkrieg sowie der englische und der italienische „Kriegerfriedhof“. Platzeck: „Mit Tausenden Gefallenen mahnen sie: Geschichte ist ein Prozess, in dem ganze Völker in die Irre gehen und verheerendes Leid über sich und andere Nationen bringen können.“

Platzeck erinnerte daran, dass im November 2004 die britische Königin Elizabeth II. auf dem britischen Militärareal des Friedhofs an die Leiden der Opfer aller Kriege erinnert und denjenigen Stahnsdorfern gedankt habe, die in der DDR die Gräber gepflegt hatten. „Über Soldatengräber hinweg reichte sie die Hand der Versöh-nung. So wird der Friedhof von einem Ort des Todes zu einer Stätte gelebten Friedens“, betonte Platzeck.

Der Ministerpräsident würdigte, dass in Stahnsdorf die Bestattungskultur mit Pietät auf zeitgemäße Weise gepflegt werde – „nicht nur um der vergangenen Zeiten zu gedenken, sondern auch, um unserem eigenen Leben Rückhalt, Kraft und Orientierung zu geben“. Er verwies auf Informationsveranstaltungen, Rundgänge, Führungen für Familien oder speziell für Kinder, Grabpatenschaften oder die Veranstaltungsreihe zum 100-jährigen Bestehen. Platzeck dankte der Evangelischen Landeskirche, den Beschäftigten auf dem Südwestfriedhof und den ehrenamtlichen Helfern für deren Engagement.