Staatskanzlei

5. Ideenwettbewerb „Zukunft Ehrenamt“

Zukunft Ehrenamt: 16.500 Euro für Stärkung des Ehrenamtes und des gesellschaftlichen Zusammenhalts – Woidke prämiert Gewinner des Wettbewerbs

veröffentlicht am 05.10.2026

Nachwuchsgewinnung, Entlastung Ehrenamtlicher und Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts: Das zeichnet die zehn Siegerprojekte des diesjährigen Ideenwettbewerbs „Zukunft Ehrenamt“ aus. Am Freitag (9. Oktober) prämiert Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die Gewinner. Mit dem 2022 erstmalig ausgeschriebenen Wettbewerb soll das Engagement Brandenburger Initiativen sichtbarer gemacht und andere Menschen zum Nachahmen ermutigt werden. Insgesamt wurden 67 Projektideen eingereicht. Aufgrund der hohen Anzahl und Qualität der eingereichten Projektskizzen werden in diesem Jahr erstmals zwei weitere Projekte prämiert. Mit Hilfe eines Fachbeirats wurden die Projektideen ausgewählt. Die Vorhaben greifen unter anderem die Themen Tierschutz, Sport und Integration, Kultur und Gemeinschaft sowie Feuerwehr und Schule auf. 

In diesem Jahr lag ein Schwerpunkt auf der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des demokratischen Miteinanders. Auch die nachhaltige Sicherung der Vereinsarbeit, die Gewinnung neuer Mitglieder und die Reduzierung von Belastungen, Stress und Zeitdruck standen im Fokus. Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen. 

Termin:

Freitag, 9. Oktober 2026

Uhrzeit:

11:00 Uhr

Ort:

Staatskanzlei, Brandenburg Saal, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Die Gewinnerprojekte des 5. Ideenwettbewerbs sind: 

Mit dem Projekt „Stachelkugel Notfallhilfe-System“ will der Verein Stachelkugel (Landkreis Märkisch-Oderland) ehrenamtliches Engagement im Wildtierschutz stärken. Denn die Zahl hilfsbedürftiger Wildtiere steigt. Das wiederrum setzt die ehrenamtlich Engagierten unter Zeitdruck, Belastungen und Herausforderungen nehmen zu. Gleichzeitig fehlt es vielen Bürgerinnen und Bürgern an einem sicheren Umgang mit Fundtieren. Hier setzt das Projekt mit einem dreistufigen System an und ist Schnittstelle zwischen Engagierten und Bürgern. 

Der Verein „Ajax Eichwalde 2000“ (Landkreis Dahme-Spreewald) will neue Wege finden, wie Ehrenamt in einem großen Breitensportverein langfristig sichergestellt werden kann, ohne Einzelne zu überlasten. Dafür soll ein praxisnahes „Ajax-Betriebssystem für resilientes Ehrenamt“ für flexibles und zeitbegrenztes Mitwirken entwickelt werden. Mit rund 1.350 Mitgliedern ist der Verein für viele Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen ein Trainingsort, Treffpunkt und Teil des Alltags. Im Mittelpunkt des Projekts steht deshalb die Frage: Wie kann Ehrenamt so organisiert werden, dass Menschen sich langfristig engagieren können, ohne sich dauerhaft überfordert oder unverzichtbar zu fühlen? 

Der „Familien-Sport-Verein-Oberhavel“ will mit seinem Projekt „Ehrenamt in Tandems –Gemeinsam Übungsleiter werden“ Menschen mit Migrationshintergrund, die Übungsleiter werden wollen, aber noch sprachliche Schwierigkeiten haben, bei der Ausbildung unterstützen. Die Ausbildung wird vom FBB Lehrzentrum Oranienburg durchgeführt. Das Lehrzentrum bildet seit vielen Jahren erfolgreich Übungsleiterinnen und Übungsleiter aus und hat bereits viel Erfahrung in der Arbeit mit Menschen aus verschiedenen Ländern. Ziel ist es, mehr Menschen mit Migrationsgeschichte für das Ehrenamt im Sport zu gewinnen.

 

Das „KulturForum Schwielowsee“ e.V. (Potsdam-Mittelmark) plant mit einer Kulturwerkstatt, eine Schnittstelle zwischen Vorstand, Ehrenamtlichen, Künstlern, Bürgern und Kooperationspartnern zu schaffen. Sie soll zudem Plattform für gemeinsame Planung, Rollenklärung und die Übergabe von Verantwortung sein. Gleichzeitig soll die Kulturwerkstatt als Lern- und Reflexionsraum genutzt werden, um Vereinswissen intern zu sichern, weiterzugeben und für neue Engagierte zugänglich zu machen. Zudem sollen sich externe Partner, Förderer und Nachwuchskünstler vernetzen. 

Der Verein „Kult! Kultur in Elbe Elster“ will mit seiner Zukunftswerkstatt das Vereinsleben mit einem regelmäßigen Ehrenamtsstammtisch Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Es sollen über aktuelle Herausforderungen im Vereinsleben besprochen, Bedarfe analysiert und gemeinsam Ideen und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Vereinsarbeit entwickelt werden. Nachwuchsgewinnung, Entlastung von Ehrenamtlichen, Digitalisierung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und neue Formen des Engagements stehen dabei im Fokus. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wird die Zukunftswerkstatt sowohl in Präsenz als auch digital angeboten. Gerade in ländlichen Regionen ermöglicht das Online-Format eine flexible Teilnahme und stärkt Vernetzung über Ortsgrenzen hinweg.

 

Die Brandenburgische Sportjugend (Potsdam) hat das Projekt „TEAMRAUM“ zur Stärkung des jungen Ehrenamts im Sportverein entwickelt. Es schafft moderne und soziale Begegnungsräume für junge Menschen und Ehrenamtliche in Brandenburg und verbindet Sport, mentale Gesundheit, digitale Beteiligung und demokratische Mitgestaltung. Zusätzlich wird ein digitales Mikro-Ehrenamtssystem aufgebaut, über das Jugendliche kleine, flexible Aufgaben im Verein übernehmen können – ohne langfristige Verpflichtungen.

Der Verein „Altes Pfarrhaus Groß Döbbern“ (Landkreis Spree-Neiße) sieht sich mit seinem Projekt #Ehrenwort – Dein Engagement als Verbindungsstück zwischen Menschen, die sich engagieren wollen und Vereinen und Initiativen, die händeringend im Dorf und über Dorfgrenzen hinweg nach Unterstützung suchen. Ortschaften wie Groß Döbbern, Klein Döbbern und Groß Oßnig haben sich in den vergangenen vier Jahren gegenseitig gestärkt, sind als Gemeinschaft gewachsen und haben gemeinsam Projekte angestoßen. Wer mitmacht und sein Ehrenwort gibt, erhält eine persönliche Anerkennung als sichtbares Zeichen der Wertschätzung. 

Die Landesgartenschau2027 Wittenberge gGmbH (Prignitz) ruft eine Mitmachkonferenz für die Zukunft des LAGA-Ehrenamts nach 2027 ins Leben. Bei der eintägigen Veranstaltung sollen die 300-500 Ehrenamtlichen der Landesgartenschau Wittenberge selbst bestimmen, wie ihr Engagement nach der LAGA 2027 weitergehen soll. Der Einsatz bei der LAGA bringt Menschen unterschiedlichsten Alters (14-85 Jahre) und sozialen Hintergrunds zusammen. Mit der Projektidee soll verhindert werden, dass nach dem Ende der Landesgartenschau wertvolles Engagement, aufgebaute Netzwerke und entstandenes Gemeinschaftsgefühl verloren gehen. 

Bei dem Projekt „Balu & Mogli in Forst: Gemeinsam durch den Dschungel“ des Vereins „NIX“ e.V.  (Landkreis Spree-Neiße) steht das bundesweit bewährte Konzept „Balu und Du“ im Fokus. Dabei begleiten Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse (Sek II) als „Balus“ (Mentoren) jeweils ein Grundschulkind („Mogli“) ein Jahr lang ehrenamtlich. In wöchentlichen Treffen erkunden die Tandems die lokale Infrastruktur in Forst – von Sportvereinen über die Bibliothek bis hin zu sozialen Anlaufstellen – und unternehmen gemeinsame Exkursionen in die Region, um Kindern aus finanzschwachen Familien soziale Teilhabe und Mobilität zu ermöglichen. 

Mit dem „Tag der kleinen Forscher“ will der Kreisfeuerwehrverband Teltow-Fläming e.V. Kinder fürs Ehrenamt begeistern, lange bevor sie Mitglied in einer Jugendfeuerwehr werden können. Vorschulkindern im Landkreis Teltow-Fläming wird so die Möglichkeit gegeben, Feuerwehr und andere Organisationen mit Sicherheitsaufgaben spielerisch, aktiv und hautnah zu erleben. Die Veranstaltung soll im FTZ in Luckenwalde stattfinden. Neben klassischen Mitmachangeboten wie Feuerwehrfahrzeugen zeigen, kleinen Löschübungen oder Brandschutzerziehung sollen die Kinder auch Einblicke in die Atemschutzwerkstatt und  weitere Bereiche des Feuerwehralltags erhalten. Der „Tag der kleinen Forscher“ schafft frühe positive Berührungspunkte mit dem Ehrenamt, stärkt gesellschaftliche Werte und trägt dazu bei, Begeisterung für Engagement langfristig zu wecken. Ziel ist es, Ehrenamt nicht nur zu erklären – sondern erlebbar zu machen. 

Medienvertreterinnen und Medienvertreter, die vorab über die Projekte berichten wollen, wenden sich bitte per E-Mail an das Presseamt der Staatskanzlei (presseamt@stk.brandenburg.de).

 

Pressemitteilung als PDF (application/pdf 109.9 KB)