Staatskanzlei

Humanitäre Hilfe für schutzbedürftige Yezidinnen und Yeziden

Gorholt zieht positive Bilanz der Irak-Reise: Treffen mit
politischen Vertretern, Hilfsorganisationen und weltlichem Oberhaupt der Yeziden – Humanitäre Projekte für Flüchtlinge besucht

veröffentlicht am 01.06.2018

Der Beauftragte für Internationale Beziehungen, Staatssekretär Martin Gorholt, sieht nach seiner Irakreise die Brandenburger Vorhaben zur humanitären Hilfe für schutzbedürftige Yezidinnen und Yeziden auf gutem Weg. Das teilte er heute vor der Presse in Potsdam mit. In zahlreichen Gesprächen hatte er die von der Landesregierung für die Projektförderung ausgewählten humanitären Hilfsprojekte und das geplante Aufnahmeprogramm für besonders schutzbedürftige Opfer des Terrorregimes IS vorgestellt und um Unterstützung geworben. Mit dem weltlichen Oberhaupt der Yeziden, Mîr Tahsin, sprach Gorholt über die aktuelle Situation der religiösen Minderheit im nördlichen Irak.

Die Landesregierung unterstützt ab sofort zwei humanitäre Projekte für die Yeziden im Nordirak: ein Gemeinschaftszentrum der internationalen Hilfsorganisation Mission East im Sinjar Gebiet und ein von Wadi e.V. geplantes Projekt in der Provinz Sulaimaniyaa. Für das Hilfsprojekt von Mission East konnte heute ein Zuwendungsbescheid über 495.000 Euro übergeben werden. Das Hilfsprojekt von Wadi wird mit 93.400 Euro gefördert. Beide Summen werden über zwei Jahre auf 2018 und 2019 ausgereicht. Allein für 2018 sind bisher knapp 392.000 von den im Haushalt eingestellten 500.000 Euro für Hilfsprojekte vorgesehenen Mitteln verplant.

Gorholt zog eine positive Bilanz der Gespräche während der Irak-Reise: „Ich habe mit den verschiedenen politischen Ebenen und den beteiligten Akteuren einen intensiven und konstruktiven Austausch geführt, um die von der Landesregierung geplante humanitäre Hilfe für die Yezidinnen und Yeziden vorzubereiten."

Mîr Tahsin bezeichnete gegenüber Gorholt die humanitäre Situation der Yeziden im Nordirak als „noch immer sehr schwierig". Die von Brandenburg geplante Förderung von humanitären Projekten begrüßte der Mir und betonte, dass jede Hilfe für die Yeziden willkommen ist. In einem Flüchtlingslager bei Shekhan sprach Gorholt mit yezidischen Flüchtlingen und ihren Kindern. Gorholt: „Die Unterbringung in Zelten in der großen Hitze und die Lebensbedingungen in den Lagern sind bedrückend. Viele Menschen haben die Hoffnung verloren, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können."

Noch immer kommen Yezidinnen aus der Gefangenschaft des Terrorregimes IS frei. Manche von ihnen mit Kindern, die aus den Vergewaltigungen durch die IS-Kämpfer stammen. Die Frauen sind schwer traumatisiert und brauchen Schutz und psychosozialen Betreuung. In Khanke bei Dohuk besuchte Gorholt ein von der internationalen Hilfsorganisation Mission East aufgebautes Gemeinschaftszentrum (Communitiy Centre). Dort werden besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen psychosoziale Betreuung und Ausbildungsmöglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhalts angeboten.

Schon am Sonntag war Gorholt in Bagdad mit dem stellvertretenden Außenminister Iraks, Nizar Khairrallah, zusammengetroffen. In dem Gespräch betonte der Vize-Außenminister die Wertschätzung der irakischen Regierung für die Minderheit der Yeziden und begrüßte humanitäre Projekte für die Opfer des IS. Am Montag hatte Gorholt Gespräche mit dem Yeziden-Beauftragten der kurdischen Regionalregierung, Khairi Bozani, und der Vertreterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR über das von Brandenburg geplante Aufnahmeprogramm geführt. Vorgesehen ist, zirka 60 Yezidinnen und Yeziden aufzunehmen. Bozani sagte die Unterstützung der Regionalregierung bei der Vorbereitung und Durchführung des Programms zu.

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