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Landesregierung will gute und bezahlbare Pflege langfristig sichern - Aktives Altern gegen Pflegebedürftigkeit

veröffentlicht am 25.06.2013

Die Landesregierung setzt in ihrer Pflegepolitik darauf, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder ihre Notwendigkeit möglichst spät beginnen zu lassen. Dafür sei eine Kultur der Gesundheitsvorsorge und des aktiven Alterns notwendig. Das geht aus dem Bericht der Landesregierung zur „Langfristigen Sicherung der pflegerischen Versorgung im Land Brandenburg“ an den Landtag hervor. Der Vorlage von Sozialminister Günter Baaske stimmte das Kabinett heute zu.

Minister Baaske betonte: „Wir müssen alles daran setzen, dass es auch in Zukunft für alle Betroffenen eine gute und bezahlbare Pflege gibt.“ Dazu ist derzeit eine Pflegestudie des Sozialministeriums in Arbeit, die im Herbst vorgestellt wird. Sie soll konkrete Empfehlungen dafür geben, wie in einer alternden Gesellschaft mit immer weniger berufstätigen Menschen eine bedarfsgerechte Pflege mit qualifizierten Fach- und Hilfskräften gesichert werden kann.

Die Zwischenergebnisse haben den in der Pflegepolitik eingeschlagenen Kurs der Landesregierung in zentralen Punkten bestätigt. Dazu zählte Baaske die Verminderung des Pflegebedarfs durch Prävention und Rehabilitation und den Grundsatz „ambulant vor stationär“ sowie den Ausbau niedrigschwelliger Angebote. Auch die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege und die Fachkräftesicherung durch Stärkung von Aus- und Weiterbildung gehörten dazu. Verbesserte Beschäftigungsbedingungen in der Pflege sind ein weiterer Baustein.

Der vergangene Woche in Potsdam gestartete Pflege-Dialog mit pflegenden Angehörigen, Pflegekräften, kommunal Verantwortlichen sowie anderen Expertinnen und Experten ist für Baaske ein Beitrag, „um zu erfahren, was vor Ort benötigt wird und welche Stellschrauben gedreht werden müssen. Wir brauchen dezentrale Lösungen in den Kommunen. Der Pflege im Quartier gehört die Zukunft.“ Der nächste Dialog findet am 14. August in Lauchhammer statt.

Der Handlungsdruck in der Pflege ist in Brandenburg besonders groß. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt weiter. Bis 2030 wird mit einer Zunahme um bis zu 70 Prozent auf mehr als 160.000 gerechnet. Daraus ergibt sich ein erheblicher Bedarf an Pflegepersonal – von etwa 29.000 Beschäftigten in 2011 auf mehr als 54.000 in 2030.

Baaske: „Durch Vorsorge, aktives Altern und lokale Aktivitäten kann es aber gelingen, dass viele Menschen auch ohne intensive Pflege bis ins hohe Alter leben können. Damit würden die Zahl der Pflegebedürftigen und der Bedarf an Personal fallen.“