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„Brandenburg steht zusammen“ – Platzeck verleiht höchste Auszeichnung des Landes – Porträt von Stolpe enthüllt

veröffentlicht am 14.06.2013
Ministerpräsident Matthias Platzeck hat heute zum neunten Mal anlässlich des brandenburgischen Verfassungstages den Verdienstorden des Landes an Bürgerinnen und Bürger überreicht. Bei der Zeremonie in der Potsdamer Staatskanzlei sagte Platzeck auch unter dem Eindruck der überwältigenden Hilfsbereitschaft und Solidarität der Brandenburgerinnen und Brandenburger bei der Bekämpfung des jüngsten Hochwassers: „Die zwölf Geehrten stehen stellvertretend für die vielen Menschen im Lande, denen es ein dringendes Anliegen ist, etwas für andere tun. Sie machen sich für unser Land stark und sind damit Vorbild.“ Der Orden wird anlässlich des Verfassungstages Brandenburgs überreicht. Die Bevölkerung des Landes hatte am 14. Juni 1992 die Verfassung durch Volksentscheid angenommen. Erstmals war der Verdienstorden am 14. Juni 2005 verliehen worden.

Platzeck betonte bei der Verleihung des Landesordens: „Wie sehr Zusammenhalt und Gemeinsinn gerade auch in Notsituationen bereits zur guten Normalität in unserem Land gehören, hat sich in den vergangenen Tagen beim Einsatz gegen das Hochwasser gezeigt. Unglaublich viele Menschen haben in den betroffenen Gebieten uneigennützig und bis zur Erschöpfung mit angepackt, Deiche verstärkt, Mauern aus Sandsäcken gebaut, Hilfsbedürftige unterstützt. Mir ist es wichtig, auch am heutigen Tag diesen Menschen meinen Dank auszusprechen.“

Zuvor hatte Platzeck ein Porträt des langjährigen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe enthüllt, das von Prof. Johannes Heisig gemalt worden war. Platzeck betonte, Stolpe „ist einer derjenigen, die einen ganz besonders großen Anteil daran haben, dass es in unserem Land diesen Gemeinsinn gibt“. Mit dem Gemälde soll eine Porträtgalerie der Ministerpräsidenten des 1990 wieder erstandenen Landes Brandenburg in der Staatskanzlei begründet werden.

Geehrt wurden in diesem Jahr:

Holger Bartsch aus Lübbenau ist als langjähriger Landrat in Oberspreewald-Lausitz eine der prägenden Persönlichkeiten des Strukturwandels in der Lausitz. Mit visionärer Kraft hat er die Bergbausanierung vorangetrieben. Er erwarb sich bleibende Verdienste um die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land, die Impulse für den Strukturwandel in der Region gab. Auch heute noch engagiert er sich mit hohem persönlichen Einsatz dafür, dass in seiner Heimatregion eine neue Landschaft mit kulturellen und touristischen Höhepunkten entsteht. So gehört er zum Ehrenvorstand des Fördervereins Besucherbergwerk F60. Zudem ist er Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der „Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald“, die sich für den Erhalt der Artenvielfalt und der Attraktivität dieser historischen Kulturlandschaft einsetzt.

Peter Dreißig aus Guben ist der Prototyp eines zupackenden, erfolgreichen Unternehmers, dem zugleich das Wohl anderer am Herzen liegt. Den Familienbetrieb machte der Konditor und Bäckermeister nach der Wende zum Marktführer in der Region mit heute über 900 Beschäftigten. Fürsprecher für die Interessen des Mittelstandes ist er in seinem Kammerbezirk und darüber hinaus. Seit 2001 steht er als Präsident an der Spitze der Handwerkskammer Cottbus, die sich unter seiner Federführung zu einer effektiven Dienstleistungsorganisation weiterentwickelte. Dabei liegt ihm die Ausbildung des Nachwuchses besonders am Herzen. 2002 wurde er in das Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks gewählt. Sein soziales Engagement zeigt sich beispielhaft an der 2011 gegründeten „Dreißig Stiftung – Zukunft für Kinder“, die sich für sozial benachteiligte Mädchen und Jungen einsetzt.

Heidemarie Göbel aus Grünewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist bei den Jüngsten der Region bekannt und überaus beliebt. Die ehemalige Pädagogin betreut ehrenamtlich die Gemeindebibliothek in ihrem Ort und weckt bei Kindern Leselust. Als Vorleserin ist sie mittlerweile über die Gemeindegrenze hinaus gefragt und bei Mädchen und Jungen als „Märchen-Oma von Grünewald“ verehrt. In der Gemeinde organisiert sie ferner viele Veranstaltungen wie Heimat- und Kinderfeste oder den Weihnachtsmarkt und schafft so immer wieder Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben.

Simone Weber-Karpinski und Hendrik Karpinski sind die „Geburtshelfer“ der „Netzwerke Gesunde Kinder“ in Brandenburg. Sie haben als Geschäftsführer des Klinikums Niederlausitz Pionierarbeit für das erste derartige Netzwerk geleistet, das 2006 am Klinikum in Senftenberg gegründet wurde. Mit Herz und Verstand engagierte sich das Paar für die Fortschreibung des Konzepts, dessen Transfer in weitere 17 lokale Netzwerke an insgesamt 30 Standorten in Brandenburg. Sie machten sich für Qualitätsstandards in der Netzwerkarbeit und ihre Einhaltung stark. Mittlerweile finden die „Netzwerke Gesunde Kinder“, bei denen ehrenamtliche Paten Familien von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr der Kinder betreuen, eine hohe Akzeptanz im ganzen Land.

Walter Kassin aus Werder (Havel) ist ein ernstzunehmender Karnevalist und ein Netzwerker durch und durch. Seit Jahren setzt er sich für Traditionspflege ein. Als ehrenamtlicher Präsident des Karnevalsverbandes Berlin-Brandenburg sorgt er mit dafür, dass fastnachtliches Brauchtum weiter gelebt wird. Anliegen ist ihm dabei nicht nur, den Menschen Freude und Frohsinn zu bringen, wichtig ist ihm stets auch das Miteinander von Jung und Alt, von Ost und West. Traditionspflege und Werbung neuer Mitglieder sind ihm auch als Vorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins Herzensangelegenheit. So legt der Verein historische Etagengärten an als Teil eines Konzepts zur Wiederbelebung eines der ältesten innerstädtischen Obstbauerngehöfte.

Der Unternehmer Prof. Peter Lange ist ein Glücksfall für die strukturschwache Region Wustrau-Altfriesack in Ostprignitz-Ruppin. So schuf er mit der SSG Lange & Partner AG – einem Systemanbieter für Hardware- und Softwarelösungen – nicht nur zukunftssichere Arbeitsplätze. Die maßgeschneiderten Produkte und Dienstleistungen machten das Unternehmen und damit Wustrau international bekannt. Auch für die touristische Infrastruktur engagiert sich der in Nordrhein-Westfalen lebende Lange. So unterstützt er das jährliche Seefestival in Wustrau, das Kulturliebhaber aus Nah und Fern anzieht. Als Präsident des Neuruppiner Handballclubs hat er maßgeblich zur Erfolgsgeschichte des Vereins beigetragen und das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche verbessert.

Karl Lau aus Mescherin/Ortsteil Rosow steht als ehrenamtlicher Bürgermeister seit Jahren für das Zusammenwachsen in der deutsch-polnischen Grenzregion. Wenn heute über 1000 polnische Bürgerinnen und Bürger im Norden Brandenburgs eine neue Heimat gefunden haben, dann ist das auch das Verdienst solcher Brückenbauer wie Karl Lau. 2002 gründete er zusammen mit anderen Bewohnern einen Förderverein, dessen Ziel es war, eine baufällige Kirche wieder aufzubauen. Heute ist die Gedächtniskirche Rosow ein Ort der deutsch-polnischen Versöhnung und Zusammenarbeit. In Kooperation mit Vertretern aus Szczecin und der polnischen Gemeinde Stargard Szczeciński werden in einer Ausstellung anhand deutscher und polnischer Einzelschicksale historische Gemeinsamkeiten vermittelt. Bei Kultur- und Diskussionsveranstaltungen begegnen sich Menschen aus beiden Ländern.

Dr. Werner Martin gehört zu den Gründern der Brandenburgischen Sommerkonzerte. Der Berliner sorgte mit dafür, dass sie heute eine feste Größe in der Kulturlandlandschaft sind. Bis 2003 war er Vorsitzender des gleichnamigen Vereins. Noch heute arbeitet er im Kuratorium mit. Sein Anspruch ist es, einen Zusammenklang zwischen Musik auf höchstem künstlerischem Niveau und der Schönheit Brandenburgs, seiner Städte und Dörfer, Kirchen und Schlösser zu erreichen. Mehr als 25 Veranstaltungen werden jährlich im Rahmen dieses Festivals durchgeführt, ergänzt durch Führungen in Parks und Museen. Angebote wie weihnachtliche Sonderkonzerte, deren Erlös der Restaurierung von brandenburgischen Bauwerken zugutekommt, vervollständigen das Programm.

Henry Pottag aus Forst ist seit Jahren für suchtkranke Menschen ein Schutzengel. Er ist Mitglied des Vereins zur Suchtkrankenhilfe „Blaues Kreuz“ und unterstützt er in der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben die Arbeit mit alkoholgefährdeten Gefangenen. Neben der Betreuung im Einzelfall leitet er die wöchentliche Sitzung der Wohngruppe „Suchtfrei leben“ und bietet alle 14 Tage eine Bibelstunde für interessierte Gefangene an. Aufgrund seiner Lebenserfahrung, seiner Bereitschaft zur Unterstützung und der Fähigkeit Zuzuhören hat er sich überall Respekt erworben. Auch nach der Haftentlassung betreut er Betroffene und hilft ihnen, eine neue Lebens- und Existenzgrundlage, den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden.

Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer aus Kleinmachnow steht wie kein anderer für den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg. Als langjähriger Intendant machte er den Sender zu einer anerkannten Fernseh- und Hörfunkanstalt. Der ORB war für die Brandenburgerinnen und Brandenburger identitätsstiftend. Auch insgesamt erwarb sich Rosenbauer große Verdienste um die Medienlandschaft in der Hauptstadtregion. Er war einer der Gründer der Schule für elektronische Medien (EMS) in Potsdam und somit Wegbereiter für den Journalismus der Zukunft - war doch die EMS seinerzeit die erste Einrichtung in Deutschland, die Journalisten eine trimediale Ausbildung (Video, Audio, Online) anbieten konnte. Noch heute vertritt er als Mitglied des Medienrates der Medienanstalt Berlin-Brandenburg nachhaltig die Interessen Brandenburgs.

Bernd Siegert aus Horno ist ein Sinnbild für Heimatverbundenheit. Hohen Respekt erwarb er sich, als Horno wegen des Braunkohletagebaus bei Jänschwalde umgesiedelt werden musste und er in dieser schwierigen Zeit die Interessen der rund 350 Bürgerinnen und Bürger vertrat. Er setzte sich zuerst vehement für den Erhalt seiner sorbischen Heimatgemeinde ein, nach der Umsiedlung tat er alles, um die Dorfgemeinschaft auch am neuen Ort zusammenzuhalten. Wie wichtig er für seine Nachbarinnen und Nachbarn war und ist, zeigt sich daran, dass sie ihn auch im neuen Horno zum Ortsteil-Vorsteher bestimmten. Neben dieser Arbeit engagiert er sich in der Stiftung Horno.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
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