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Landesregierung gedenkt der Opfer der Pogromnacht

Platzeck und Markov unterstützen „Tage der Erinnerung“

veröffentlicht am 08.11.2011
Die Landesregierung hat heute der Opfer der Pogromnacht der Nationalsozialisten vom 9. November 1938 gedacht und gemahnt, die Erinnerung an die Judenverfolgung wach zu halten. Aus diesem Grund unterstützen Ministerpräsident Matthias Platzeck und der stellvertretende Ministerpräsident Helmuth Markov die „Tage der Erinnerung“, die in Frankfurt (Oder) anlässlich des Jahrestages stattfinden. Für die Veranstaltung stellen sie je 6000 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung. Vom 9. bis 30. November sind in der Oderstadt eine Ausstellung, Konzerte und „Jüdische Lerntage“ mit Schülerinnen und Schülern geplant. Beim Eröffnungskonzert vertritt Kulturstaatssekretär Martin Gorholt die Landesregierung.

Platzeck sagte: „Gedenken und Lernen sind unverzichtbar, wenn wir die Vergangenheit verstehen und dem Vergessen entgegentreten wollen. Im November wird überall in unserem Land an die Ereignisse von 1938 erinnert. In Frankfurt an der Oder haben die Veranstalter ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt, das seinesgleichen sucht. Kunst, Religion, Wissenschaft werden zu Brücken – zwischen den Menschen, über Zeiten und Kulturen hinweg. Brücken gehören schon immer zur Stadt an der Oder. Ich freue mich, dass mit den ‚Tagen der Erinnerung’ neue Brücken geschlagen werden.“

Markov sagte: „Im Jahr 1944 lebten nur noch 62 Juden in Frankfurt (Oder). Der Holocaust hatte nicht nur nahezu das ganze jüdische Leben in der Stadt vernichtet, auch Wissen und Traditionen gingen auf dramatische Weise verloren. Dass die Stadt heute wieder eine der größten jüdischen Gemeinden des Landes Brandenburg beherbergt, ist dem Engagement vieler zu verdanken. Die ´Tage der Erinnerung´ werden ihren Beitrag leisten, das jüdische Leben auch wieder im Bewusstsein der Frankfurterinnen und Frankfurter zu verankern.“

Initiiert wurden die „Tage der Erinnerung“ vom Intendanten des Brandenburgischen Staatsorchesters, Peter Sauerbaum. Das Programm wurde in Kooperation mit dem Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam und der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder) entwickelt. Dazu gehört die Ausstellung „Der Soldat Tolkatchev an den Toren zur Hölle“, die von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zur Verfügung gestellt wurde. Zu sehen sind Zeichnungen von Zinovii Tolkatchev, der 1945 als Soldat der Roten Armee bei der Befreiung der Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz dabei war. Beim Sonderkonzert zur Vernissage erklingt Dmitri Schostakowitschs 13. Sinfonie „Babij Jar“. Auf dem Programm steht ferner ein Lesekonzert „Musik und Überleben“, mit dem an das Schicksal jüdischer Künstler erinnert wird.

Das ganze Programm der „Tage der Erinnerung“ findet sich unter www.bsof.de.