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Wechsel im Ressort für Bildung, Jugend und Sport:

Britta Ernst löst Günter Baaske ab

veröffentlicht am 26.09.2017

In der Brandenburger Landesregierung gibt es einen Wechsel an der Spitze des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Die frühere Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Britta Ernst wird das Amt von Günter Baaske übernehmen, der heute seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen zum Donnerstag ankündigte. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke nach der Kabinettsitzung bekannt.

Ernst wird am Donnerstag von Woidke zur Nachfolgerin von Baaske ernannt und anschließend im Landtag vereidigt werden. Woidke dankte Baaske ausdrücklich für seinen „vielfältigen und starken Einsatz für das Land Brandenburg".  Er sei zugleich davon überzeugt, „dass mit Britta Ernst eine menschlich und fachlich ausgezeichnete Nachfolgerin gefunden wurde". Die 56-jährige gebürtige Hamburgerin war von 2014 bis 2017 Ministerin für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein. Von 1997 bis 2011 war sie Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Vor der Presse sagte Baaske: „Dieser Entschluss, den ich mit meiner Familie, engen Freunden  und Vertrauten beraten habe, ist mir sehr schwer gefallen. Aber es gibt im Leben entscheidende Weichenstellungen und vielleicht auch eine innere Stimme, auf die man hören sollte. Ich habe meine Arbeit als Minister und Fraktionschef immer sehr gerne gemacht und freue mich, wenn ich manches für mein Heimatland Brandenburg anstoßen und auch durchsetzen konnte. Egal ob Sozial- und Arbeitsmarkpolitik, Gesundheitsthemen oder Familie, Bildung, Jugend oder Sport: Mir ging es immer darum, etwas Konkretes für die Menschen zu erreichen. Das war oft harte Arbeit, aber es hat auch viel Freude gemacht. Ich danke von Herzen für die Zeit, die ich hier mitarbeiten durfte. Es waren gute Jahre."

Woidke zeigte Verständnis, aber auch großes Bedauern für Baaskes Rückzug aus der Landesregierung, der im Jahr 2002 erstmals zum Minister berufen wurde: „Mit Günter Baaske scheidet der dienstälteste Minister aus. Er war immer ein verlässlicher politischer Partner und Freund. Er hat sich große Verdienste um Brandenburg erworben. Seine klare Ansprache, seine große Emotionalität und herzliche Menschennähe sind sein Markenzeichen. Ich freue mich, dass er auch weiter politisch aktiv sein will - wenn auch vielleicht nicht an vorderster Front."

Woidke weiter: „Baaske war sieben Jahre ein sehr erfolgreicher Arbeits- und Sozialminister. In dieser Zeit ist die Arbeitslosigkeit in Brandenburg stark zurückgegangen, die Quote fiel von 19 auf 9 Prozent. Er hat sich seit 2002 intensiv und erfolgreich für einen Mindestlohn eingesetzt und schon frühzeitig das heutige Megathema Fachkräftesicherung in Angriff genommen. Günter Baaske hat das Netzwerk gesunde Kinder zu einem Erfolgsmodell geformt. Es ist ihm gelungen, in der Bildungspolitik und -struktur wichtige Entscheidungen durchzusetzen, die sich auch künftig sehr positiv auswirken werden. Dazu gehört ein breiter Korridor für weitere Lehrereinstellungen, aber auch die Stärkung des Übergangs von der Schule zum Beruf. In seiner Amtszeit wurde der Personalschlüssel in den Kitas verbessert."

Dietmar Woidke kennt und schätzt Britta Ernst seit dem Jahr 2009. Woidke: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Britta Ernst. Sie ist mit Herz und Seele Bildungspolitikern und kann parteiübergreifend Konsens schaffen. Auf der Bundesebene und in den Ländern ist sie sehr gut vernetzt. Sie ist pragmatisch und erdverbunden - und passt auch deshalb bestens zu Brandenburg. Wichtig ist, dass sie die Parlamentsarbeit von innen gut kennt. Das ist eine gute Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit dem Landtag."

Im Jahr 2010 hat sie aus der Opposition heraus den wichtigen Hamburger Schulfrieden ausgehandelt, der zu 1.000 zusätzlichen Lehrkräften führte. Woidke: „Britta Ernst ist gut mit den Bedingungen für Bildungspolitik in einem Flächenland vertraut. Sie hat in Schleswig-Holstein bei der Digitalisierung der Schulen Akzente gesetzt. Auch das ist sind wichtige Erfahrungen für die Arbeit in Brandenburg".

In einer ersten Stellungnahme sagte Britta Ernst: „Ich übernehme das Amt mit großer Freude, aber auch Demut vor der großen Aufgabe. Ich will die ausgezeichnete Arbeit von Günter Baaske in Kontinuität fortsetzen. Gute Bildung ist eine entscheidende Grundlage für eine starke und offene Gesellschaft. Eine gute Qualität der Schulen steht im Zentrum der Bildungspolitik. Hier ist Brandenburg gut aufgestellt. Durch das Programm „Gemeinsames Lernen" werden Kinder individuell besser unterstützt. Besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Übergang von der Schule zum Beruf; hier brauchen alle Schülerinnen und Schüler eine sichere Perspektive. Mit einer aktiven Jugendpolitik will ich dazu beitragen, dass junge Menschen Halt in der Gesellschaft finden und sich für sie engagieren. Und in Brandenburgs Sport freue ich mich über viele internationale Erfolge und will mich für eine Stärkung des Breitensports einsetzen."


Weitere Informationen: Lebenslauf Frau Britta Ernst (PDF)

Pressemitteilung als PDF (application/pdf 116.8 KB)