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Pressedienst

61. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen

23.04.2006 Schönbohm: „Wir werden das Geschehene nicht vergessen“

Auch an Opfer des sowjetischen Speziallagers erinnert

 
Nr. 068/2006

Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Jörg Schönbohm hat zum 61. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen an die Opfer von Nazi-Terror und kommunistischer Gewaltherrschaft erinnert. „Wir wollen, dass das Leiden und der Tod von Millionen Unschuldiger in unserem Bewusstsein einen festen Platz haben. Wir werden das Geschehene nicht vergessen“, sagte Schönbohm am (heutigen) Sonntag bei der Feierstunde auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. „Für uns Brandenburger sind mit diesem Ort auf immer ein Auftrag und ein Vermächtnis verbunden. Ich hoffe, Sie sind mit mir der Überzeugung, daß Ihr Erbe bei uns gut aufgehoben ist. Es ist das Erbe von rund 200.000 Häftlingen, die hier in den Jahren 1936 bis 1945 eingesperrt waren, zu zigtausenden gefoltert und getötet wurden. Ihr Andenken ist unsere Verpflichtung“, versicherte er den Überlebenden. In den Konzentrationslagern habe sich die „menschenverachtende, ja die widermenschliche Ideologie des Nationalsozialismus“ in all ihrer Konsequenz gezeigt. „Hier wurde klar, worum es wirklich ging: um Ausgrenzung, Folter und Mord an denjenigen, die nicht dazugehören sollten“, erinnerte Schönbohm. Er dankte den überlebenden KZ-Opfern zugleich dafür, dass sie „im Gespräch mit den folgenden Generationen die Erinnerung an den Schrecken von damals wach halten. Dies ist eine große, eigentlich muss ich zugeben, eine beinahe unvorstellbare Leistung, sich selbst immer wieder mit dem hier erlittenen Unrecht zu konfrontieren.“ Schönbohm erinnerte auch an die 60.000 Menschen, die zwischen 1945 und 1959 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen litten. „Es wäre unrecht, hier in Sachsenhausen nicht auch der Menschen zu gedenken, die nach 1945 hier eingesperrt waren, ebenso rechtlos wie die KZ-Opfer. Auch nach 1945 wurde hier weiter gefoltert und getötet, starben Menschen an den furchtbaren Verhältnissen“. An diese Opfer müsse „umso nachdrücklicher erinnert werden, da ihrer über 40 Jahre lang an diesem Ort überhaupt nicht gedacht wurde“. Kritisch setzte sich Schönbohm mit dem Begriff der ‚Vergangenheitsbewältigung’ auseinander. Dies sei „ein furchtbares Wort. Als könnten wir die Schrecken der Vergangenheit überhaupt ‚bewältigen’, wie man ein Problem löst oder einen Berg Arbeit wegschafft. Wir müssen unsere Vergangenheit annehmen und ertragen“, forderte er. Die Fälle fremdenfeindlicher Übergriffe in der Gegenwart zeigten allerdings, „daß wir noch immer viel Arbeit vor uns haben.“ Jeder einzelne dieser Fälle sei „eine Niederlage in unserem Bemühen um die richtigen Lehren aus unserer Geschichte“, hob Schönbohm hervor.

Verantwortlich:
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