www.stk.brandenburg.de

„Mahnung zum Einsatz für Freiheit und Demokratie“ - Liedtke und Woidke gedenken der Opfer von Mauer und SED-Diktatur

veröffentlicht am 13.08.2020

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke haben heute anlässlich des Mauerbaus vor 59 Jahren an die Opfer von deutscher Teilung und SED-Diktatur erinnert. Bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung legten sie Kränze am Gedenkstein in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) sowie am Gedenkkreuz in der Neuruppiner Straße in Berlin-Zehlendorf nieder.


Landtagspräsidentin Liedtke erinnerte an das Leid der Bevölkerung: „Menschen auf beiden Seiten der Grenze waren entsetzt, verzweifelt, sprachlos. Plötzlich waren sie getrennt - Familien, Freundschaften, Liebespaare. 56.000 Berliner, die im Osten wohnten und im Westteil der Stadt arbeiteten, verloren ihre Existenz, Träume und Hoffnungen wurden zerstört. Die DDR zeigte sich unverhüllt als das, was sie war - als Diktatur der SED und als ein Staat, der seine Bürger einsperrte und Fluchtversuche mit dem Tod bestrafte.


Die Erinnerung an die Menschen, die ihre Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlen mussten, und die Erinnerung an die überwältigende Erfahrung, die Mauer zu Fall zu bringen und Freiheit und Demokratie zu erkämpfen, bilden für uns heute ein machtvolles Zukunftspotential - gerade in einer Zeit, da wir noch immer oder immer wieder für Demokratie, Freiheit, Weltoffenheit und ein Europa ohne Grenzen eintreten müssen."


Ministerpräsident Woidke dankte dem Bürgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert, und der Zehlendorfer Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski für die Möglichkeit, heute in direkter Nachbarschaft in Brandenburg und Berlin des Mauerbaus und der Teilung zu gedenken. Woidke: „Dieses Gemeinsame ist das Entscheidende, das unsere Welt heute ausmachen soll. Das Wachhalten der Erinnerung an den Mauerbau und seine Folgen wird mit zunehmender zeitlicher Entfernung noch wichtiger. Mittlerweile gibt es viele Menschen, die die Mauer als Symbol der Angst nur noch aus dem Schulunterricht oder aus Erzählungen kennen. Das macht gerade an einem Tag wie heute noch einmal deutlich, dass die Aufarbeitung der Geschichte weiter notwendig ist. Das sind wir den Mauertoten schuldig. Das sind wir all denen schuldig, die gegen die Mauer, gegen das Eingesperrtsein im eigenen Land auf die Straßen und Plätze gegangen sind und ihren Freiheitswillen lautstark nach draußen getragen haben.


Mittlerweile ist die Mauer länger weg, als sie gestanden hat. In die Freude, die wir empfinden, weil wir diese Mauer überwunden haben, mischt sich unsere Trauer beim Gedenken an die Opfer, die an der Mauer gestorben sind. Ihr Andenken nicht zu vergessen, ihren Verlust gemeinsam mit den Hinterbliebenen zu betrauern und an sie zu erinnern, ist unser Auftrag heute und in Zukunft."

Pressemitteilung als PDF (application/pdf 394.6 KB)