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Stilles Gedenken an Noël Martin in Blankenfelde-Mahlow

veröffentlicht am 12.08.2020

Stilles Gedenken an Noël Martin in Blankenfelde-Mahlow


Noël Martin wird am Freitag (14. August) in seiner Heimatstadt Birmingham-Edgbaston beigesetzt. Parallel zu den Trauerfeierlichkeiten gedenkt Staatssekretär Benjamin Grimm für die Landesregierung in Blankenfelde-Mahlow des Verstorbenen und legt am Gedenkort ein Blumengebinde nieder. Der Brite Noël Martin war seit einem rassistischen Anschlag in der brandenburgischen Gemeinde vor 24 Jahren querschnittsgelähmt. Mitte Juli war er in Birmingham verstorben. An dem stillen Gedenken nehmen die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Dzikowski und die Geschäftsführerin der Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung, Elke Krüger, teil. Ministerpräsident Dietmar Woidke hat ein Kondolenzschreiben an die Angehörigen gesandt. Zur Trauerfeier in Birmingham sendet er einen Kranz.


Im Anschluss an eine Trauerfeier wird Noël Martin in seiner Heimatstadt Birmingham beigesetzt. Daran nehmen der Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Michael Schwuchow, und die Vorsitzende des Vereins „Bürger für Bürger", Vera Hellberg, teil. Der Verein organisiert vor dem Hintergrund des fremdenfeindlichen Überfalls Austausche zwischen Jugendlichen aus Blankenfelde-Mahlow und Birmingham. Bürgermeister Schwuchow hält eine Trauerrede und legt einen Kranz nieder.


Ministerpräsident Woidke hatte das Engagement von Noël Martin für Toleranz und Verständigung gewürdigt und betont: „Durch seinen unerschütterlichen Willen und seine klare Haltung, sich für ein gewaltfreies Miteinander einzusetzen, ist er für Viele zu einem Vorbild geworden. Sein Schicksal macht uns noch heute betroffen und ist Verpflichtung, diesen Kampf in seinem Sinne fortzusetzen."


Medienvertreter sind zur Berichterstattung über das stille Gedenken eingeladen:


Wann:  Freitag, 14. August 2020, 11.00 Uhr


Wo:      Glasower Damm 14, 15827 Blankenfelde-Mahlow


Noël Martin war am 16. Juni 1996 Opfer eines rassistischen Angriffs in Mahlow geworden. Seitdem war er vom Hals an gelähmt. Die beiden Täter, damals 17 und 24 Jahre alt, mussten für fünf und acht Jahre ins Gefängnis. Sie hatten einen Stein gezielt in Martins Auto geschleudert. Im Sommer 2001 kehrte Noël Martin nach Mahlow zurück, um eine Demonstration gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anzuführen. Damals regte er Begegnungen zwischen Jugendlichen aus der Region und Birmingham an. Aus diesem Austausch hat sich die Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung entwickelt, die seit 2008 unter der treuhänderischen Verwaltung der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam" den Jugendaustausch weiterführt.

Pressemitteilung als PDF (application/pdf 234.2 KB)