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„Akt politischer Selbstbefreiung“ - Woidke
erinnert an ersten „Runden Tisch“ vor 25 Jahren

veröffentlicht am 07.12.2014

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat im Jubiläumsjahr der friedlichen Revolution an die erste Sitzung des zentralen „Runden Tisches“ in der DDR vor 25 Jahren (7. Dezember) erinnert. Der Ministerpräsident erklärte in Potsdam:

„Zwischen den großen Jubiläen, dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung, gebührt der ersten Sitzung des zentralen Runden Tisches in Berlin ein fester Platz in unserer Erinnerungskultur. Über die offenen und mitunter hitzigen Debatten an diesem Möbelstück, das in jenen Tagen in aller Munde war, wurde die Selbstdemokratisierung der DDR entscheidend vorangetrieben. Es ging um nichts Geringeres als um politische Emanzipation und Selbstbefreiung. Und so gehörte zu den Beschlüssen dieser ersten historischen Sitzung die Ankündigung erstmals wirklich freier Wahlen zur Volkskammer.

Die Bewegung der Runden Tische war im ganzen Land präsent, viele standen in den Bezirken und in Kommunen. Für mich entscheidend ist rückblickend, dass nach der Wut und dem Protest, der sich auf den Demonstrationen landauf landab artikuliert hatte, nun Stück für Stück Antworten auf die Frage ´wie weiter?´ gesucht wurden. Das reichte von der Aufrechterhaltung der Wirtschaft über Versorgungsfragen bis hin zum ganz großen Thema der Verfasstheit des Staates DDR. Und so wurde auch über den Entwurf einer neuen Verfassung gestritten. So gehört dieser im besten Sinne des Wortes ´Bürgerdialog in eigener Sache´ für mich zu den wertvollsten Ergebnissen, die die Revolution hervorgebracht hat.

Es war ein Ausdruck von Reife und Zivilcourage, wie Bürgerinnen und Bürger der DDR damals ihren Gestaltungsspielraum nicht nur erkämpft, sondern vor allem auch genutzt haben. Sie haben damit für unser demokratisches Miteinander in Brandenburg und in ganz Ostdeutschland entscheidende Vorarbeit geleistet.“