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„Am Mute hängt der Erfolg“ – Land Brandenburg feiert 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution

veröffentlicht am 07.11.2014

Gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern haben der Landtag und die Landesregierung heute mit einer zentralen Festveranstaltung in Cottbus den 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution gefeiert. Vor mehreren hundert Gästen in der Oberkirche St. Nikolai würdigten Landtagspräsidentin Britta Stark und Ministerpräsident Dietmar Woidke in ihren Reden die herausragende Aufbauleistung der Brandenburgerinnen und Brandenburger in den vergangenen 25 Jahren. Der Mut unzähliger Menschen im Sommer und Herbst 1989 verpflichte dazu, nicht nur an die friedliche Überwindung der Diktatur zu erinnern, sondern nachfolgenden Generationen fortwährend den Wert von Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung zu vermitteln, betonten Stark und Woidke.

In ihrer Ansprache beschrieb Parlamentspräsidentin Stark die Wirkung der friedlichen Proteste als überwältigende Kraft, die mit der Grenzöffnung sensationell „in Tagen und Wochen unbändiger Freude“ gipfelte. Stark wörtlich: „Der Lust auf Freiheit und Demokratie sowie der Bereitschaft vieler Menschen, dafür zu kämpfen, verdanken wir, dass die Mauer fiel. Wir sollten mit Stolz auf unsere Errungenschaften der vergangenen Jahre und Jahrzehnte zurückblicken und dabei gegenüber jungen Menschen stets den Geist der Friedlichen Revolution wach halten.“ Ausdrücklich betonte Stark die friedensstiftende Rolle der Kirchen in der DDR und den besonderen Beitrag sowie die Unterstützung Polens beim Prozess der deutschen Einigung.

Ministerpräsident Woidke sagte: „„25 Jahre nach der Friedlichen Revolution von 1989 würdigen wir in diesem Jahr besonders den Freiheitskampf der Bürgerinnen und Bürger der DDR. Die wirtschaftlichen und politischen Umstände haben die Mauer zwar brüchiger gemacht. Aber überwunden wurde sie durch die Menschen hier. Ihr Freiheitsdrang, ihr Mut und ihr politisches Gespür haben den demokratischen Aufbruch eingeleitet. In Brandenburg lebt der Geist von 1989 fort: In unserem politischen Selbstverständnis und auch in unserer Erinnerungskultur, die wir als Landesregierung pflegen und fördern.

Wir dürfen die DDR nicht verklären und Unrecht nicht verschweigen. Allerdings darf Erinnern nicht bedeuten, die Vergangenheit nur in Schwarz und Weiß darzustellen. Viele Bürgerinnen und Bürger waren weder Widerstandskämpfer noch Fundamental-Sozialisten. Einige jedoch sind 1989 beherzt vorangegangen, wofür sie größten Respekt verdienen. Andere haben dadurch Mut geschöpft und sich angeschlossen. Wieder Andere begannen erst langsam, ihr Weltbild zu hinterfragen.“

Auf dem offiziellen Festakt des Landes sprachen auch die stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer, Maria Nooke, der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Nikolai, Christoph Polster, die Beauftragte des Landes für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Ulrike Poppe, und der DDR-Bürgerrechtler und Theologe Friedrich Schorlemmer. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom polnischen Orchester Filharmonia Zielonogórska.


Im Anschluss an die Veranstaltung in der Oberkirche fand der zweite Teil des Festes in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus statt. Nach einführenden Worten durch den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Cottbus, Reinhard Drogla, den Vorsitzenden des Menschenrechtszentrums Cottbus, Dieter Dombrowski, und der Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Sylvia Wähling, erlebten die Gäste ein anspruchsvolles Programm. Zeitzeugen, Schülerinnen und Schüler sowie andere Akteure riefen in Gesprächen, durch Musik, Tanz oder bei Lesungen das begangene Unrecht in der DDR und die Umbruchzeit des Herbstes 1989 in Erinnerung.

Bei der Feier überreichte Woidke das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland an Sylvia Wähling für deren unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte. So war sie mit federführend beim Aufbau von Gedenkstätte und Menschenrechtszentrum Cottbus. Woidke: „Frau Wähling leistet hier in Cottbus einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und Versöhnung. Sie weckt zugleich mit ihrem Engagement Verständnis und Hilfsbereitschaft für notleidende Menschen in anderen Teilen der Welt.“ Woidke versicherte, die Landesregierung bekenne sich zur Arbeit des Cottbuser Menschrechtszentrums.

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