www.stk.brandenburg.de

Woidke überreicht höchste Auszeichnung Brandenburgs

veröffentlicht am 04.09.2014

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat heute dem Paralympic-Ass Martina Willing und dem Aktivisten der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Czeslaw Fiedorowicz, den Verdienstorden des Landes ausgehändigt. Beide waren zur Auszeichnungsveranstaltung am Verfassungstag im Juni verhindert.  Bei der Zeremonie in Potsdam verlieh der Ministerpräsident zugleich die höchste Auszeichnung Brandenburgs  an den Ehrenpräsidenten der „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft“, Horst Schüler. Woidke sagte: „Die Geehrten sind mit ihrer Überzeugung, ihrer Leidenschaft und ihrem Mut zu Vorbildern und Vorreitern geworden. Sie alle haben auf ihre sehr persönliche Art Spuren hinterlassen, die auch für künftige Generationen sichtbar und wegweisend sind. Dafür gebührt ihnen der Respekt und der Dank der Landesregierung.“


Czeslaw Fiedorowicz aus Zielona Gora ist  Mitbegründer der Euroregion Spree-Neiße-Bober und seit über 20 Jahren deren Präsident. Er wirkt seit vielen Jahren im deutsch-polnischen Begleitausschuss für die EU-Programme zur Förderung der Grenzregion (INTERREG) mit, die Brandenburg mit der polnischen Woiwodschaft Lubuskie realisiert. Woidke betonte in seiner Laudatio: „Wie ein roter Faden zieht sich die deutsch-polnische Freundschaft durch das ehrenamtliche und berufliche Wirken von Czeslaw Fiedorowicz. Ihm ist es mit zu verdanken, dass zahlreiche INTERREG-Projekte von Erfolg gekrönt waren. Dabei liegt ihm insbesondere die Förderung der Jugend am Herzen. Auch in seiner Zeit als Bürgermeister von Gubin und als Abgeordneter des polnischen Parlaments Sejm hat er sich mit großer Leidenschaft für die grenzüberschreitende Verständigung eingesetzt.“


Horst Schüler hält als Zeitzeuge die notwendige Erinnerung an dunkle Kapitel in der Geschichte wach. Die gebürtige Babelsberger war in den 1950er Jahren von einem sowjetischen Militärtribunal wegen Widerstands gegen das System in der DDR zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Mehr als vier Jahre litt er als Zwangsarbeiter in der Strafregion Workuta. Für den heute 90-Jährigen war es immer ein wichtiges Anliegen, dass das Erlebte nicht in Vergessenheit gerät. So übernahm er den Vorsitz der „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft“, deren Ehrenpräsident er heute ist. Woidke betonte: „Horst Schüler hat sich nie unterkriegen lassen. Immer wieder ist er aufgestanden, um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Mit seinen Publikationen trug er zur Informations- und Bildungsarbeit bei. Gerade für nachfolgende Generationen ist das von großem Wert.“


Martina Willing ist als eine der erfolgreichsten Athletinnen der Welt im Behindertensport eine Botschafterin Brandenburgs. Die Athletin aus Brandenburg an der Havel errang zahlreiche Siege und Spitzenplatzierungen bei den Paralympischen Spielen sowie Welt- und den Europameisterschaften der Behinderten. In seiner Laudatio sagte Woidke: „Die größte Leistung von Martina Willing lässt sich nicht in Punkten und Medaillen messen. Es ist die Art und Weise, wie sie ihr Leben bewältigt. Sie hat dem Schicksal die Stirn geboten. Ihre unglaubliche Kraft und Ausdauer macht sie zum Vorbild für andere, sich nicht unterkriegen zu lassen und das Leben zu bejahen. Das Land Brandenburg ist stolz, eine solche Botschafterin in seinen Reihen zu wissen.“