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Premiere in Deutschland: HFF wird erste Filmuniversität

veröffentlicht am 23.06.2014

Die Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Konrad Wolf wird Universität. Mit einem offiziellen Festakt am 8. Juli 2014 wird sie im 60sten Jahr ihres Bestehens zur „Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF“. Mit der Umwandlung zur Filmuniversität soll die HFF ihre praxisnahe Ausbildung noch besser mit einer intensiven Forschungstätigkeit verknüpfen. Die Hochschule erschließt wissenschaftliche Felder, die für die Entwicklung des Film- und Medienbereichs national wie international von herausragender Bedeutung sind. Die Brandenburgische Wissenschaftslandschaft wird dadurch weiter gestärkt.

Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Das Land Brandenburg begibt sich auf Neuland und geht damit einen innovativen Schritt. Erstmals in der deutschen Hochschullandschaft soll eine Hochschule als Universität etabliert werden, die auf ein ganz bestimmtes künstlerisches Fachgebiet in Forschung und Lehre ausgerichtet ist. Ich bin mir sicher: Genau so mutig und zielstrebig wie die Hochschule den Weg zur Filmuniversität gegangen ist, werden von ihr auch künftig innovative Impulse an unsere Wirtschaft und den Medienstandort Berlin-Brandenburg ausgehen.“

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst: „An dieser Entwicklung lässt sich ablesen, wie Praxisorientierung und Wissenschaft sich ergänzen und gegenseitig bereichern. Die HFF beschreitet einen neuen Weg mit einem stärker ausgeprägten Forschungsprofil und mit interdisziplinären Studiengängen sowie durch verstärkte Kooperationen mit anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Mit dem Status als Universität werden die Rahmenbedingungen zur Mitwirkung an großen Forschungsvorhaben und zur Einwerbung von Drittmitteln verbessert. Die erste deutsche Filmuniversität wird - an der Wiege des deutschen Films - ihre großartige Tradition fortführen. Eine Tradition für die sie international hoch angesehen ist und die ihre Kernkompetenz ausmacht: Die hochqualifizierte, praxisnahe und vielseitige Ausbildung für den Film- und Fernsehbereich, die nun ergänzt wird um künstlerisch wissenschaftliche Forschung. Filme sind das Herz und die Seele der HFF.“

HFF-Präsidentin Prof. Dr. Susanne Stürmer: „Der Statuswechsel hin zur Universität bedeutet uns sehr viel, und wir arbeiten mit großem Enthusiasmus an der Umsetzung dieses qualitativen Sprungs. Nicht zuletzt durch die Digitalisierung sind bewegte Bilder omnipräsent und der Film in Veränderung in künstlerisch-kreativen Hinsicht, in Bezug auf die gesellschaftliche Relevanz, die technischen Rahmenbedingungen, die Rezeption, die wirtschaftlichen Parameter, die Verbreitung etc. Die Filmuniversität Babelsberg will als Lehr-, Kreations- und Forschungsstätte diesen Wandlungsprozess führend mitgestalten. Zu unseren definierten Forschungsprofilen gehört u.a. auch die Befassung mit Begriff und Inhalten der künstlerischen Forschung im Film und dem Erkenntnisgewinn jenseits der klassischen wissenschaftlichen Methoden mit den Mitteln der künstlerischen Darstellung. Die Filmuniversität Babelsberg wird die brandenburgische Hochschullandschaft in ihrer Pluralität und Interdisziplinarität bereichern.“

Bereits im Hochschulvertrag zwischen dem Wissenschaftsministerium und der HFF vom Dezember 2013 wurde „die Umwandlung und der Ausbau der HFF zur ersten Filmuniversität in Deutschland mit einer interdisziplinär orientierten künstlerischen, technologischen wie wissenschaftlichen Ausbildung und Forschung zum universellen Thema Film in seinen historischen, aktuellen und zukünftigen Dimensionen“ vereinbart. Damit ist – wie international bereits üblich – Filmausbildung, Filmforschung und Filmkunst auf universitärem Niveau erstmals auch hier möglich.

Die Umwandlung ist das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der vom Land flankiert worden ist: Wichtige Stationen dabei waren u.a.

- die Empfehlungen der Hochschulstrukturkommission des Landes 2012,
- die Landes-Hochschulentwicklungsplanung bis 2025 (März 2013) und
- der im Dezember (2013) abgeschlossenen Hochschulvertrag, der die individuellen Entwicklungsziele der HFF regelt. Darin ist die künftige Filmuniversität als „Ausbildungs-, Produktions-, Forschungs- und Experimentalstätte für Bewegtbildmedien auf allen Ebenen“ vorgesehen.

Die Universität soll künftig Forschung in allen Bereichen der Filmhochschule (technologisch, medienwissenschaftlich, künstlerisch) zum Schwerpunkt haben, neue interdisziplinäre Studiengänge anbieten, und die enge Kooperation mit anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vorantreiben. Das Land verleiht der Filmuniversität das Promotionsrecht im Studiengang Medienwissenschaft, das die HFF bisher nur in Kooperation mit einer Universität ausüben konnte. Hinzu kommen die profilierte Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und Kulturinstitutionen sowie die Stärkung des technologischen Forschungs- und Entwicklungspotenzials. Auf diese Weise werden Filmausbildung und -forschung nicht nur mitgestaltet, sondern die Universität wird noch mehr Impulsgeber für neue Entwicklungen in diesem Bereich. In den vergangenen Jahren wurden bereits wichtige Entwicklungen vorangebracht: Von wegweisender Bedeutung ist etwa die 2011 vollzogene Verbindung von HFF und Filmmuseum. Die zukünftige Filmuniversität ist mit rund 14 Millionen Euro im laufenden Jahr und jeweils etwas mehr als 14 Millionen in den Jahren 2015 bis 2018 sehr auskömmlich und verlässlich finanziert.