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Chef der Staatskanzlei würdigt „Netzwerk Pflege und Beruf“ – Initiative der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft ist „Blaupause für andere Regionen“

veröffentlicht am 02.09.2012

Das INNOPUNKT-Projekt „Netzwerk Pflege und Beruf“ der Niederlausitzer
Kreishandwerkerschaft ist das Demografie-Beispiel des Monats September.
Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Albrecht Gerber, überreichte die
Auszeichnung heute in Lübbenau im Rahmen des BRANDENBURG-TAGES.
Durch die Initiative werden kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützt,
personelle Ausfälle und andere Belastungen zu reduzieren, die durch
die Pflege von Angehörigen entstehen.

Gerber bezeichnete das Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ als hochaktuell. „Angesichts der demografischen Entwicklung wird es weiter an Brisanz gewinnen. Die Niederlausitzer haben auch aufgrund der konkreten Betroffenheit bei Firmen in der Region frühzeitig erkannt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen fehlen häufig Zeit und Mittel, um allein Lösungen zu finden. Das ‚Netzwerk Pflege und Beruf’ ist da ein guter Ansatz.
Ideen und Kräfte werden gebündelt. Das zahlt sich für die Betriebe aus, die
wettbewerbsfähig bleiben. Zugleich sind die Unterstützungsangebote für Beschäftigte,die Pflegebedürftige zu Hause betreuen, eine Entlastung. Ich bin überzeugt, dass das Konzept des Netzwerkes auch für andere Regionen und Branchen als Blaupause dienen kann.“

Ellen Lösche, Geschäftsführerin der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft, sagte: “Durch die Arbeit im ‚Netzwerk Pflege und Beruf’ haben wir viele konkrete
Rückmeldungen aus unseren Handwerksbetrieben. Neben sozialen Fragen sind
es vor allem auch betriebswirtschaftliche Probleme, mit denen die Betriebe bei
Pflegeverantwortung konfrontiert sind. Für uns ist es wichtig, das Handwerk bei
den bestehenden Herausforderungen des demografischen Wandels konkret zu
unterstützen. Das Innopunkt-Projekt bot dazu eine gute Möglichkeit.“

Die Niederlausitzer halten für ihre Innungsmitglieder ein Paket von Angeboten
parat. So werden die Handwerker und mitarbeitende Ehefrauen über relevante
Regelwerke wie das Familienpflegezeitgesetz und Instrumente der Vorsorge informiert sowie wichtige Akteure wie Pflegestützpunkte und deren Leistungen vorgestellt.
Es entsteht ein Notfallordner als Handlungshilfe. Dieser enthält unter anderem Hinweise zu gesetzlichen Regelungen, wichtige Kontaktadressen und Hinweise
auf die im Rahmen des Projektes entstehenden Unterstützungsangebote.
Mittels eines „Springerpools“ soll künftig bei pflegebedingten Personalausfällen
rasch eine Vertretung gefunden werden. Eine einheitliche Softwarelösung kann
den „Springern“ ein schnelles Einarbeiten ermöglichen. Ein Handwerkerpool als
langfristiges Arbeitsgremium für das Thema Pflege und Beruf bei der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft wurde bereits gegründet.

Das „Netzwerk Pflege und Beruf“ ist ein Projekt der INNOPUNKT-Initiative des
Brandenburger Arbeits- und Sozialministeriums. Kooperationspartner sind die
TÜV Rheinland Akademie GmbH und der Gerontopsychiatrisch-Geriatrische Verbund
Oberspreewald-Lausitz. Bis zum Jahr 2030 wird sich in Brandenburg die
Zahl älterer Pflegebedürftiger von derzeit rund 85.000 um rund 70 Prozent erhöhen. Damit wird auch die Zahl der Menschen, die neben ihrem Beruf zu Hause
Angehörige pflegen, stark zunehmen.

Das Projekt „Netzwerk Pflege und Beruf“ ist ein weiteres Beispiel auf dem „Marktplatz
der Möglichkeiten“, mit dem die Staatskanzlei innovative, nachahmenswerte
Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die
jeweiligen Demografie-Beispiele des Monats werden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten“ unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.

Kontakt für das Demografie-Beispiel September: Dörte Janitz, Tel.: 03531/718784,
E-Mail: projekte@finsterwalde-khw.de
Alle Infos: www.demografie.brandenburg.de
Hinweise und Anregungen an: demografie@stk.brandenburg.de