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Verwaltung auf Rädern – Gerber zeichnet Mobilen Bürgerservice Wittstock als „Demografie-Beispiel“ des Monats Juli aus

veröffentlicht am 31.07.2012

Der Mobile Bürgerservice Wittstock ist das Demografie-Beispiel des Monats Juli. Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Albrecht Gerber, überbrachte heute in der Stadt an der Dosse die Auszeichnung. Wittstock bietet als erste Kommune in Brandenburg einen solchen Service an, der gemeinsam vom Innenministerium, dem Städte- und Gemeindebund, dem Brandenburgischen IT-Dienstleister (ZIT-BB) und der Stadt entwickelt wurde. Das „rollende Büro“ – ein umgebautes Feuerwehrfahrzeug – fährt seit Anfang Juli im Regelbetrieb die teilweise weit entfernt liegenden 18 Orts- und 7 Gemeindeteile der Stadt an, um Dienstleistungen der Verwaltung vor Ort anzubieten.

Gerber betonte: „Dieses Pilotprojekt ist im wahrsten Sinne des Wortes bürgernah. Die Initiatoren des Projektes haben Flexibilität bewiesen und gezeigt, wie die Verwaltung auch künftig in der Fläche präsent sein kann. Das ist wichtig angesichts der Herausforderungen, vor die uns der demografische Wandel gerade im ländlichen Raum stellt. Ich bin mir sicher, dass der Mobile Bürgerservice auch in anderen Regionen unseres Landes Schule macht und sich das Angebot an Dienstleistungen für Bürger sogar noch vergrößern lässt. Wie groß das Interesse an dieser Initiative ist, lässt sich an dem breiten Medienecho ablesen. Genau das ist der Ansatz der Landesregierung, nachahmenswerte Beispiele auch überregional in den Focus zu stellen.“

Derzeit können die Wittstockerinnen und Wittstocker in dem mobilen Büro ihren Wohnsitz an- und ummelden, neue Personalausweise und Reisepässe beantragen und dort auch abholen. Dafür wurde das Fahrzeug mit moderner Technik wie Laptop und Drucker, aber auch Fingerprintscanner, Unterschriftenpanel und Änderungsterminal der Bundesdruckerei ausgestattet. Die ungewöhnliche Amtsstube dient zudem als Fundbüro und zentrale Auskunftsstelle der Stadtverwaltung, zu der eine schnelle Datenverbindung steht. Bei den Touren ist auch immer ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes dabei. Die mobile Technik ermöglicht es, Aufgaben aus diesem Bereich vor Ort zeitnah und abschließend zu bearbeiten oder komplexe Themen, die in den Aufgabenbereich anderer Behörden fallen, für die Weiterbearbeitung umfassend zu dokumentieren.
Mittlerweile gibt es neue Pläne für eine Erweiterung der Serviceangebote. So beabsichtigt der Landkreis, Dienstleistungen zu integrieren, die sich rund um Auto und Führerschein drehen. Das Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) hat Ideen für eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kommunen bei Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen entwickelt.

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, sagte: “Ich halte den Mobilen Bürgerservice für eine sehr gelungene Sache und möchte den Wittstockern hierzu gratulieren. Gerade in einem Flächenlandkreis wie Ostprignitz-Ruppin ist die Idee, Verwaltungsdienstleistungen flexibel auch vor Ort anbieten zu können, sehr zu begrüßen. Derzeit bereiten Stadt- und Landkreisverwaltung einen erweiterten Service vor, der es dem Bürger zukünftig ermöglichen soll, Adressänderungen in Fahrzeugpapieren und Fahrzeugstilllegungen auch in Wittstock und seinen Ortsteilen zu erledigen, ohne dass die zentrale Zulassungsstelle aufgesucht werden muss.“

Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann sagte: „Agieren statt reagieren - und damit auf die Zukunft vorbereitet sein – das ist mit diesem Projekt verbunden. Die Möglichkeiten, die dieses Pilotprojekt bietet, sind bemerkenswert. Der ‚Mobile Bürgerservice’ ist nicht nur eine Dienstleistung,  die den Bürgern viele Aufwendungen erspart, er setzt insbesondere die Verwaltungsarbeit in ein ganz anderes Licht. Der Begriff ‚Bürgernähe’ wird hier besonders wirksam umgesetzt. Die Verwaltung geht zum Bürger und hat somit auch bewiesen, dass sie Anregungen der Bürgerschaft aufnimmt und umsetzt. Wir werden Erfahrungen sammeln, und die Verwaltung wird dann entsprechende Lösungsansätze erarbeiten. Die bisherigen Ergebnisse machen Mut auf mehr.“

LASV-Präsidentin Liane Klocek sagte: „Aufgrund der demografischen Entwicklung sind Ortsnähe sowie eine erhöhte Flexibilität der Behörden zunehmend gefragt. Die Wittstocker haben dies erkannt. Es wäre einfach toll, wenn wir das Serviceangebot auch zur Einleitung von Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht nutzen könnten.“

Der Mobile Bürgerservice Wittstock ist ein weiteres Projekt auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“, mit dem die Staatskanzlei innovative, beispielgebende Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die jeweiligen Demografie-Beispiele des Monats werden im Rahmen des Internetauftritts „Marktplatz der Möglichkeiten“ unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.

Kontakt für das Demografie-Beispiel Juli: Holger Schönberg, Tel. 03394/429320,

E-Mail:  h.schoenberg@stadt-wittstock.de

Alle Infos: www.demografie.brandenburg.de

Hinweise und Anregungen an: demografie@stk.brandenburg.de