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Platzeck erinnert in Hohenwutzen an „15 Jahre Oderflut“

veröffentlicht am 16.06.2012

Ganz im Zeichen der Erinnerung an die dramatischen Tage des Oderhochwassers im Sommer 1997 stand heute eine Dreifachfeier mit Ministerpräsident Matthias Platzeck in Hohenwutzen. In der Oderbruch-Gemeinde wurde nicht nur der überstandenen Oderflut vor 15 Jahren gedacht, sondern auch ´100 Jahre Freiwillige Feuerwehr´ und das 675. Ortsjubiläum begangen.

Platzeck erinnerte an die dramatischen Tage vom Juli und August 1997, als die Menschen um ihr Hab und Gut bangten. Platzeck: „Ganz Brandenburg, ganz Deutschland schaute auf das, was hier am Deich geschah. Trotz großer Gefahren gelang, was später in den Zeitungen ´Wunder von Hohenwutzen´ genannt wurde“, so der Ministerpräsident. Und dennoch – so Platzeck – „waren es die Menschen, die sich ihrem vermeintlichen Schicksal widersetzten. Menschen, die selbstbestimmt ihr Leben in die Hand nahmen und selbstlos für andere eintraten.“ Das verbinde und mache Mut, „dass wir als Gemeinschaft dazu imstande sind, Gefahren abzuwenden, auch schwierige Situationen zu durchleben“.

Diese Stärke der Gemeinschaft habe auch die 675-jährige Geschichte des Ortes geprägt. Ein Symbol dafür sei die Freiwillige Feuerwehr, die sich in den 100 Jahren ihres Bestehens als Anlaufpunkt und Ort des Miteinanders entwickelt habe. Der Ministerpräsident sicherte den Hohenwutzenern zu, dass das Land auch in Zukunft an der Seite der Oderbruchgemeinde stehe. „Gegen die Hochwassergefahr haben Bund und Land alle erdenklichen Maßnahmen getroffen, um sie soweit wie möglich einzudämmen“, sagte Platzeck.

Nach Angaben des zuständigen brandenburgischen Umweltministeriums hat das Land seit 1997 von den 184 Kilometern Deichlinie an der Oder 145 Kilometer saniert. Das Investitionsvolumen betrug rund 240 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2020 soll das Programm abgeschlossen sein. Zugleich muss den Flüssen mehr Raum gegeben werden. Die Polder im Nationalpark Unteres Odertal haben sich im Hochwasserfall bereits bewährt. Der geplante Flutungspolder in der Neuzeller Niederung könnte im Katastrophenfall eine spürbare Entlastung für den Städteraum Frankfurt und Slubice bringen.