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Kabinett: Neuer Studiengang für Inklusionspädagogik an Uni Potsdam

veröffentlicht am 03.04.2012

Das Kabinett hat heute die Weichen für inklusive Schulen und die dafür erforderliche Neuausrichtung der Lehrerausbildung gestellt. An der Universität Potsdam soll danach zum Wintersemester 2013/2014 der Studiengang Lehramt für die Primarstufe mit inklusionspädagogischer Schwerpunktbildung eingeführt werden. Vorgesehen sind 60 Bachelor- und 50 Master-Studienplätze pro Jahr. Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sagte: „Der neue Studiengang leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der erforderlichen Lehrerinnen und Lehrer im Primarstufenbereich. Mit ihren Kompetenzen können dann auch Beeinträchtigungen und Förderbedarfe früher erkannt werden."

Kunst weiter: „Mit dem Beschluss setzen wir die Koalitionsvereinbarung um, die die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf in das allgemeine Bildungssystem zum Ziel hat. Damit soll das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen in der allgemeinen Schule gewährleistet werden. Gruppen, in denen Vielfalt anerkannt und geschätzt wird, bieten Chancen für alle Kinder, ihre individuellen Kompetenzen weiterzuentwickeln.“

Mit dem Beschluss folgt Brandenburg der europäischen Entwicklung und geht schrittweise vom Prinzip der Integration zum Prinzip der Inklusion über. Dies entspricht den Forderungen des Europäischen Kongresses von Menschen mit Behinderung - der Deklaration von Madrid - aus dem Jahr 2002, nach der Schulstrukturen verstärkt einen inklusiven Charakter haben sollen.

Inklusion bedeutet, dass behinderte Kinder gemeinsam mit anderen Kindern allgemeine Schulen besuchen, die die Heterogenität ihrer Schüler schätzen und für den Unterricht nutzen. Insofern geht Inklusion über die Integration, bei der behinderte Kinder mit sonderpädagogischer Unterstützung Regelschulen besuchen können, hinaus.