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Otto Braun - Gestalter des demokratischen Preußen

veröffentlicht am 27.01.2012

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hat Otto Braun, den langjährigen Regierungschef des Freistaates Preußen in der Zeit der Weimarer Republik, als großen und aufrechten Demokraten gewürdigt. Der Sozialdemokrat Braun, vor 140 Jahren in Königsberg geboren, habe als preußischer Ministerpräsident mit seiner Autorität für den Aufbau und die Selbstbehauptung der Demokratie in schwierigen Zeiten gestanden, erklärte Platzeck in Potsdam anlässlich des Geburtstags von Braun am (morgigen) Samstag, 28. Januar.

Platzeck wörtlich: „Otto Braun hat in den Jahren der ersten republikanischen Demokratie in Deutschland zwischen 1920 und 1932 für stabile rechtsstaatliche Verhältnisse im Freistaat Preußen gesorgt. Als Ministerpräsident des größten Teilstaates der Weimarer Republik übte er sein Amt geradlinig aus.

Preußen galt unter der Führung von Otto Braun zu recht als „Bollwerk der Demokratie“ in Deutschland. In seiner Regierungszeit sorgte Braun dafür, überzeugte Demokraten in Verwaltung und Polizei zu bringen. Er reformierte das Schulwesen und trieb eine Bodenreform voran. Gerade bei den ostelbischen Großagrariern machte er sich wegen seines Eintretens für die Landarbeiter viele Feinde. Gegen den aufkommenden Nationalsozialismus verfolgte die Regierung Braun einen offensiven Kurs. Von der antidemokratischen Reichsregierung Papen mit dem so genannten „Preußenschlag“ im Sommer 1932 – vor fast genau 80 Jahren also - per Staatsstreich aus dem Amt gedrängt, blieb Otto Braun nach Hitlers Machtübernahme nur noch der Weg ins Schweizer Exil.

Der Satz ‚Zukunft braucht Herkunft‘ muss für Brandenburg mit Blick auf die gesamte Geschichte unserer Region gelten. Otto Braun, von seinem Biografen als „Gestalter des demokratischen Preußen“ bezeichnet, gehört unbedingt dazu. Er steht für die zu Unrecht oft vernachlässigte Periode der Demokratie in Preußen, mit der wir uns im modernen Brandenburg intensiver auseinandersetzen werden. Beim Rückblick auf das Preußen jener Zeit muss es gerade auch darum gehen, die Gefährdungen der damaligen Demokratie besser zu verstehen, um unsere gegenwärtige umso effektiver stärken zu können.