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Konzept „Brandenburg-Glasfaser 2020“ verabschiedet

veröffentlicht am 17.01.2012

Das Kabinett hat heute der Vorlage von Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers zum Breitbandausbau im Land Brandenburg zugestimmt. Ziel des „Entwicklungskonzepts Brandenburg – Glasfaser 2020“ ist es, die Versorgung Brandenburg mit schnellem Internet zügig zu verbessern. Christoffers sagte in Potsdam: „Kern des neuen Konzepts ist der Aufbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes mit Hilfe der bestehenden Energie-Infrastruktur. Je effizienter die Trassen, in denen beispielsweise Gasleitungen gemeinsam mit Glasfaserkabeln verlegt worden sind, genutzt werden, umso schneller kann die Anbindung dünn besiedelter Räume an das Breitbandinternet erfolgen. Hier hat Brandenburg gute Voraussetzungen. Das Land verfügt über ein umfangreiches Infrastrukturnetz im Energiesektor mit einer parallelen Glasfaserinfrastruktur, die als Rückgrat für den geplanten Ausbau dienen kann“.

Christoffers verwies auf die Merkmale, über die dieses Infrastrukturnetz bereits verfügt. Schon jetzt gebe es im Land mehr als 9500 Kilometer Leitungsnetze, deren Betreiber sich bereit erklärt hätten, die Leitungen für den Ausbau der Breitbandstrukturen zu öffnen, so der Minister. „Damit leben nahezu alle Brandenburgerinnen und Brandenburger in einem Einzugsgebiet, das eine Glasfaseranbindung möglich macht. Deshalb ist Brandenburg auch das einzige Land, das die Chance hat, durch die optimale Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur in Verbindung mit unserem intelligenten ´Entwicklungskonzept Brandenburg - Glasfaser 2020’ eine nahezu flächendeckende Versorgung zu erreichen“, so der Minister.

86 Prozent aller Ortsteile liegen in einem Korridor von nur fünf Kilometern zu einer dieser Trassen, die bereits mit einer Glasfaserleitung ausgestattet sind. Allein in diesen Ortsteilen leben 94 Prozent (2.364.848) der Einwohner Brandenburgs. Im Rahmen des Konzeptes soll der Anschluss von Orten unterstützt werden, in denen kein Marktinteresse erkennbar ist oder deren bisherige Versorgung unter sechs Mbit/s im Download liegt. Orte, die über sechs Mbit/s im Download verfügen, werden nicht unterstützt. Gefördert werden soll die Verlegung von Leerrohren, die die Verbindung zwischen den in Frage kommenden Orten und einer Glasfaserleitung herstellen. Das kommt beispielsweise bei den Rohren infrage, die mit der neuen OPAL-Gas-Pipeline verlegt worden sind.

Funkgebundene Lösungen können als ergänzende Technologie für Gebiete einen Sinn ergeben, auch wenn deren Bandbreite keine 6 bis 50 Mbit/s leisten können. LTE (Long Term Evolution) ist zurzeit in der Lage, in einem Radius von circa vier Kilometern eine Versorgung von bis zu vier Mbit/s zu gewährleisten.

Es gab bereits vermehrt Anfragen von verschiedenen Breitbandanbietern zum Konzept „Brandenburg - Glasfaser 2020“ und seiner Umsetzung. Das zeigt, dass auch bei den Breitbandunternehmen Interesse besteht, sich an der Versorgung der brandenburgischen Regionen mit Breitband zu beteiligen. Zur Umsetzung des Konzeptes wird vom Ministerium als nächster Schritt ein Markterkundungsverfahren eingeleitet.

Die Kosten für einen nahezu flächendeckenden Ausbau auf Glasfaserbasis werden bis 2020 auf rund 150 Millionen Euro geschätzt, wovon das Land 100 Millionen Euro bereitstellt. Die Finanzierung eines ersten Projekts soll im Rahmen der bestehenden Haushaltsansätze über EU-Strukturfondsmittel erfolgen. Die Finanzierung der Gesamtkonzeption muss im Rahmen der Entscheidungen zur EU-Förderperiode 2014 bis 2020 getroffen werden.

In den großen Städten und hauptstadtnahen Ballungsgebieten hat der Aufbau einer leistungsstarken Internetversorgung bisher erfolgreich stattgefunden. Mehr als 90 Prozent der Haushalte sind in Brandenburg mit einer Leistung von bis zu zwei Mbit/s versorgt. Das ist jedoch, gerade für Unternehmen und Gewerbetreibende, noch unzureichend. Genau hier setzt Konzept an. Der Schwerpunkt liegt auf der Schaffung einer flächendeckenden und zukunftssicheren Breitbanderschließung aller Haushalte mit bis zu 50 Mbit/s bis 2020. Mit dieser Zielstellung werden auch die Vorgaben von EU und Bundesregierung umgesetzt.