Hinweis: brandenburg.de hat seine Internet-Seiten auf barrierefreien Zugriff optimiert und verwendet deshalb standardisiertes CSS (Stylesheets). Sollte Ihr Browser dieses nicht korrekt anzeigen, unterstützt er nicht die üblichen Webstandards. Weitere Informationen finden Sie hier.

Pressedienst

Katastrophenschutz

23.10.2009 EU unterstützt gemeinsames grenzüberschreitendes Projekt zum Bevölkerungsschutz

Schönbohm: Brandenburg wird zunehmend zur Adresse für Sicherheitsforschung

 
Nr. 174/2009

Das Innenministerium wird mit finanzieller Unterstützung der EU eine Informations- und Kommunikations-Plattform im Internet zum Schutz kritischer Infrastrukturen entwickeln. Die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission erteilte jetzt einem grenzüberschreitenden Entwicklungsprojekt für den Aufbau eines Online-Portals zum Schutz kritischer Infrastrukturen den Zuschlag. Das Vorhaben wird voraussichtlich im Januar nächsten Jahres starten und unter Führung des Innenministeriums gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam sowie der Kommandantur der Feuerwehr der Woiwodschaft Westpommern verwirklicht werden. Die Kosten von 310.000 Euro werden zu 75 Prozent von der EU kofinanziert.

Innenminister Jörg Schönbohm: „Brandenburg wird in Brüssel zunehmend zu einer Adresse für Sicherheitsforschung. Dass Brandenburg und Polen gemeinsam mit Partnern aus der Wissenschaft innerhalb von 18 Monaten ein weiteres grenzüberschreitendes Gemeinschaftsprojekt der EU im Bereich der Sicherheit starten können, unterstreicht die hohe Kompetenz aller Beteiligten. Es bedeutet zugleich eine große Anerkennung der grenzüberschreitenden Leistungen."

Schönbohm unterstrich die hohe Bedeutung eines verbesserten Schutzes der lebenswichtigen Infrastrukturen. „Unsere modernen Gesellschaften sind zunehmend abhängig von hoch technisierten und komplex vernetzten Infrastruktureinrichtungen. Das reibungslose Funktionieren dieser kritischen Infrastrukturen ist deshalb unverzichtbar und lebensnotwendig. Angesichts zunehmender komplexer Gefahrenlagen wie Terrorismus, kriminelles Verhalten, Unwetterlagen und Unglücksfälle müssen wir verstärkt neue Konzepte zu ihrem Schutz entwickeln", sagte der Minister.

Das geplante neue Online-Portal soll unter anderem einen Internet basierten virtuellen Round Table beinhalten. Er soll das institutionalisierte Zusammenwirken sowie den regionalen und grenzüberschreitenden Wissenstransfer von Verwaltungen und Betreibern kritischer Infrastrukturen im Hinblick auf die lokalen Bedürfnisse der Bevölkerungsversorgung in grenzüberschreitenden Räumen verbessern. Ferner ist ein virtueller Marktplatz zur Kanalisierung von Forschungsprojekten und Rekrutierung von Forschungspartnern für europäische und nationale Forschungsprogramme zum Schutz der Infrastruktur vorgesehen.

Die Inhalte des neuen Vorhabens knüpfen an die Inhalte eines bereits laufenden EU-Projekts aus dem EUKRITIS-Programm an. Dabei werden eine spezifische Methode zur Analyse der Wandlungsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen entwickelt und ein auf alle diese Infrastrukturen anwendbares Vorgehensmodell für die integrierte Folgenabschätzung von Katastrophen sowie für die Erstellung von Schutzkonzepten für Unternehmen erarbeitet und anschließend praktisch erprobt. Die Ergebnisse der theoretischen Überlegungen sollen demnächst in einem Workshop erörtert werden.

An dieser Untersuchung unter Führung der Projektgruppe KRITIS (KRITische InfraStrukturen) des Innenministeriums sind die staatliche Feuerwehr der Woiwodschaft Westpommern, die BASF Schwarzheide GmbH und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam sowie in einer Anwendungsphase der Landkreis Oberspreewald-Lausitz beteiligt. Das Vorhaben wird durch die Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit mit Mitteln des EU-Projektes ‚Wandlungsfähige Schutzstrukturen und Folgenabschätzung zur Prävention, Abwehr und Folgenbewältigung bei Katastrophen' kofinanziert.

Verantwortlich:
Geert Piorkowski, Pressesprecher
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666