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Pressedienst

Deutsch-Polnische Beziehungen

05.11.2008 Schönbohm: Offene Grenze lässt Deutsche und Polen enger zusammenrücken

Kein Sicherheitsrisiko durch Grenzöffnung – Minister für mehr Schüleraustausch

 
Nr. 191/2008

Innenminister Jörg Schönbohm wirbt für ein noch besseres und engeres Miteinander von Deutschen und Polen. Der endgültige Wegfall der Grenzkontrollen Ende vergangenen Jahres sei ein „historisches Glück für Europa" und markiere zugleich den Beginn eines neuen Kapitels der Beziehungen zum Nachbarland, sagte Schönbohm bei einer Veranstaltung am heutigen Abend in Fürstenwalde.

„Das Ende der Kontrollen ermöglicht es uns, unseren östlichen Nachbarn noch näher zu kommen und voneinander zu lernen. Die Grenzöffnung ist ein Gewinn für uns alle - für die Polen und für uns Brandenburger."

Die von manchen geäußerten Befürchtungen, die neue Freizügigkeit werde ein Sicherheitsrisiko für Deutschland darstellen, hätten sich als falsch erwiesen, erläuterte Schönbohm. Insgesamt ging die Zahl der angezeigten Straftaten im ersten Halbjahr um fast 1.400 auf 9.724 Delikte zurück. „Das beweist: Die Grenzöffnung bedeutet nicht weniger, sondern mehr Sicherheit", betonte der Innenminister.

Nur in wenigen Deliktfeldern wie Kfz-Diebstahl oder Diebstahl aus Garagen und Gartenkolonien wurden etwas mehr Straftaten registriert. Die bisherigen Erkenntnisse einer speziell eingerichteten Ermittlungsgruppe ergeben jedoch, dass dahinter nicht professionell organisierte Tätergruppen standen. Die meisten Fahrzeuge wurden nach den Worten Schönbohms wiedergefunden - viele davon in den alten Bundesländern. Der Minister wies in diesem Zusammenhang auch auf die erfolgreiche Arbeit des ‚Gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Zoll- und Polizeizusammenarbeit' in Swiecko und die enge unmittelbare Kooperation brandenburgischer und polnische Polizeidienststellen im Grenzraum hin.

Der Innenminister erinnerte aber auch an die dunklen Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungen. „Niemand kann das, was passiert ist, ungeschehen machen. Aber wir können aus der Geschichte lernen und gemeinsam daran arbeiten, dass die Erinnerung uns nicht mehr trennt, sondern verbindet", mahnte er. Schönbohm unterstützte die Initiative zur Erstellung eines deutsch-polnischen Schulbuches. Dieses könne bei der gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte und dem Abbau von Vorurteilen helfen. „Es bietet die Möglichkeit, das Verbindende zwischen beiden Völkern stark zu machen, ohne dabei über die leidvollen Erfahrungen schweigen zu müssen", sagte Schönbohm. Vorbild dafür könne das deutsch-französische Schulbuch sein, mit dem deutsche Oberstufenschüler seit Herbst vergangenen Jahres lernen können.

Schönbohm sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Polnisch-Unterricht an brandenburgischen Schulen und einen Ausbau des deutsch-polnischen Schüleraustausches aus. „Solche Schüleraustausche erweitern nicht nur den eigenen Horizont und sind eine gute Zusatzqualifikation bei der Berufssuche. Sie fördern ebenso die Bereitschaft zu Offenheit und Verständigung, zu Versöhnung und Partnerschaft."

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
Ministerium des Innern
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14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666