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Pressedienst

Katastrophenschutz

26.09.2008 Hohnen: Sicherung wichtiger Infrastrukturen muss verstärkt untersucht werden

EU-Mittel für grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zum Katastrophenschutz

 
Nr. 171/2008

Unter Führung des Innenministeriums ist heute ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zur Prävention und Bewältigung von Großschadenslagen gestartet worden. Daran beteiligt sind neben der Projektgruppe KRITIS (KRITische InfraStrukturen) des Innenministeriums, die staatliche Feuerwehr der Wojewodschaft Westpommern des Landkreises Mysliborz, die BASF Schwarzheide GmbH und der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam sowie in einer Anwendungsphase der Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Das Vorhaben wird aus Mitteln des EU-Projektes ‚Wandlungsfähige Schutzstrukturen und Folgenabschätzung zur Prävention, Abwehr und Folgenbewältigung bei Katastrophen' (EUKRITIS) kofinanziert.

Die Durchdringung sämtlicher Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens mit hoch technisierten und komplex vernetzten Infrastruktureinrichtungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Diese Infrastrukturen sind für ein reibungsloses Funktionieren unserer modernen Gesellschaften unverzichtbar und lebensnotwendig. Beeinträchtigungen oder Ausfall sind mit erheblichen Auswirkungen auf die Bevölkerung verbunden. Angesichts zunehmender komplexer Gefahrenlagen wie Terrorismus, kriminelles Verhalten, Unwetterlagen und Unglücksfälle müssen wir uns über den Schutz dieser Infrastrukturen vermehrt Gedanken machen und neue Konzepte zu ihrem Schutz entwickeln", erklärte Innen-Staatssekretär Hans-Jürgen Hohnen zum Auftakt der Projektarbeiten in Potsdam. „Mit ihrer Förderung des gemeinsamen Projektes unterstreicht die EU zugleich die hohe Kompetenz aller Beteiligten."

Vor dem Hintergrund der wachsender Gefährdungen für lebensnotwendige Infrastrukturen hatte die Europäische Union im Februar 2007 ein Förderprogramm für die ‚Prävention, Abwehrbereitschaft und Folgenbewältigung im Zusammenhang mit Terrorakten und anderen Sicherheitsrisiken' aufgelegt. Aus diesem Finanztopf können jährlich Fördergelder für Programme zum ‚Schutz Kritischer Infrastrukturen' beantragt werden. Betreut wird das Programm durch die Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit. Es ist Teil des Generellen Programms ‚Sicherheit und Schutz der Freiheitsrechte' für den Zeitraum 2007 bis 2013. Der Europäische Rat verabschiedete zudem im Juni dieses Jahres eine Richtlinie über die ‚Ermittlung und Ausweisung kritischer europäischer Infrastrukturen und die Bewertung der Notwendigkeit, ihren Schutz zu verbessern', die noch vor Jahresende in Kraft treten soll.

Das Fachreferat für Brand- und Katastrophenschutz des Innenministeriums hatte sich vor diesem Hintergrund noch im vergangenen Jahr mit einem Projektvorschlag zur Thematik ‚Schutz Kritischer Infrastrukturen' um Mittel aus dem EU-Förderprogramm beworben. Im Juli dieses Jahres gab die Brüsseler Kommission grünes Licht und bewilligte gut 137.000 Euro als Fördermittel. Brandenburg steuert 60.000 Euro zu dem Projekt bei.

Im Rahmen des Vorhabens führt der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam zunächst wissenschaftliche Untersuchungen zur Thematik ‚Schutz kritischer Infrastrukturen' durch und erprobt die Ergebnisse bei den Projektpartnern aus der Industrie, der Republik Polen und im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Das Projekt ist auf insgesamt 24 Monate angelegt. Vorgesehen sind drei Arbeitsphasen.

Im ersten Teil der Forschungsarbeit wird eine spezifische Methode zur Analyse der Wandlungsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen entwickelt und ein auf alle Kritischen Infrastrukturen anwendbares Vorgehensmodell für die integrierte Folgenabschätzung von Katastrophen sowie für die Erstellung von Schutzkonzepten für Unternehmen erarbeitet. Diese Modelle werden in einem sich daran anschließenden zweiten Teil mit den Projektpartnern auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Nach Auswertung und Aufbereitung sollen die Projektergebnisse im Jahr 2009 der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666