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Pressedienst

Der Hubschrauber statrtet gemeinsam mit den Tragschraubern zum Testflug.

Polizei

26.05.2008 Tragschrauber-Test geht in die zweite Runde

Inspekteur der Polizei: Prüfung im realen Einsatz soll weitere Erkenntnisse bringen

 
Nr. 085/2008

Brandenburgs Polizei hat heute mit der zweiten Testphase zur Prüfung eines Einsatzes von Tragschraubern begonnen. Erstmals in Deutschland wurde dabei ein Tragschrauber zur Unterstützung einer LKW-Kontrolle eingesetzt. „Eine erste Testphase im vergangenen Jahr hat ergeben, dass der Tragschrauber insbesondere für Beobachtungsaufgaben und Suchaufgaben geeignet erscheint. Zugleich gab es Erkenntnisse über notwendige, aber auch machbare Veränderungen. Die gesamten Erfahrungen fließen in die jetzt beginnende zweite Testphase ein", sagte der Inspekteur der Polizei, Jürgen Jakobs, heute auf dem Flugplatz Schönhagen.

„In der zweiten Testphase wollen wir überprüfen, ob die für die Polizei als grundsätzlich nützlich erkannten Fähigkeiten auch im täglichen Einsatz einen Zugewinn bedeuten. Dazu wird ein Tragschrauber in reale Einsätze der Polizei integriert", erläuterte Jakobs. „Über alle weiteren Fragen wird nach dem Vorliegen des Berichtes zur zweiten Testphase entschieden. Erst dann kann gesagt werden, ob der Tragschrauber seine in der ersten Testphase erkannten Fähigkeiten im Einsatz auch tatsächlich effizienzsteigernd ausspielen kann."

Der Inspekteur fügte hinzu, dass die Polizeien der Länder bereits seit mehreren Jahren den Einsatz unterschiedlicher Fluggeräte untersuchen, um die Lücke zwischen Funkstreifenwagen und Hubschrauber insbesondere im Einsatzalltag zu schließen. Ziel sei es, die Polizeiarbeit weiter zu verbessern. „Eine innovative Polizei muss sich mit allen technischen Möglichkeiten auseinandersetzen. Bei diesem Fluggerät geht es nicht um einen Ersatz für unsere Polizeihubschrauber. Diese sind ein sehr hochwertiges Einsatzmittel mit hochqualifizierten Eigenschaften bis hin zur Nachtflugfähigkeit."

Die praktische Erprobung für den Tragschrauber soll bis Ende September abgeschlossen sein. Bis dahin sind insgesamt 160 Flugstunden vorgesehen. Dabei werden unterschiedliche Einsatzprofile mit dem Ultraleichtflieger absolviert. Die praktische Erprobung wird von Polizeibeamten aus den Schutzbereichen Brandenburg a.d.H. und Teltow-Fläming durchgeführt. Die Beamten haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet. Die Polizei bedient sich auch in der zweiten Testphase wieder externen Know-hows einer Flugschule. Bei den Flügen wird der Platz hinter dem Piloten jeweils mit einem Polizeibeamten besetzt.

In der ersten Phase vom August bis Anfang Dezember vergangenen Jahres waren grundlegende technische Eigenschaften und Flugeigenschaften wie Geschwindigkeit, Höhe, Reichweite, Witterungsabhängigkeit und Sicherheit sowie umfassende Funktests Gegenstand der Prüfung. Ferner standen einsatztaktische Aspekte auf dem Programm - darunter die Fähigkeiten zur Lokalisierung von Personen, Fahrzeugen und Objekten sowie zur Koordinierung von Bodenkräften.

Am Montagvormittag richtete die Polizei erstmals eine Kontrollstelle für LKW auf der BAB A 10 bei Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming) unter zeitweiser Beteiligung eines Tragschraubers ein. „Wir haben insgesamt 72 LKW kontrolliert. Bei 35 LKW gab es Beanstandungen. Die Tragschrauberbesatzung hat während ihres Einsatzes 18 gefährliche und rücksichtslose Verstöße von LKW-Fahrern beobachtet und an die Kontrollstelle gemeldet. Im Einzelnen wurden acht Fälle von nicht ordnungsgemäß gesicherter Ladung, zwei Verstöße gegen den Mindestsicherheitsabstand und acht Verstöße wegen falschem Überholen („Elefantenrennen") festgestellt", sagte der zuständige Leiter des Schutzbereichs Brandenburg a.d.H., Polizeidirektor Sven Bogacz. „Dieses Ergebnis kann ein erster Hinweis sein, dass Kontrollen unter Einbindung von Tragschraubern zusätzliche Erkenntnisse über gravierende Verstöße bringen. Wir müssen aber den weiteren Verlauf der Testphase abwarten."

Tragschrauber gehören zu den Ultraleichtflugzeugen. Statt einer starren Tragfläche verfügen sie über einen Rotor, der aber nicht über einen Motor, sondern durch den ‚Fahrtwind' in Rotation versetzt wird. Für den Vortrieb sorgt ein Propeller am Heck der Maschine. Bei dem Pilotprojekt werden zweisitzige Maschinen des Typs Autogyro MT-03 eingesetzt, die von der Firma HTC/Autogyro in Hildesheim gebaut werden. Der MT-03 ist wahlweise mit einem 100 PS oder 115 PS-Motor ausgerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit der Maschine beträgt 163 km/h; die Mindestfluggeschwindigkeit liegt bei 30 km/h. Für die Tests wurde der Tragschrauber zusätzlich mit Polizeifunk ausgerüstet.

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666