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Pressedienst

Polizei

18.04.2008 Schönbohm: Polizei muss sich ihrer Geschichte stellen

Innenminister begrüßt Ausstellung zur Polizei im Nationalsozialismus

 
Nr. 062/2008

Innenminister Jörg Schönbohm hat die Entscheidung der Innenministerkonferenz nachdrücklich begrüßt, die Geschichte der Polizei während des Nationalsozialismus in einer Ausstellung aufzuarbeiten. „Mehr Licht in diesen Abschnitt der Geschichte der deutschen Polizei zu bringen, ist mir ein besonderes Anliegen. Ich habe deshalb seit längerem intensiv für dieses Projekt geworben", sagte Schönbohm zum Abschluss der Innenministerkonferenz am Freitag in Bad Saarow. „Ich freue mich besonders, dass die Innenminister und -senatoren der Länder unter meinem Vorsitz nunmehr grünes Licht für das Projekt gegeben haben."

In Brandenburg gehört die Auseinandersetzung mit der Rolle der Polizei in dieser Zeit bereits zum festen Bestandteil der Polizeiausbildung. „Jeder Polizeischüler wird schon zu Beginn seiner Ausbildung mit dem Thema konfrontiert. Die angehenden Polizisten haben zudem die Möglichkeit, sich im weiteren Verlauf ihres Studiums im Wahlpflichtbereich freiwillig vertiefend mit dem Thema zu befassen", erläuterte Schönbohm.

Die brandenburgische Fachhochschule der Polizei, selbst in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen gelegen, arbeitet dabei eng mit der Stiftung Brandenburgische  Gedenkstätten zusammen. Feste Bestandteile der Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte sind deshalb auch Besuche und Führungen in der Gedenkstätte. „Das Interesse der jungen Leute ist überaus groß", sagte Schönbohm.

Die Ausstellung zur Geschichte der Polizei während der Zeit des Nationalsozialismus soll im Rahmen einer Projektgruppe unter Federführung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster mit Beteiligung des Deutschen Historischen Museums erstellt werden. Dr. Detlef Graf von Schwerin, Leiter des Zeitgeschichtlichen Zentrums an der Fachhochschule der Polizei und selbst Mitglied dieser Projektgruppe, setzt sich besonders intensiv für die Aufarbeitung der Polizeigeschichte ein. Schönbohm betonte: „Historische Forschungen belegen, dass sowohl die damalige Ordnungs- als auch die Kriminalpolizei Handlanger der Vernichtung waren. Die bundesweite Ausstellung soll einen Beitrag zur historischen und politischen Bildung leisten und Angebote zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ergänzen. Zudem könnte das Projekt für das Selbstverständnis der deutschen Polizei eine positive Wirkung haben."

Schönbohm fügte hinzu: „Deutschland hat sich in vergangenen Jahrzehnten intensiv und beispielhaft mit der eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt. Auf dieser offenen Auseinandersetzung beruht heute ein großer Teil der Achtung unserer Nachbarn Deutschland gegenüber. Auch die Polizeien der Länder müssen sich einer umfassenden Aufarbeitung ihrer Geschichte stellen."

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
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