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Pressedienst

Verkehrsunfallbilanz 2007

30.01.2008 Schönbohm: Wirksamere Verkehrssicherheitsarbeit durch verstärkte Kooperation

Innenminister: Tempo 130 löst nicht unser Unfallproblem – Mehr Unfälle innerorts

 
Nr. 017/2008

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den brandenburgischen Straßen ist im vergangenen Jahr nach den noch vorläufigen Daten der Polizei um 0,3 Prozent auf 84.459 Unfälle (2006: 84.675) gesunken. Die Zahl der Verletzten verringerte sich um zwei Prozent auf 12.079 (12.329) Personen. Gleichzeitig erhöhte sich aber - anders als in den Vorjahren - die Zahl der Verkehrstoten, und zwar um 0,4 Prozent auf 263 (262) Personen.

„Die nach wie vor viel zu hohe Zahl von Unfällen und Unfallopfern unterstreicht weiter den großen Handlungsbedarf auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit in Brandenburg. Eine intensive und flächendeckende Verkehrsüberwachung der Polizei - ergänzt durch eine themenbezogenen Öffentlichkeitsarbeit - bleibt zwingend geboten, um positive Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern zu bewirken", sagte Innenminister Jörg Schönbohm am Mittwoch in Potsdam.

Um ein noch wirkungsvolleres Handeln der Polizei zu erreichen, soll der Austausch von polizeilichen Konzeptionen der Verkehrssicherheitsarbeit innerhalb der Sicherheitskooperation der Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg weiter verstärkt werden. „Wir wollen noch mehr als bisher voneinander lernen - im Interesse der Sicherheit der Menschen auf unseren Straßen", unterstrich Schönbohm.

Nach wie vor ist die Verkehrsdisziplin auf Brandenburgs Straßen unzureichend. Die Polizei ahndete 2007 insgesamt 1.078.996 Tempoverstöße, 9.212 Alkoholfahrten ohne Unfallfolgen, 1.411 folgenlose Fahrten unter Drogeneinfluss, aber auch 17.927 Rotlichtverstöße, 17.498 Vorfahrtverletzungen und 13.436 Fälle von unzulässiger Handynutzung am Steuer. „Die Zahlen geben einen Eindruck davon, was auf unseren Straßen nicht in Ordnung ist. Wir müssen an einer wirklichen Trendwende im Verkehrsverhalten weiter hart arbeiten", hob Schönbohm hervor.

Allerdings sei in den vergangenen Jahren dank der vielfältigen Arbeit der Polizei schon einiges auf dem Feld der Verkehrsunfallbekämpfung erreicht worden. Er nannte den deutlichen Rückgang von Unfällen, Verletzten und Verkehrstoten und insbesondere die deutliche Verringerung der Geschwindigkeitsunfälle. So verzeichnete die Polizei 2007 einen Rückgang der Geschwindigkeitsunfälle um 24,8 Prozent auf 5.357 (7.127) Unfälle. Die Zahl der dabei Verletzten sank um 37,8 Prozent auf 1.997 (3.209) Personen, die Zahl der getöteten Personen um 37,7 Prozent auf 81 (130). „Waren 2006 noch fast die Hälfte aller Verkehrstoten Folge von Geschwindigkeitsunfällen, hat sich dieser Anteil im vergangenen Jahr auf knapp ein Drittel verringert. Auch dies ist ein Erfolg", sagte der Minister.

Deutliche Rückgänge gab es zudem bei Motorradunfällen um 5,2 Prozent auf 1.734 (1.830), Unfällen mit Kindern um 7,7 Prozent 609 (660) und Unfällen unter Beteiligung junger Fahrer (18 bis 24 Jahre) um 2,6 Prozent auf 10.775 (11.061) Unfälle zurück. Auch die Zahl der LKW-Unfälle verringerte sich insgesamt um 1,2 Prozent auf 12.864 (13.014) Unfälle. Allerdings war die Entwicklung hier uneinheitlich. Auf den Autobahnen stieg die Zahl der LKW-Unfälle gegen den allgemeinen Trend deutlich um 19,8 Prozent an.

Zunehmend Sorge bereiten Alkohol am Steuer und Missachtung der Vorfahrt. So erhöhte sich die Zahl der Alkoholunfälle um 2,6 Prozent auf 1.826 (1.779) Unfälle. Dabei starben 26 (12) Menschen - eine Zunahme von 116,7 Prozent. Bei Unfällen durch Missachtung der Vorfahrt fanden 24 Menschen den Tod, 7 mehr als 2006. Knapp ein Fünftel aller Verkehrstoten ging damit auf das Konto von Alkohol und Vorfahrtverletzungen.

Mit Blick auf die neuerliche Debatte über Tempo 130 betonte Schönbohm, ein solches Tempolimit löse die Probleme auf den Straßen nicht. Er trat dafür ein, auf Autobahnen in erkannten besonderen Gefahrenbereichen mit Tempobeschränkungen aktiv zu werden. Dieses zeige auch in Brandenburg die gewünschte Wirkung. Schönbohm verwies zugleich darauf, dass im innerörtlichen Verkehr die Zahl der Verkehrstoten um 12,3 Prozent auf 64 und die Zahl der Verletzten um 3,5 Prozent auf 7.358 Personen zunahm. „Auf den Autobahnen konnten wir dagegen einen  Rückgang bei Verletzten um 6,7 Prozent und gegen den Landestrend auch eine deutliche Abnahme getöteter Verkehrsteilnehmer um 7,8 Prozent feststellen."

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