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Pressedienst

"Odersprung 2005"

11.06.2005 Schönbohm: Nationale und internationale Großübungen sind unverzichtbar

Deutschland muss vorbereitet sein - 1.200 Deutsche und Polen üben gemeinsam

 
Nr. 116/2005

Innenminister Jörg Schönbohm hat die besondere Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz unterstrichen. „Wir wissen aus den Erfahrungen des Oder- und des Elbehochwassers, dass Katastrophen und Großschadensereignisse nicht vor Grenzen Halt machen. Mit dem EU-Beitritt Polens sind die Möglichkeiten einer noch intensiveren Kooperation mit unserem östlichen Nachbarland auf dem Gebiet der Sicherheit deutlich gewachsen. Diese Chancen gilt es im gegenseitigen Interesse auch der Bürger auszubauen“, betonte er anlässlich der deutsch-polnischen Großübung ‚Odersprung 2005’. An der Übung, die am heutigen Samstag im Landkreis Oder-Spree stattfindet, nehmen mehr als 1.200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei aus Deutschland und Polen teil. Die Übung ist das erste Großereignis des im Mai gestarteten Deutsch-Polnischen Jahres.

Schönbohm forderte außerdem nationale Großübungen, um das Zusammenwirken aller Kräfte bei gleichzeitigen Katastrophenlagen in verschiedenen Regionen der Bundesrepublik zu proben. Notwendig sei auch die Schaffung länderübergreifender Führungsstrukturen für solche Situationen. „Bislang erstrecken sich unsere Übungen überwiegend auf einzelne, regional begrenzte Ereignisse. Angesichts der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus reicht das nicht aus. Wir müssen wissen, welchen Belastungen die Einsatzkräfte bei mehreren zeitgleichen Katastrophensituationen ausgesetzt sind, um Schwachstellen zu entdecken und zu beseitigen, die im Ernstfall schwerwiegende Probleme zur Folge hätten.“

In nationale Großübungen sollen dabei nicht nur Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Polizei einbezogen werden, sondern auch die Bundeswehr. „Die Bundeswehr sollte immer ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenabwehr sein. Sie bei einer solchen Übung außen vor zu lassen wäre fahrlässig. Wir können nicht erst im Ernstfall üben, wie die Bundeswehr in die Strukturen integriert werden kann.“

Schönbohm erneuerte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einer erweiterten Rolle der Streitkräfte beim Heimat- und Objektschutz. „Wir werden nach einem schweren terroristischen Anschlag nicht ohne die Hilfe der Bundeswehr auch für Aufgaben außerhalb des unmittelbaren Katastropheneinsatzes auskommen. Deshalb müssen endlich die Voraussetzungen für einen solchen Einsatz geschaffen werden. Wir müssen unsere Sicherheitsvorkehrungen den veränderten internationalen Bedrohungslagen anpassen.“

„Ich hoffe, dass es einen solchen Anschlag in Deutschland nie geben wird. Aber wir müssen vorbereitet sein. Das können die Bürger mit Recht vom Staat erwarten“, betonte der Innenminister.

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666