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Pressedienst

Verkehrsunfallbilanz 2000

30.01.2001 Deutlicher Rückgang bei Unfällen, Verletzten und Toten

Innenstaatssekretär Lancelle: "Polizei wird weiter verstärkt überwachen, um Trend zu verfestigen."

 
Nr. 008/2001

Eine durchweg positive Entwicklung konnte die Polizei des Landes Brandenburg in der Verkehrsunfallentwicklung des vergangenen Jahres verzeichnen. "Wir hatten in den Bereichen Unfälle und Verletzte einen Rückgang von über sechs Prozent, bei den Verkehrstoten sogar von über zwölf Prozent", äußerte sich Innenstaatssekretär Eike Lancelle während einer Pressekonferenz erfreut über diese Bilanz. "Bei den Verkehrsunfällen sind wir sogar unter der 100.000er Marke geblieben. Das zeigt, dass die Polizei mit ihrem Konzept von repressiven und präventiven Maßnahmen langzeitig mit Erfolg rechnen kann."

Die Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2000 lauten im einzelnen:
Insgesamt gab es 98.333 Verkehrsunfälle, 6,2 Prozent weniger als 1999 (104.805). Verletzt wurden dabei 17.689 Verkehrsteilnehmer (- 6,2 Prozent; 18.864), getötet wurden 425 Personen (-12,6 Prozent; 486).

Lancelle: "Mit diesem Rückgang werden wir voraussichtlich sogar noch unter dem Bundestrend liegen, denn dort rechnet man mit einem Weniger bei den Unfällen von zwei Prozent, bei den Getöteten von drei Prozent und bei den Verletzten von vier Prozent."

Als besonders erfreulich bezeichnete Lancelle den Rückgang der Kinderunfälle und der im Straßenverkehr getöteten Kinder. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 1.258 Kinderunfälle (-11,3 Prozent; 1.419) mit 1.173 verletzten (-41,8 Prozent, 2.016) und drei getöteten (-75 Prozent; 22) Kindern. Auch in der Gruppe der jungen Fahrerinnen und Fahrer (18- bis 24-Jährigen) war der Rückgang besonders bei den Unfällen mit schwerem Ausgang deutlich. Hier gab es 15.913 Verkehrsunfälle (-4,9 Prozent; 16.725) mit 4.775 Verletzten (-7,4 Prozent; 5.155) und 143 Getöteten (-16,4 Prozent; 171).

"Ob wir damit endlich eine dauerhafte Trendwende eingeleitet haben, bleibt für die nächsten Jahre noch abzuwarten", meinte Lancelle. Die Polizei werde weiter an ihrer strikten Verkehrsüberwachung festhalten und Verstöße, die häufig zu besonders schweren Verkehrsunfällen führen, konsequent ahnden, kündigte er an. Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Rahmen der Geschwindigkeitsüberwachung über 533.907 Verstöße gegen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit festgestellt, 11,1 Prozent mehr als im Jahr davor. Bei Alkoholkontrollen wurde 11.094 Mal Fahren unter Alkoholeinfluss registriert. Damit hat die Polizei auf jeden Trunkenheitsunfall etwa vier Trunkenheitsfahrten ohne Verkehrsunfall verfolgt. Bewährt hat sich dabei das im Mai 1999 eingeführte Atemalkoholmessgerät, mit dem 3.497 Alkoholbestimmungen durchgeführt wurden. Neben der repressiven Verkehrsüberwachung arbeitet die Polizei verstärkt in der Verkehrserziehung und -aufklärung mit. Nach dem Prinzip "lebenslanges Lernen" richten sich deshalb ihre Angebote, die auch Aspekte der Kriminalprävention berücksichtigen, an unterschiedliche Altersgruppen. Das sind vor allem Kinder im Vorschulalter, für die im vergangenen Jahr 3.633 Präventionsveranstaltungen stattfanden (+ 8,7 Prozent), und die jungen Autofahrer, für die 1.848 Veranstaltungen durchgeführt wurden (+ 5,1 Prozent).

Durch die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten vornehmlich im Straßenverkehr wurden Einnahmen in Höhe von 56,887 Millionen Mark erzielt (- 0,08 Prozent; 57,368 Millionen DM). Die Zentrale Bußgeldstelle stellte 180.458 Bußgeldbescheide (+0,05 Prozent) und 208.811 Verwarnungen (+40,8 Prozent) aus. Auch hier drückt sich aus, was schon anhand der Unfallstatistik zu erkennen war: Die Schwere der Verstöße ist bei gleichzeitiger Steigerung der zur Ahndung führenden Radarmessungen (2000: 357.677; 1999: 283.087) zurück gegangen.

Staatssekretär Lancelle: "Der Rückgang der Verkehrunfälle und auch ihrer schweren Folgen ist für uns kein Anlass zur Entwarnung. Es ist nach wie vor nicht hinnehmbar, dass statistisch gesehen im Land Brandenburg pro Stunde zwei Menschen verletzt werden und nahezu täglich ein Mensch auf den Straßen stirbt. Wir werden deshalb alles daran setzen, durch präventive und repressive Maßnahmen die sich erfreulicherweise abzeichnende Bewusstseins- und Verhaltensänderung nachhaltig zu verfestigen. Hier gilt nur eines: Weg von Aggressivität, Rücksichtslosigkeit und Leichtsinn, hin zu sicherheitsbewusstem und partnerschaftlichen Verhalten. Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bleiben deshalb auch künftig verstärkte Kontrollen vor allem durch die Polizei unverzichtbar. Wer leichtfertig mit dem Leben anderer spielt - rast oder unter Alkohol fährt - bleibt im Visier der Polizei."

Verantwortlich:
Heiko Homburg, Pressesprecher
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666