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Brandenburg hält ostdeutschen Spitzenplatz beim Ehrenamt – Platzeck stellte Landesstudie zum freiwilligen Engagement vor

veröffentlicht am 12.10.2006

In keinem anderen ostdeutschen Bundesland betätigen sich so viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich wie im Land Brandenburg. 33 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren tun dies bereits. Der Anteil freiwillig Engagierter ist seit dem Jahr 1999 zudem überdurchschnittlich gewachsen und schließt zum Bundesschnitt auf. Das ist das Ergebnis einer Landesstudie „Freiwilliges Engagement in Brandenburg 1999 – 2004 im Trend; Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftliches Engagement“, deren Ergebnisse Ministerpräsident Matthias Platzeck heute in Potsdam vorstellte.

„Die vorliegende Studie belegt, dass sich unsere Bemühungen gelohnt haben, das verdienstvolle Wirken der ehrenamtlich tätigen Brandenburgerinnen und Brandenburger gezielt zu unterstützen und bekannter zu machen. Bürgerschaftliches Engagement bildet das Rückgrat eines freiheitlichen und demokratischen Gemeinwesens. Dieser Gemeinsinn, gelebte Hilfe und Toleranz sind aber im 21. Jahrhundert auch entscheidende Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“, unterstrich Platzeck.

Er fügte hinzu: „Aufgabe der Politik ist es, die bereits Engagierten mehr zu unterstützen und die noch Unentschlossenen, aber grundsätzlich Bereiten zum Engagement zu motivieren.“ Dazu trügen verbesserte Rahmenbedingungen wie der seit Beginn diesen Jahres bestehende Versicherungsschutz, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit über Engagierte, eine neue Kultur der Anerkennung des Engagements etwa durch öffentliche Ehrungen sowie die Beratung und Information über Möglichkeiten des Engagements auf regionaler und lokaler Ebene bei, so der Ministerpräsident.

Die im Auftrag der Koordinierungsstelle „Bürgerschaftliches Engagement“ der Staatskanzlei von der TNS Infratest Sozialforschung GmbH erstellte Landesstudie zur Entwicklung des freiwilligen Engagements in Brandenburg von 1999 – 2004 enthält folgende Kernaussagen:
· In 2004 waren in BB 33 % der ab 14-jährigen Bevölkerung freiwillig engagiert. Damit nimmt Brandenburg den Spitzenplatz innerhalb der ostdeutschen Bundesländer ein. Die Engagementbeteiligung liegt nur noch knapp unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 36%.
· Das Engagementpotenzial ist in BB überdurchschnittlich hoch, weil 14% der Brandenburger verbindlich bereit sind, sich in Zukunft freiwillig zu engagieren, etwa 19% eventuell dazu bereit sind und viele Engagierte ihr Engagement noch ausdehnen wollen.
· Wesentliche Engagementbereiche sind Sport und Bewegung, Schule und Kindergarten, Freizeit und Geselligkeit, Kultur und Musik sowie der soziale Bereich.
· Den größten Engagementzuwachs gab es in den angrenzenden Gebieten um Berlin.
· Die Engagementquote zwischen Frauen (30%) und Männern (35%) ist im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ ausgeglichen. Die Gruppe der 30 – 59jährigen steht an der Spitze des freiwilligen Engagements, gefolgt von den Senioren und jungen Menschen (14 - 29 Jahre).
· Vorrangige Motivationen für das Engagement sind
o der Wunsch nach Mitgestaltung der Gesellschaft,
o das Leisten eines Betrags zum Gemeinwohl,
o Geselligkeit mit Gleichgesinnten,
o Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen.
· Vereine sind nach wie vor die typische Organisationsform für Engagierte.

Wünsche von ehrenamtlich Engagierten nach Unterstützung beziehen sich laut Studie auf folgende Bereiche:
o Belobigungen und Beförderungen für freiwillig Engagierte,
o mehr Unterstützung durch den Arbeitgeber,
o stärkere finanzielle Unterstützung von Freiwilligenprojekten,
o Bereitstellung von geeigneten Räumlichkeiten,
o mehr Anerkennung durch hauptamtliche Mitarbeiter in den Verbänden, bessere Möglichkeiten der Fortbildung,
o steuerliche Vergünstigungen (Absetzbarkeit der Unkosten etc.),
o mehr öffentliche Anerkennung, Information, Aufklärung und Beratung von Seiten der öffentlichen Verwaltung.
o Berücksichtigung und Einbeziehung der ehrenamtlichen Tätigkeit ins Personalmanagement und bei der Auswahl von Bewerbern.

Die Einrichtung der Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement in der Staatskanzlei als Service- und Ansprechpartner wird in der Studie positiv hervorgehoben, da deren Aufgaben den Bedürfnissen der Engagierten in Brandenburg Rechnung tragen.

[Studie zum Download (pdf-Datei, 918 kb)]

Weitere Infos zum Ehrenamt unter:
www.ehrenamt.brandenburg.de