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Platzeck sieht Hans-Otto-Theater als neues markantes Wahrzeichen Potsdams – „Kultur ist Grundrecht in demokratischer Gesellschaft“

Regierungssprecher Thomas Braune teilt mit:

veröffentlicht am 22.09.2006

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat den Wert kultureller Bildung für die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft hervorgehoben. „Kultur und Bildung sind keine Luxusgüter, die wir uns nur in Zeiten wirtschaftlichen Überflusses leisten können“, sagte Platzeck am Freitag in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler bei der Eröffnung des Neubaus des Hans-Otto-Theaters in Potsdam. „Vielmehr gehören sie zu den Grundrechten in einer demokratischen Gesellschaft, die zukunftsfähig sein will.“ Er danke der Stadt Potsdam für den Mut, sich für diesen Theaterneubau zu entscheiden.

Platzeck betonte, der Standort des Hans-Otto-Theaters mache eindrucksvoll klar, dass Kultur- und Wirtschaftsförderung keine Gegensätze seien. Die Entscheidung für die Schiffbauergasse sei auch deshalb gefallen, weil Kultur und Bildung zu den Standortfaktoren gehörten, die eine Stadt und ein Land attraktiv machten. Sie spielten unter anderem eine wichtige Rolle bei Entscheidungen, wohin Menschen ziehen oder Unternehmen sich niederlassen. „Dieses neue Theater wird ein weiterer Anziehungspunkt und ein markantes Wahrzeichen Potsdams sein und damit die einzigartige Baugeschichte der Stadt fortschreiben. Damit wird es nicht nur unserer Landeshauptstadt nutzen, sondern unserem ganzen Land“, sagte Platzeck, der als Oberbürgermeister den Neubau an diesem Standort maßgeblich beeinflusst hatte.

Platzeck betonte in seiner Rede weiter: „Kultur und Bildung ermöglichen uns den Zugang zu unserem Erbe, und ohne Herkunft gibt es keine Zukunft. Kultur und Bildung ermöglichen uns aber auch, offen für Neues in unserer eigenen Entwicklung und für Neues zu sein, das wir in der Begegnung mit anderen Kulturen erfahren.“


Nach Überzeugung des Ministerpräsidenten werden gerade in Zeiten der Globalisierung und rasanter Veränderungen fast aller Lebensbereiche Menschen benötigt, die intelligent und verantwortungsbewusst mit der Informationsflut und neuen Herausforderungen umgehen. „Wir brauchen Menschen, die sich neues Wissen schnell aneignen. Das können sie aber nur, wenn sie auch die Fähigkeit haben, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Darüber hinaus brauchen wir in einer demokratischen Gesellschaft, die auf Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität beruht, Menschen, die unterscheiden können zwischen dem Machbaren und dem Wünschenswerten.“ Platzeck fügte hinzu: „Das erreichen und erhalten wir nur dann, wenn wir so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu kultureller Bildung ermöglichen. Denn nur sie schafft - über bloßes Wissen hinaus - die Fähigkeit zur kritischen Unterscheidung und damit zu verantwortungsbewussten Entscheidungen.“

Mit dem heutigen Tag wird eine jahrzehntelang währende Odyssee beendet. Zuletzt vorausgegangen war im Jahre 1991 der Abbruch des Theaterrohbaus auf dem Alten Markt, der noch in DDR-Zeiten begonnen worden war. Das angestammte Theaterhaus in der Zimmerstraße war wegen Asbestbelastung geschlossen. Es entstand das Theaterprovisorium an der Alten Fahrt. Es folgten Diskussionen zum Standort des Neubaus und zur Finanzierung. Als Platzeck 1998 sein Amt als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt antrat, war als Standort gerade der Hinterhof in der Zimmerstraße im Gespräch. Der neue Stadtoberhaupt setzte gegen viele Widerstände die Schiffbauergasse durch, wo der realisierte Entwurf des Architekten Gottfried Böhm seine volle Wirkung entfalten kann. Das 27 Millionen Euro teure Vorhaben ist seit Jahren der erste Theaterneubau in Deutschland.