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Hitzemonat Juli: Herausforderung für Feuerwehren und Forst

Zu den Ergebnissen der Kabinettssitzung teilt Regierungssprecher
Thomas Braune mit:

veröffentlicht am 08.08.2006

Der Hitzemonat Juli 2006 war für Forstmitarbeiter und Feuerwehren in Branden-
burg eine äußerst einsatzintensive Zeit. Dazu informierten heute Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretär Dietmar Schulze und Innenstaatssekretär Hans-Jürgen Hohnen im Rahmen einer Kabinettsitzung in Potsdam. So wurde im genannten Zeitraum bei Bränden im Land Wald auf einer Fläche von über 200 Hektar geschädigt. Im Vergleich zu den beiden letzten Jahren ist die Waldbrandfläche damit bereits zum jetzigen Zeitpunkt drei- bzw. viermal so hoch. Aller Voraussicht nach werden die Zahlen des Rekordsommers 2003 (679 Brände auf einer Fläche von 600 Hektar) bei Beibehaltung der jetzigen Witterungssituation in diesem Jahr aber nicht erreicht. Auf fast 400 Hektar Fläche verursachten die Flammen im Juli Feld- bzw. andere Flurschäden. Ein schneller professioneller Einsatz der alarmierten Feuerwehren und moderne Überwachungstechnik verhinderten, dass die Flammen zu noch größeren Schadensbilanzen führten.



Die Mitarbeiter der Forstbehörden in den elf Waldbrandzentralen sowie auf den Feuerwachtürmen waren unermüdlich im Einsatz, um den Feuerwehren schnell und exakt Angaben zu den Wald- und Feldbränden zu liefern. „Nach den Jahren 2004 und 2005, in denen eine vergleichsweise geringe Anzahl von Waldbränden auftraten, hat das Waldbrandüberwachungssystem ‚Fire watch’ mit den 90 hochleistungsfähigen Kameras seine endgültige „Feuertaufe“ erfolgreich bestanden“, sagte Schulze. Für das moderne Überwachungssystem und die in Brandenburg vorliegenden Erfahrungen interessieren sich inzwischen viele Kollegen aus dem In- und Ausland.

Damit wurde entscheidend zur schnellen und wirksamen Brandbekämpfung durch die Feuerwehren im Land beigetragen. „Einmal mehr haben sich in Brandenburg die flächendeckenden Strukturen der Feuerwehren, die vorausschauende Organisation notwendiger Unterstützung, vor allem aber die Motivation und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrangehörigen bewährt“, erklärte Hohnen. Dabei verwies er besonders auf die Freiwilligen Feuerwehren, deren Angehörige viele Stunden Freizeit opferten, um im Ernstfall in oftmals gefährlichen Situationen für die Gemeinschaft einsatzbereit zu sein.


Zu den guten Erfahrungen Brandenburgs, für die sich laut Hohnen bereits andere Bundesländer wie beispielsweise Niedersachsen interessieren, gehören u.a. die landesweit 15 Brandschutzeinheiten der Wehren, in denen jeweils 135 mit lageangepasster Spezialtechnik ausgerüstete Feuerwehrleute im Ereignisfall für eine effiziente Brandbekämpfung zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt sorge auch die unproblematische Unterstützung von Bundespolizei und Bundeswehr für eine unverzügliche Lagebewältigung und damit für den Löscherfolg der Feuerwehren. Insbesondere durch den Einsatz von Luftfahrzeugen kann eine wirksame Brandbekämpfung aus der Luft erreicht werden, welche bei den im Land Brandenburg vielfach munitionsbelasteten Flächen von großer Bedeutung ist.

In ihren Dank für den aufopferungsvollen Einsatz gegen das Brandgeschehen durch die Brandenburger Feuerwehren und die Forstleute schlossen Schulze und Hohnen ausdrücklich die Unterstützung leistenden Einsatzkräfte von Feuerwehren aus Berlin und Sachsen-Anhalt sowie die Unterstützung der Bundespolizei und der Bundeswehr ein.

Wie Schulze und Hohnen betonten, darf Brandenburg angesichts der hohen Gefahr und der schwerwiegenden Folgen von Waldbränden auch künftig bei seiner konsequenten Linie von Prävention und Abwehr keine Abstriche machen. Dazu ist von beiden Ministerien erst zum Beginn des Jahres 2006 ein entsprechender Runderlass aktualisiert worden.

Durch Waldbrände werden materielle und ökologische Schäden in erheblichem Umfang verursacht.

Materielle Schäden

Dazu gehören die Wertverluste des betroffenen Waldbestandes durch völlige Vernichtung oder durch Entwertung des Holzes, die Kosten für das Räumen der Schadfläche sowie die Waldbrandbekämpfungs- und Bewachungskosten des Waldbesitzers. Darüber hinaus müssen auch die Aufwendungen der Feuerwehren sowie die Kosten für notwendige Wiederaufforstungen berücksichtigt werden.

Ökologische Schäden

In Mitteleuropa gehören Waldbrände nicht zur üblichen dynamischen Entwicklung von Waldökosystemen. Ein Waldbrand ist daher in Deutschland einer der gravierendsten Schadeingriffe in das Ökosystem „Wald“. Die Lebensgemeinschaften aus Bäumen, Sträuchern, Kräutern, Pilzen, Flechten sowie unzähligen Kleinst- und Kleinlebewesen, Amphibien, Vögeln, Säugetieren werden vernichtet oder in ihrem Zusammenwirken massiv gestört.

In den zerstörten Wäldern gehen Schutzfunktionen teilweise oder völlig verloren. Dazu gehören die Speicherfähigkeit für Niederschlagswasser, die Bereitstellung von Trinkwasser, die Sauerstoffproduktion und der Kohlendioxidverbrauch der Waldbäume und nicht zuletzt der Erosionsschutz. Bei Waldbränden werden außerdem in großem Umfang Schadstoffe (Furane, Dioxine, Ruß, Stickoxide, Kohlendioxid) freigesetzt. Sie stellen eine nicht zu unterschätzende Umweltbelastung dar.

Waldbrandwarnstufen im Internet

Die Waldbrandwarnstufen werden im Internet im Landwirtschafts- und Umweltinformationssystem des Forstministeriums hier veröffentlicht.