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Weitere EU-Mittel für wichtige deutsch-polnische Projekte: Wirtschaft, Tourismus, Umwelt profitieren

veröffentlicht am 11.06.2006

Wichtige Projekte in den brandenburgischen Grenzregionen zu Polen können nun fest mit EU-Fördermitteln rechnen. Die zuständigen Gremien für die EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III a gaben grünes Licht für Vorhaben aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Umweltschutz. Auch die Verbraucher beiderseits von Oder-Neiße profitieren direkt von dem Geld aus Brüssel.

So erhält die Verbraucherzentrale Brandenburg einen EU-Zuschuss über gut 200.000 Euro, um den Informationsbedarf beim so genannten Einkaufstourismus besser befriedigen zu können. Die Beratung orientiert auf Kauf- und Dienstleistungsverträge, Werkverträge und Reiserecht. Auch die Entwicklungen im grenzüberschreitenden Dienstleistungsangebot, etwa medizinische Behandlungen, Tanktourismus und Immobilienerwerb sollen Beachtung finden. Neben einer individuellen Beratung deutscher Verbraucher sollen zweisprachige Informationsmaterialien erstellt sowie Informationen auch über die Homepage der Verbraucherzentrale Brandenburg angeboten werden.
Weitere Informationen: Verbraucher-Zentrale Brandenburg e.V., Herr Richter, Tel. 0331/2987142

Die Stadt Schwedt (Oder) bekommt 7.500 Euro für die Regionalmesse INKONTAKT 2006. Die Messe wird als regionale Gewerbe- und Leistungsschau organisiert und bietet neben den Handwerksbereichen Bauen, Wohnen, Freizeit die Schwerpunkte Gesundheit und Dienstleistungen an. Aufgrund der guten Resonanz der Messe 2005 mit 98 Ausstellern (davon 14 aus Polen) und rund 4.000 Besuchern sieht die Stadt Schwedt ihr Konzept bestätigt. Anliegen ist es, den Auf- und Ausbau von deutsch-polnischen Kooperationsbeziehungen für kleine und mittlere Firmen zu unterstützen. So sollen mit dem Fördergeld zweisprachige Präsentationsmaterialien und Werbung im polnischen und deutschen Lokalfernsehen finanziert werden.
Weitere Informationen: Stadt Schwedt/Oder, Frau Eger, Tel. 03332/446316

Die Gastgeberstadt des diesjährigen BRANDENBURG-TAGES Forst (Lausitz) ist ebenfalls Nutznießer von EU-Fördermitteln. Die Stadt erhält gut 323.000 Euro für den weiteren Ausbau des Ostdeutschen Rosengartens. Die Parkanlage der Niederlausitz zieht pro Jahr bis zu 10.000 Besucher, auch aus Polen an. In Zusammenarbeit mit den polnischen Partnerstädten Lubsko, Brody, Zagan werden im Rosengarten kulturelle Veranstaltungen gemeinsam organisiert und durchgeführt.
Weitere Informationen: Stadt Forst, Frau Krahl, Tel. 03562/898433

Ebenfalls in die Stadt Forst fließen 75.000 Euro für ein dreisprachiges Wegeleitsystem. In Zusammenhang mit der Ausrichtung des BRANDENBURG-TAGES 2006 sollen attraktive Informationssysteme und Infotafeln in deutsch, polnisch und englisch aufgestellt werden. Neben der Stadt sind der Fremdenverkehrsverein und die polnischen Partnerstädte Lubsko und Brody an der Erarbeitung des Informations- und Leitsystems für die Stadt Forst beteiligt.
Weitere Informationen: Stadt Forst, Frau Rennhak, Tel. 03562/989169

In Zusammenarbeit mit der Stadt Gubin wird der Fremdenverkehrsverein Neißeland Guben den Aufbau der touristischen Zusammenarbeit der Doppelstadt Guben/Gubin voran bringen und dafür einen Zuschuss in Höhe von 248.500 Euro erhalten. Neben dem Druck von Informationsbroschüren wird ein touristisches Leitsystem in der Stadt Guben entwickelt, welches aktuelle und kulturell-geschichtlich Informationen vermitteln soll.
Weiter Informationen: Fremdenverkehrsverein Neißeland Guben e.V., Frau Scharkowski, Tel. 03561/3867

Ebenfalls unmittelbaren Nutzen für Touristen verspricht die Broschüre „Radwandern diesseits und jenseits der Oder“. Dafür erhält die Arbeitsinitiative Letschin e.V. einen EU-Zuschuss in Höhe von 86.400 Euro. Die Erarbeitung der Inhalte erfolgt in enger Kooperation mit dem polnischen Projektpartner „Verein für Entwicklung der Wirtschaftsinnovationen und des Tourismus“ in Gorzów sowie mit weiteren kooperierenden polnischen und deutschen Organisationen.
Weitere Informationen: Arbeitsinitiative Letschin e.V., Herr Müller, Tel. 033475/50961

Gleich mehrere Projekte im Umweltbereich profitieren von EU-Mitteln: Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus erhält 135.000 Euro für die Entwicklung von Sanierungsverfahren zur Verbesserung der Wasserqualität in den Tagebauseen in der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Der Abbau der Braunkohle sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite hat zu Grundwasserproblemen geführt. Die Universität Zielona Góra realisiert ein Teilprojekt, das ebenfalls eine Förderung aus INTERREG III A erhält. Zwischen beiden Universitäten wurde eine Vereinbarung über die gemeinsame Abarbeitung geschlossen. Zielgruppe für die Umsetzung der Projektergebnisse sind die jeweils regional ansässigen Klein- und Mittelbetriebe, die mit den Ergebnissen in die Lage versetzt werden sollen, die entsprechenden Sanierungsleistungen zu erbringen.
Weitere Informationen: BTU Cottbus, Prof. Koch, Tel. 0355/694303

Für Hochwasserschutzanlagen im Hafengebiet erhält die polnische Stadt Nowa Sól 1.7 Millionen Euro. In verschiedenen Programmen hatten sich die deutsche und polnische Seite auf Maßnahmen zum Schutz gegen Hochwasser auch im Hinblick auf deren potenzielle Folgen wie Umweltverschmutzung und ökologische Katastrophen verständigt. Nowa Sól arbeitet zusammen mit Partnern der deutsch-polnischen Arbeitsgruppe der Grenzgewässerkommission, welche der Zusammenarbeit und Koordinierung von Maßnahmen im Bereich des Hochwasserschutzes im Grenzgebiet dient. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe gehört von brandenburgischer Seite das Landesumweltamt Brandenburg in Cottbus.
Weiter Informationen: Stadt Nowa Sól, Tel. +48 68 4590361

Für den Ausbau der Umweltbildungseinrichtung „Ökologisches Forstzentrum in Dankow“ wurden 33.700 Euro befürwortet. Die Oberförsterei Strzelce Krajenskie veranstaltet in Zusammenarbeit mit weiteren polnischen Partnern Projekte zur ökologischen Bildung für Kinder und Jugendliche sowie Fachleute aus Deutschland und Polen. Auf deutscher Seite hat sich die Stadt Angermünde an der Vorbereitung des Konzeptes für die Objekteinrichtung und Durchführung der ökologischen Bildungsmaßnahmen beteiligt.
Weitere Informationen: Stadt Angermünde, Herr Krakow, Tel. 03331/260064

In der Wojewodschaft Zachodniopomorskie ist aus Brandenburger Sicht besonders ein Projekt des Nationalparks Drawno hervorzuheben. Hier fließen in den Schutz von Fledermäusen im Nationalpark 5.000 Euro. Der Drawno Nationalpark liegt etwa 100 km von der polnisch-deutschen Grenze entfernt. Es soll zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Fledermäuse erfolgen. Dann sollen konkrete Maßnahmen zum Schutz dieser bedrohten Tierart ergriffen werden. Die Forschungsarbeiten werden von deutschen und polnischen Fachkräften des Naturparks Barnim und des Drawno Nationalparks gemeinsam durchgeführt. Dazu hat auf deutscher Seite bereits ein analoges Projekt eine Förderung erhalten. Das Projekt des polnischen Partners baut auf den vom deutschen Partner gewonnenen Erfahrungen auf.

Weitere Informationen: Naturpark Barnim, Herr Dr. Gärtner, Tel: 03338\7517611